Logo Betonkanu 2017
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Ein Boot baut man aus Stahl oder aus Holz. 20 junge Bachelor- und Masterstudenten aus dem Fachbereich Bauingenieurwesen haben sich jedoch an einen eher ungewöhnlichen Baustoff für den Bootsbau getraut. Sie bauten ein Kanu aus Beton und nahmen damit an der deutschen Betonkanu-Regatta in Köln teil.

Die Betonkanu-Regatta ist ein Wettbewerb der deutschen Zementindustrie. Hier treten Mannschaften aus ganz Deutschland sowie dem umliegenden Ausland gegeneinander an. Wenn ein Team es schafft die Regattastrecke zu fahren, ohne unterzugehen, kann es sich mit seinem Kanu auch in nicht sportlichen Kategorien mit den anderen messen, wie zum Beispiel in der Gestaltung oder in der Konstruktion. Auch das schwerste und das leichteste Kanu bekommen jeweils einen Preis.

Die Studenten der FH Münster punkteten hier in der Gestaltung und erhielten dafür den Pokal für den 2. Platz. Es überzeugte die schlichte Eleganz des weißen Kanus mit seiner Haihautstruktur, sowie die gute Verarbeitung und die schöne Präsentation am Stand.

Auch die selbst designten T-Shirts schienen gut angekommen zu sein, sodass im T-Shirt-Wettbewerb der 3. Platz erreicht wurde. Sportlich waren die Münsteraner Studenten auch gut unterwegs. So schaffte es das Team der Männer sogar ins Halbfinale. Das weibliche Team zeigte ebenfalls gute Leistungen, schied jedoch, nachdem es sich in den Vorläufen durchsetzen konnte, nach den Zwischenläufen aus.

Die Vorbereitungen für den Wettbewerb dauerten ein ganzes Jahr. Zunächst musste eine passende Kanuform gefunden werden. Das Kanu musste sich auf gerader Strecke sowie in einer Slalomfahrt beweisen. Mit Hilfe erfahrener Kanuten wurde eine passende Form gefunden. Das ausgewählte Kanu wurde mit Hilfe eines 3D-Scanners eingescannt. Aus den daraus entstandenen Daten wurde ein Modell entwickelt, das als Vorlage für den Schalungsbau diente. Beim Bau stellte die doppelte Krümmung in der Bootsform eine Herausforderung dar, die aber mit etwas handwerklichem Geschick gemeistert wurde.

Ein besonderes Highlight ist die Oberfläche des Kanus. Hier wurde der Hai als Vorbild genommen. Seine Schuppen weisen in ihrer Mikrostruktur Längskanäle auf, die zum einen das Anlagern von Algen verhindern und zum anderen den Reibungswiderstand verringern. Zur leichteren Herstellung und zur besseren Sichtbarkeit wurde die Struktur aus dem Mikrometerbereich in den Millimeterbereich vergrößert.

Dieses besondere Merkmal floss auch in der Namensgebung ein. So tauften die Studenten das Kanu auf den Namen "MS HaiFHisch". Und auf den Mannschafts-T-Shirts prangert der Team-Name "Betonhaie".

Eine weitere Herausforderung war die Entwicklung einer passenden Betonrezeptur. Der Beton musste wasserdicht sein und eine hohe Festigkeit aufweisen. Außerdem wurden die Bestandteile des Betons als Anspielung auf den weißen Hai so gewählt, dass ein möglichst weißer Beton entstand. Des Weiteren musste der Beton gut verarbeitet werden können, bevor er erhärtete.

Das Team ist stolz auf das Ergebnis und freut sich über die gute Platzierung im Wettbewerb.



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