Zertifikatskurs Psychosoziale Prozessbegleitung

15. Januar 2018 - 17. Januar 2018
Zum Thema

Ausgangslage

Die psychosoziale Prozessbegleitung ist durch das Gesetz zur Stärkung der Opferrechte im Strafverfahren vom 21. Dezember 2015 (3. Opferrechtsreformgesetz / 3. ORRG im deutschen Strafverfahrensrecht - in § 406g der Strafprozessordnung (StPO) und einem eigenständigen Gesetz über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren (PsychPbG) - verankert worden.

Ab dem 01.01.2017 können Opfer bestimmter Straftaten auf der Grundlage des § 406 g Strafprozessordnung einen Rechtsanspruch auf Bereitstellung einer psychosozialen Prozessbegleitung geltend machen.

Ziel der psychosozialen Prozessbegleitung ist es, eine besondere Form der nicht-rechtlichen Begleitung für besonders schutzbedürftige Verletzte vor, während und nach der Hauptverhandlung zu leisten. Die psychosoziale Prozessbegleitung umfasst die Informationsvermittlung sowie die qualifizierte Betreuung und Unterstützung im gesamten Strafverfahren mit dem Ziel, die individuelle Belastung der Verletzten zu reduzieren und ihre Sekundärviktimisierung zu vermeiden. Darüber hinaus soll die psychosoziale Prozessbegleitung zur Förderung der Aussagetüchtigkeit beitragen.

Die jeweiligen Bundesländer haben die Möglichkeit, das Leitbild und die Standards der psychosozialen Prozessbegleitung zu konkretisieren und ggf. an Fortentwicklungen in der Praxis anzupassen. Diesen Spielraum füllen für Nordrhein-Westfalen das Gesetz zur Ausführung des Gesetzes über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren (AGPsychPbG), welches am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, und die zugehörige Ausführungsverordnung vom 02. Januar 2017.

 

Ziel des Zertifikatskurses

Basierend auf den Empfehlungen der Arbeitsgruppe des Strafrechtsausschusses und in enger Abstimmung mit dem Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, hat die FH Münster unter Beteiligung von Experten/-innen aus Wissenschaft und Praxis den Zertifikatskurs Psychosoziale Prozessbegleitung konzipiert.

Die Ziele der Weiterbildung orientieren sich an den Anforderungen der Arbeitsgruppe:

„Die Weiterbildung soll der Vermittlung interdisziplinären Wissens und der Reflexion der eigenen Rolle dienen, um zu einem sicheren Umgang von psychosozialer Prozessbegleitung mit den Akteuren im Rechtssystem zu führen. Sie muss die Themenbereiche rechtliche Grundlagen, Viktimologie, Psychologie/Psychotraumatologie, Theorie und Praxis der psychosozialen Prozessbegleitung und Qualitätssicherung und Eigenvorsorge umfassen.“

 

Abschlussverfahren

Um das Hochschulzertifikat „Psychosoziale Prozessbegleiter/ in“ der Fachhochschule Münster zu erhalten, ist eine Anwesenheit von mindestens 90 % erforderlich, zudem die Erstellung eines Lernportfolios (transferorientierte Fragestellungen, die es schriftlich, unter Heranziehung von fachwissenschaftlicher Literatur, zu beantworten gilt; Gesamtumfang: ca. 25 Seiten). Die Lernportfolios werden in Form von Präsentationen (Kleingruppen) in einem Kolloquium (Modul 8) reflektiert.

 

Wichtiger Hinweis

Die FH Münster hat die Anerkennung der Zertifikatsweiterbildung Psychosoziale Prozessbegleitung durch das Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen zum 01.01.2017 erhalten.

Veranstaltungsinhalte

Modul 1: Einführung in die Weiterbildung / Viktimologische Grundlagen Literaturarbeit (zur Vorbereitung auf das Modul 2)

Modul 2: Rechtsgrundlagen und Grundsätze des Strafverfahrens

Modul 3: Ausgewählte Aspekte spezieller Gewalttaten und deren Opfer

Modul 4: Psychologie/Psychotraumatologie + Reflexionstag (in Form von Supervision in Kleingruppen)

Modul 5: Opferschutz und Opferrechte im Strafverfahren

Modul 6: Theorie und Praxis der Psychosozialen Prozessbegleitung - Teil I

Modul 7: Theorie und Praxis der Psychosozialen Prozessbegleitung - Teil II + Reflexionstag (in Form von Supervision in Kleingruppen)

Modul 8: Abschluss: Kolloquien und Auswertung

 

Ausführliche Informationen zu den Inhalten der einzelnen Module finden Sie unter:

www.fh-muenster.de/psychosoziale_prozessbegleitung 

 

Zielgruppe

Die Zertifikatsweiterbildung „Psychosoziale Prozessbegleitung“ richtet sich an Fachkräfte mit einem (Fach-)Hochschulabschluss in den Bereichen Soziale Arbeit, Pädagogik und Psychologie, die in der Regel beruflichen Kontakt zu Opfern von Straf- und Gewalttaten haben. 

Zusatzinfos

Termine

Das Statmodul 1 ist bereits terminiert (15.-17.01.2018). Die Termine für die weiteren 7 Module werden nach dem Fachtag am 30.11.2017 terminiert.

Teilnahmeentgelt

Das Teilnahmeentgelt beträgt 2.195,00 €. Es umfasst sämtliche Lehrmaterialien vor Ort  und im Online-Modul sowie eine Versorgung mit Tagungsgetränken innerhalb der FH Münster.

Die Kosten für ein Mittagessen sowie für ggf. entstehende Übernachtungskosten müssen von den Weiterbildungsteilnehmenden separat getragen werden.

Bei der Suche nach (günstigen) Übernachtungsmöglichkeiten unterstützen wir Sie gerne! 

 

Fragen, Anregungen etc.

Wenn Sie Fragen zum Kurskonzept haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Als Ansprechpartnerin steht Ihnen Ramona Geßler, Referentin für wissenschaftliche Weiterbildung, zur Verfügung.

 

Kontakt:

 

 

Ramona Geßler, Dipl.-Soz.Päd./Dipl.-Soz.Arb

Referentin für wissenschaftliche Weiterbildung

Telefon: 0251 83-65771

E-Mail: gessler@fh-muenster.de

Rahmendaten der Veranstaltung
Veranstalter:FH Münster, Fachbereich Sozialwesen
Veranstaltungsart:berufsbegleitende Weiterbildung, Zertifikatskurs
Unterrichtsstunden:160
Teilnehmerzahl:20
Teilnahmeentgelt:2.195,00 € (Ermäßigung möglich)
Teilnahmebedingungen:Download der Teilnahmebedingungen
Ansprechpartner, Dozenten, Referenten und Seminarleitung

Fachliche Leitung
  • Prof. Dr. phil. Stephan Barth, Dekan am Fachbereich Sozialwesen der FH Münster
Referent
  • Dr. Kristina-Maria Kanz, Juristin, Institut für Kriminalwissenschaften – Kriminologie an der Universität Münster (Rechtswissenschaftliche Fakultät)
  • Martina Schäfer, Dipl.-Soz.Päd., M.A. (Supervision), Ausbildung in systemischer Beratung und Therapie, Mediatorin in Strafverfahren, Fachberatung für Opfer von Straftaten
  • Mechthild Gründer, Dipl.-Soz.Arb., Kinder- u. Jugendlichen-Psychotherapeutin, Fachbuchautorin, Fallsupervisorin, Lehrbeauftragte
  • Prof. Dr. (em.) Norbert Wieland, Dipl.-Psych., FH Münster, Fachbereich Sozialwesen
  • Prof. Dr. Kerstin Feldhoff, Juristin, FH Münster, Fachbereich Sozialwesen
Veranstaltungsort
  • Robert-Koch-Straße 30
    48149 Münster
  • Raum: wird noch bekannt gegeben
Termin(e), Uhrzeiten

Modul 1
15. Januar 201810:00 - 17:00 Uhr
16. Januar 201809:00 - 16:00 Uhr
17. Januar 201809:00 - 16:00 Uhr
Online-Bewerbung

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