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Ankunft in Buenos Aires - Bericht von Inda Cao (März 2018)

Ankunft an der Universidad de Belgano

Vor einer Woche wurden ich und noch viele weitere internationale Studierende auf ganz argentinische Weise in der Belgrano Universität empfangen: Begrüßt wurden wir mit viel Witz von einem der Gründer der Universität und während man uns das Kurssystem erklärte, wurden wir mit "medialunas" (kleine Croissants) und "empanadas" (gefüllte Teigtaschen) verköstigt. Zusätzlich zum Studienangebot gibt es auch ein vielfältiges Kulturangebot für Studenten, unter anderem einen Tangokurs und so wurde das Programm auch entsprechend mit einer tollen Tangoshow beendet. Sílvia, die argentinische CALA-Betreuerin, half mir, meinen ganzen Papierkram, der noch anfiel, zu erledigen. Dank ihrer Hilfe konnte ich das problemlos hinter mich bringen. Da der Studiengangsleiter leider verhindert war, sprang kurzerhand der Dekan selbst ein, um mit mir den Stundenplan zu erstellen. Ich war glücklich, da das große Kursangebot doch sehr verwirrend war und meine Wahl auch gleich durch den Dekan "abgesegnet" war!

Erste "Hürden" an der Belgrano

Zum ersten Unterricht kam ich, obwohl ich mich viel zu früh auf den Weg gemacht hatte, nicht rechtzeitig an. Das Erste, was ich unterschätzte, war die Pünktlichkeit der Busse. Der Bus verspätete sich über 45 Minuten, sodass ich gezwungen war, ein Taxi zu nehmen. Als nächstes unterschätzte ich die Zeit, die man im Universitätsgebäude selbst benötigt, um zum Vorlesungsort zu gelangen. Da sich die Universität in einem Hochhaus befindet, aber nicht alle Aufzüge in jedem Stock halten, nahm ich zuerst die Treppe. Es stellte sich jedoch heraus, dass sich der Vorlesungsraum im 13. Stockwerk befindet, so dass ich mich dann doch lieber für den Aufzug entschied! Schließlich kam ich, nachdem ich sowohl die Treppe und einen weiteren Aufzug (der eigentlich nur von Professoren benutzt werden darf, was sich aber erst hinter herausstellte) genutzt hatte sowie durch mehrere Gänge und Zwischenstockwerke gegangen war, endlich an. Dort musste ich meine Anwesenheit bestätigen, indem ich meinen Studentenausweis an das Lesegerät hielt: "Suspendido" (abgelehnt). Zum Glück war ich von Silvia schon vorgewarnt worden, dass dies manchmal vorkommt. Nun war ich zwar im System anwesend gemeldet, doch musste ich das auch im Realen schaffen. Kurz noch den tollen Ausblick aus dem 13. Stock genossen, dann schnell in den Vorlesungsraum - ich entschuldigte mich und suchte mir einen Sitzplatz. Die Klasse war klein und ich merkte schnell, dass man sich hier nicht melden musste, sondern dass man sich ohne weiteres mit seinem Beitrag einbringen konnte.

Neue und alte Kontakte

Am nächsten Tag war es für mich schon um einiges einfacher insbesondere, weil ich nun wieder mit zwei meiner Kommilitonen aus Münster vereint war. Zusammen lernten wir auch weitere Kommilitonen kennen. Auch die Professoren wollten alle ihre neuen Studenten kennenlernen, und jeder stellte sich mit Namen, Herkunftsland und seinen jeweiligen Erwartungen und Zielen an das Studium und das jeweilige Fach vor.

Eindrücke von Buenos Aires

Nach der ersten Woche fällt es mir nun leichter, das Universitätsgebäude zu überblicken. Mich in der Millionenmetropole zurecht zu finden, wird noch ein wenig dauern. Denn die Stadt hat einen ganz eigenen Charakter, der durch die Mischung aus dem europäischen Ursprung der Einwohner und der Lage in Lateinamerika entsteht. Ich bin mir sicher, dass wir aber schon bald gänzlich in das hiesige Leben in Buenos Aires eintauchen werden, alle drei sind wir jetzt schon ganz verliebt in diese Stadt!

Bericht von María L. aus Kolumbien (2017)

Wie alles begann

Schon in der Schulzeit habe ich mich für Themen wie Kulturen, Globalisierung und Sprachen interessiert. Mit 15 Jahren hatte ich meine erste Auslandserfahrung als Austauschschülerin in einem deutschen Gymnasium in Hamburg. Dieser erste Kontakt mit der deutschen Kultur half mir später, mich für ein Studium in Deutschland zu entscheiden. Im Jahr 2012 entschied ich mich für das CALA-Studium. Dieses Doppelabschlussprogramm bedeutete für mich die perfekte Gelegenheit, mich in einem interdisziplinären und internationalen Umfeld weiterentwickeln zu können. An der kolumbianischen Partnerhochschule, der Universidad Pontificia Bolivariana (UPB) in Medellín, absolvierte ich fünf Semester und konnte im Oktober 2014 mein Studium als BWLerin an der Fachhochschule Münster fortsetzen.

Ankunft in Münster

Foto: Presseamt Münster/Tilman Roßmüller

Die Erwartungen waren von Anfang an besonders hoch, da mich die Vorstellung eines selbständigen Lebens in einer Studentenstadt wie Münster total begeisterte. Neue Freunde, neue Erlebnisse und die Vertiefung meiner Deutsch- und Fachkenntnisse gehörten auch dazu. Claudia, eine deutsche CALA-Studentin, war meine Mentorin und erste Ansprechpartnerin. Nach meiner Ankunft half sie mir, den Anpassungsprozess an mein neues Leben zu erleichtern. Dank ihr habe ich alle offiziellen Behördengänge wie z.B. Anmeldung in der Stadt Münster, Krankenkassenanmeldung, Bankkontoeröffnung, Beantragung einer deutschen Handynummer usw. verstanden und rechtzeitig erledigen können. Die deutsche Bürokratie kann oft sehr anstrengend und komplex sein, vor allem für Newcomer und Nicht-Muttersprachler, die nicht daran gewöhnt sind. Deswegen war Claudias Hilfe besonders wertvoll!

Deutsche Kommunikationsregeln

Da ich schon in der Schule in Kolumbien Deutsch gelernt habe, fiel es mir von Anfang an leichter, viel zu verstehen. Die tatsächliche Kommunikationsbarriere lag für mich in der Decodierung bzw. Interpretation der Botschaften meiner deutschen Gesprächspartner. Damit ist gemeint, dass, wenn beispielsweise ein Deutscher dich zu einem Termin einlädt, er von dir immer Pünktlichkeit erwartet (dies trifft auch auf soziale Veranstaltungen zu!). Mit der Zeit lernt man, dass eine Einladung zum Kaffee viel bedeuten kann, oder dass Versprechungen immer eingehalten werden müssen, da die Zuverlässigkeit in der deutschen Kultur von hoher Relevanz ist. Was hier gesagt wird, ist meistens genau so gemeint! Dies habe ich so angenommen und anstatt viel zu reden und dabei wenig zu sagen (wie wir Latinos es öfters machen), versuche ich als persönliche Denkübung, vorher meine Sätze sorgfältig zu wählen.

Wohnen ist nicht gleich wohnen

Die kulturellen Unterschiede werden noch auffälliger, wenn es um die Wohnungssuche geht. Eine Wohngemeinschaft bzw. WG ist für die meisten lateinamerikanischen Studenten ein unbekannter Begriff. Tendenziell wohnen wir während der Studienzeit bei unseren Eltern. Von daher sind uns Ereignisse wie WG-Bewerbungen völlig fremd. Eine scheinbar unendliche Suche auf Online-Portalen, ein Bewerbungsschreiben, das eher als eine Auflistung von idealen/erwünschten WG-freundlichen Kompetenzen und Eigenschaften (z.B. ordnungsliebend) wirkt und eine Besichtigung bzw. Casting gehören zu den Elementen des ganzen WG-Paketes. Nach erfolgreicher Erfüllung aller einzelnen Ansprüche des Prozesses habe ich eine nette WG im Zentrum von Münster gefunden. Die Wohnung habe ich mit Kris und Alex geteilt, beide Uni-Studenten, mit denen ich viel unternommen habe und die zu echten Freunden geworden sind. Von meiner Erfahrung aus kann ich nur empfehlen, sich zu trauen und nach einer WG mit einheimischen Mitbewohnern zu suchen. Nicht nur verbessert sich durch das Zusammenleben in einer WG dein Deutsch, sondern es bietet dir auch die Möglichkeit, dich leichter in das Sozialleben zu integrieren und mit der Kultur in Kontakt zu kommen.

Das Fahrrad - Herzstück Münsters

Zum "Studieren in Münster - Starter Pack" gehört selbstverständlich ein Fahrrad. Die Fahrräder sind das Herz der Stadt, das schnellste und flexibelste Verkehrsmittel, das sich ein Student leisten kann. Zweifellos war mein Rad das beste Investment meiner CALA-Zeit, auf dem ich sogar meine Lebensmitteleinkäufe transportiert habe. Wenn das Wetter uns die Freude erlaubt hat, irgendwo im Freien zu sein, habe ich mit Freunden kleine Ausflüge zum Kanal oder benachbarten Burgen unternommen, natürlich immer mit dem Fahrrad. Sicherheits-, Reparatur- und mögliche Strafkosten (falls man abends mit einem kaputten Licht von der Polizei erwischt wird) treten im Packet öfter auf. Da ich aus einem Land komme, in dem meistens die Verkehrsregeln nicht berücksichtigt werden, war ich positiv überrascht zu sehen, dass die Behörden in Münster den Gesetzesvollzug sehr ernst nehmen (vor allem bei Radfahrern).

Das Studium an der FH

Ein Studium im Ausland zu absolvieren, besonders in einer anderen Sprache, ist eine Herausforderung, die viel Hingabe und Disziplin verlangt. Nicht nur muss man sich mit schon bekannten und ebenso neuen akademischen Inhalten in einer Fremdsprache beschäftigen, sondern sich auch an ein komplett anderes Studiensystem anpassen. Um mit dem deutschen Studiensystem zurecht zu kommen, wendete ich große Anstrengungen auf, was folglich viel Zeit in Anspruch nahm. Besonders anspruchsvoll fand ich die Bewertungsmethodik, da die Beurteilung des Gelernten öfter anhand einer einzelnen Klausur pro Semester erfolgt. Beispielsweise haben die meisten Abschlussprüfungen an der FH Münster einen Anteil von ca. 50 bis 100 % der Gesamtnote, was im Vergleich zu dem 30%-Anteil der Klausuren an meiner Heimathochschule - der UPB Medellín - ein bedeutsamer Unterschied ist, wenn es um die Klausurvorbereitung geht.

Effiziente Lernmethoden

Nach vielen Versuchen und Irrtümern habe ich effizientere Lernmethoden entwickelt, um den Ansprüchen des Studiums zu genügen. "Eine Woche vor dem Examen zu lernen" gehört jetzt zu meiner No-Go-Liste und die Karteikarten sind zu einem wichtigen Element meines Studiums geworden. Die Lernkarten erweisen sich vor allem als sehr nützlich, wenn es um auswendig lernen geht, was nach meiner Meinung eine höchst notwendige Kompetenz ist, wenn man an einer deutschen Hochschule studiert. Der Zeitdruck spielt auch eine relevante Rolle bei den Klausuren und deswegen lohnt es sich bei der Vorbereitung, Fähigkeiten wie schnell schreiben bzw. denken zu üben.

Selbständigkeit lernen und Termine einhalten

An der FH wird von den Studenten ein selbständiges und verantwortungsvolles Agieren erwartet, deswegen werden Professoren eher als Förderer bzw. Unterstützer des Lernprozesses angesehen. Während meiner Studentenzeit fühlte ich mich von Lehrenden und Mitarbeitern gut aufgenommen, da sie sich bemüht haben, auf meine Fragen immer Antworten zu geben. Die Sprechstunden müssen aber zu diesem Zweck immer berücksichtigt werden, um einen Termin mit dem Dozent bzw. Ansprechpartner rechtzeitig zu vereinbaren. Termine sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens in Deutschland und sie einzuhalten noch wichtiger (!!) - das habe ich bestimmt schon mindestens einmal erwähnt. Obwohl mir die vorbildliche Planung und Struktur der Deutschen viel Positives beigebracht hat, ist ein Touch lateinamerikanischer Spontanität immer mal wieder nötig!!

Horizonterweiterung

Meine Zeit als Studentin des CALA-Programms bot mir die Gelegenheit, mich mit bereichsübergreifenden Themen, angefangen von klassischen BWL-Fragen bis hin zu einer Vielzahl von global relevanten Aspekten wie u.a. Nachhaltigkeit, soziale Entwicklung, Zusammenarbeit und wirtschaftliches Wachstum zu beschäftigen. Der interdisziplinäre Ansatz von CALA unterstützte mich bei der Entwicklung einer umfangreichen Perspektive, von der aus ich erkennen konnte, welche Rolle die Gesellschaft, die Politik, und vor allem die Unternehmen in unserer modernen und dynamischen Welt spielen.

Die CALA-Familie

Mehr als ein rein akademisches Programm ist CALA eine Community von begeisterten, engagierten und lebensfreudigen Menschen, die durch die Leidenschaft für Sprachen, Kulturen und eine Art globalen Bewusstseins geeint sind. Unabhängig vom persönlichen Hintergrund, Staatsangehörigkeit oder Denkweise sind wir immer da, um uns gegenseitig zu unterstützen, ob es um Wohnungssuche, Weitergabe von Skripten oder um die Planung der CALA-Rallye geht. In CALA habe ich Freunde fürs Leben gefunden, mit denen ich die Möglichkeit hatte, die Schönheit Europas zu sehen…Italien, Belgien, Malta, Griechenland, um nur einige Zielländer zu nennen. Zusammen bewunderten wir den wunderschönen Sonnenuntergang eines Sommertages am Aasee, tanzten bis die Füße glühten auf einer CALA-Party und genossen den Geschmack eines kalten Bieres auf dem Oktoberfest.

Zweifellos ist CALA für mich das beste Erlebnis meiner Studentenzeit!! #Cala4Life

Bericht von Paula Mylena D. aus Brasilien (2017)

Who am I?

I'm Brazilian and I've been part of the CALA family for over a year. I was born in Guarapuava - a small city in the south of Brazil which is very much influenced by the German culture, which motivated me even more to do an exchange in Germany.

Why Germany?

Through my university in Brazil - FAE Business School - I had the chance to complete my studies at FH Münster. Whenever I mentioned that I would participate in an exchange here in Germany, people looked up and asked: Are you sure? But people in Germany are so cold, the culture is very rigid. It will not be easy to adapt, make friends then... Impossible.

Arrival at Münster

Foto: Presseamt Münster/Angelika Klauser
But what really happened when I arrived was the complete opposite. I had the help of a mentor - a CALA student who spared no effort to help me to adapt with things like opening an account at the bank, registering with the city council, taking my first bus, getting to know the city.

The CALA Family

From the first day I already felt part of the CALA family. I have made friends from various parts of the world and got to know many cultures. Since I arrived here, I am living in a WG (shared apartment) with a German who has become a great friend. ´

German weather

But what about not making friends? I know it's because Germany itself is known for being cold (but no one thinks about the summer?): Yes, I've experienced warmer days here in the summer than in my city in the south of Brazil. And that is one of the differences between Brazil and Germany that caught my attention the most. The really well defined seasons of the year, which makes people enjoy every minute of each season. For example the spring, which charms with its flowers throughout the city and the promenade, the three precious months of summer to do grill marathons at lake Aasee and enjoy the sun, the leaves falling to the ground reminding that autumn has arrived, or even in winter - that's really very cold - but despite that people enjoy the Christmas fairs with friends, family and a lot of Glühwein (mulled wine).

Life in Münster

Foto: Presseamt Münster/Britta Roski
I could write a book about life in Münster - the city that has more bicycles than inhabitants, that has bicycle traffic jams at peak hours, that is full of students and where there is always something to do. The city where it rains a lot but offers beautiful days in the summer. The city where I lived one of the best years of my life and learned a lot with respect to my personal and professional life.

Intercultural learning

The experiences made at FH Münster were also very important during this year and it was here that I had the opportunity to better myself and learn a lot from my mistakes. I learned how to write works in German, present in English and could talk with friends in Spanish. At the FH I learned much more than subjects and languages, I learned to develop my intercultural skills with the German classmates and so many international students who study here, which makes me feel even more prepared for my professional life.

Video von Luis A. aus Chile (2017)

Video von Julia S. aus Brasilien (2017)

Video von María T. aus Kolumbien (2017)

Video von Laura C. aus Kolumbien (2015)

Video von Lucas T. aus Brasilien (2015)

Was wurde eigentlich aus...? CALA-Alumni-Stories

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