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Ein sinnvoller Arbeitsplatz, der den eigenen Interessen und Fähigkeiten entspricht, bleibt leider für viele Menschen mit Behinderung ein Wunschtraum. Mit dieser Problemstellung und den denkbaren Verbesserungsansätzen beschäftigt sich ein internationaler Kongress in Dortmund.

Über die Tagung und den Stand des Projekts berichtet Caterina Metje, wissenschaftliche Mitarbeiterin an unserem Fachbereich:

Einer der Köpfe im Erasmus-plus-Projekt: Prof. Dr. Hanns Rüdiger Röttgers. (Foto: Wilfried Gerharz, Teaserfoto: Anne Holtkötter)

Die Besucher können sich auf der Tagung am 4. Juli gezielt über die Arbeit von sogenannten Jobcoaches informieren, die gesundheitlich, geistig oder psychisch beeinträchtigte Arbeitnehmer besonders bei den zwischenmenschlichen Herausforderungen mit Kollegen und Vorgesetzten unterstützen.

Organisiert wird der Kongress von Grone Dortmund, einer Bildungseinrichtung, die seit einigen Jahren eng mit uns kooperiert und führend in Sachen "unterstützte Beschäftigung" ist. Mit dieser Tagung endet zumindest vorerst das dreijährige Erasmus-plus-Projekt "Jobcoach für Menschen mit Behinderungen", in dem wir uns mit Fachleuten aus Nordirland, Frankreich, den Niederlanden und Polen austauschen konnten.

Prof. Dr. Hanns Rüdiger Röttgers, der von Seiten unserer Hochschule an dem Projekt beteiligt ist und an zwei Büchern zu diesem Thema mitgearbeitet hat, die projektbegleitend erscheinen werden, weist auf die Synergieeffekte hin, die sich aus dem Erfahrungsaustausch ergeben. Besonders in den Niederlanden seien für das Berufsbild "Jobcoach für Menschen mit Behinderungen" schon anspruchsvolle Standards entwickelt worden: Wer den Titel Jobcoach dauerhaft führen möchte, muss nicht nur umfangreiche theoretische Kenntnisse und praktische Berufserfahrung, sondern auch laufende Weiterbildungen nachweisen.

Die transnationale Kooperation im Rahmen des EU-Projekts gab den Fachleuten die Möglichkeit, sich über arbeitsplatzrelevante Besonderheiten bestimmter Störungsbilder auszutauschen, die Schwerpunkte lagen dabei auf Autismus-Spektrum-Störungen, psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Schizophrenie sowie auf Lernbehinderungen.

Mich freut besonders, dass auch die Meinungen der Betroffenen eingeflossen sind. Per Fragebogen konnten Jugendliche mit Beeinträchtigung ihre Wünsche an einen Jobcoach äußern. Mit teilweise überraschenden Ergebnissen: Die meisten potenziellen Klienten wollten zum Beispiel, dass der Jobcoach sich in Konfliktfällen neutral verhält und gerade nicht für sie Partei ergreift.

Interessierte können sich noch zu der Konferenz in Dortmund anmelden. Alle Infos dazu gibt es unter www.jobcoach-mb.de.

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