Vor über 30 Jahren hat unser Fachbereich erkannt, dass sich die Praxis in der Sozialen Arbeit dermaßen rasant weiterentwickelt, dass die Fachkräfte einen hohen Weiterbildungsbedarf haben. Einst aus einem studentischen Projekt entstanden, umfasst das Weiterbildungsprogramm mittlerweile jährlich rund 120 Veranstaltungen mit insgesamt etwa 1.300 Teilnehmenden, aus ganz Deutschland. Alles Routine? Das wollen wir von Mike Lenkenhoff und Ramona Geßler wissen.

Wer ist wofür verantwortlich?
ML: Grundsätzlich sehen wir uns als "Teamplayer" hier im Referat Weiterbildung. Wir als Referenten/-innen für wissenschaftliche Weiterbildung arbeiten eng mit den Kolleginnen in der Kursorganisation, unseren studentischen Hilfskräften, der Geschäftsführung, unseren Referenten/-innen und dem Weiterbildungsausschuss zusammen.
RG: Natürlich hat hier jeder auch seine individuellen und thematischen Zuständigkeiten, wie die Entwicklung und Begleitung von Zertifikatskursen, die wachsende Nachfrage an Inhouse-Weiterbildungen, die wir nach unseren Themenschwerpunkten konzipieren, den Ausbau unseres Social Media Bereiches oder die stellvertretende Geschäftsführung.

Wie ermitteln Sie den Bedarf?
RG: Hier führen uns viele Wege ans Ziel! Kollegen/-innen vom Fachbereich kommen mit Ideen auf uns zu, wir nutzen den guten Draht zu und die Gespräche mit unseren Referenten/-innen und Teilnehmenden, die ja den direkten Praxisbezug haben, und werten die Evaluationsergebnisse unserer Veranstaltungen aus. Wir beobachten natürlich auch selbst die Entwicklungen in der Praxis, indem wir zum Beispiel an Fachtagungen oder Arbeitskreisen teilnehmen.

Welches sind die Kriterien für ein neues Angebot?
ML: Innovativ, wissenschaftlich fundiert und relevant für die Praxis. Wir müssen oft schnell sein, um aktuelle Bedarfe bedienen zu können, beispielsweise haben wir im letzten Jahr zeitnah die Flüchtlingsthematik aufgegriffen und mit Kooperationspartnern die Weiterbildungsreihe "Neu in der Flüchtlingshilfe" entwickelt. Eine hohe Nachfrage nach Angeboten ist natürlich auch ein wichtiger Indikator, schließlich muss das Referat Weiterbildung sich selbst tragen und kommt ohne Zuschüsse aus.

Welches Angebot ist am beliebtesten?
ML: Im Bereich der Zertifikatskurse sind unsere neuen Angebote "FASD Fachkraft" und "Systemisches (Sozial-)Management" aktuell sehr stark nachgefragt. Die "Dauerbrenner" sind aber nach wie vor die Weiterbildungsreihen "Neu in der Sozialpädagogischen Familienhilfe" und "Neu im Allgemeinen Sozialen Dienst", wo vor allem junge Kollegen/-innen und/oder Quereinsteiger die Qualifizierung bei uns nutzen. Wir profitieren bei der Ansprache unserer Zielgruppe von unserer guten Vernetzung mit Kooperationspartnern, wie etwa den Landesjugendämtern oder anderen Weiterbildungsanbietern.

Was finden Sie in Ihrem Job am spannendsten?
ML: Die Mischung: Zusammen mit tollen Kollegen-/innen neue Weiterbildungsideen zu entwickeln. Immer wieder auch selbst die Weiterbildungen zu begleiten, auszuwerten und gemeinsam mit Kooperationspartnern und Referenten-/innen weiterzuentwickeln. Aber auch regelmäßig selbst als Referent aktiv zu werden, um das Verständnis für unsere Referenten und ihre zentrale Rolle zu schärfen.
RG: Kein Tag ist wie der andere! Grundsätzlich gilt bei uns: "Die Türen sind immer offen", das heißt, wir kommunizieren unheimlich viel, sind unterwegs und lernen in unserem Job so viele interessante Menschen kennen - ob auf den Fluren hier im Haus, im Telefon- oder Mailkontakt, auf Veranstaltungen oder in der Rolle als Referentin. Und ich glaube, wir haben alle unglaublichen Spaß zusammen im Team und nehmen uns die Zeit auch "füreinander".

In welchen Momenten lernen Sie in Ihrem Job dazu?

ML: Neben den vielen interessanten Inhalten, in die wir uns einarbeiten, profitiere ich persönlich besonders von Inhouse-Weiterbildungen. An der Schnittstelle zwischen Personal- und Organisationsentwicklung lernt man immer wieder neue Aspekte dazu. In unserem Job leben wir den Slogan "Lebenslanges Lernen". Aus Überzeugung!   

Besuchen Sie auch regelmäßig Weiterbildungen?
RG: Selbstverständlich. Neben dem inhaltlichen Gewinn und der Chance auf Vernetzung lernen wir manchmal über diesen Weg auch neue Referenten/-innen kennen. Aktuell nehmen wir beide an umfangreicheren Weiterbildungen teil. Zudem schauen wir auf Fachtagungen oder bei Weiterbildungen natürlich auch immer auf die Abläufe der Veranstalter und stellen uns die Frage: Was können wir noch dazulernen und in unseren Abläufen verbessern, um die Weiterbildungen im Referat Weiterbildung für unsere Teilnehmenden noch angenehmer zu gestalten.

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