Neu im ASD - Kurs 39 (Köln)

15. November 2017 - 13. Juni 2018
Zum Thema

Der Bezirkssozialdienst lässt sich als Basissozialdienst der Kommune charakterisieren. Er ist aufgrund seines umfassenden Auftrages zuständig vor allem für alle jungen Menschen (Kinder, Jugendliche und Heranwachsende) und ihre Familien in schwierigen Lebenslagen.
Er leistet selbst Beratung und Unterstützung; er plant, bewilligt, vermittelt, begleitet und steuert bei vorliegenden Rechtsansprüchen notwendige und geeignete Hilfen (zur Erziehung). Zudem ist er verantwortlich für die Sicherstellung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor Gefahren für ihr Wohl. Die Vereinigung dieses Aufgaben-spektrums (eigenständige Hilfeinstanz, Bewilligungs- und Vermittlungsinstanz spezieller Hilfsangebote, Wächterinstanz über das Kindeswohl) im Bezirkssozialdienst erfordert von den dort tätigen Fachkräften ein hohes Maß an Kompetenzen in persönlicher (Belastungsfähigkeit), sozialer (Kommunikationsfähigkeit) und fachlicher Hinsicht.
Während in früheren Jahren eine Einführung von Berufsanfängern/innen über das einjährige Berufsanerkennungsjahr erfolgen konnte, gibt es diese umfassende Einarbeitung im Rahmen der neuen Studiengänge nicht mehr. Hinzu kommt, dass das Studium in Bachelor-Studiengängen nur noch sechs (statt vorher sieben) Semester beträgt. Diese Situation macht es für die kommunalen Arbeitgeber notwendig, die neu in diesen Arbeitsbereich einsteigenden Hochschulabsolventen/innen besonders zu begleiten und zu qualifizieren. Aber nicht nur für Mitarbeiter/innen aus dem direkten Übergang aus der Hochschule, sondern auch für Quereinsteiger/innen ist eine solche Qualifizierung eine große Unterstützung bei der professionellen Bewältigung der vielfältigen Aufgaben des Arbeitsfeldes.
Für einen gelungenen Transfer der Weiterbildungsinhalte in die Praxis ist ein Mentoring durch eine Fachkraft im ASD vor Ort ein wichtiger Bestandteil.

Veranstaltungsinhalte

Das vorgesehene Weiterbildungskonzept sieht eine kompakte Seminarstruktur mit sechs Modulen über je zwei Tage sowie eine Abschlussveranstraltung vor.

Modul 1: 
Kurseinführung gemeinsam mit Mentorinnen und Mentoren, 
Rolle des ASD zwischen Einzelfall und Sozialraum 
(Rollenvielfalt, Aufgabenspektrum, Kooperation, Arbeitsorganisation etc.)

Modul 2:
Rechtliche Grundlagen 
(Grundlagen des Sozialverwaltungsverfahrensrecht und Jugendhilferecht)

Modul 3: 
Fragen des Umgangs mit dem Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
(Rechtliche Grundlagen, Erkennen-Beurteilen-Handeln, Inobhutnahme etc)

Modul 4:
Hilfeplanung
(Grundlagen, Kollegiale Beratung, Zielaushandlung, Moderation)

Modul 5:
Gesprächsführung
(Struktur des Beratungsgesprächs, Handwerkzeuge der Lösungsorientierten Beratung, Gesprächsführung mit Kindern etc.)

Modul 6:
Trennungs- und Scheidungsberatung sowie Mitwirkung in familiengerichtlichen Verfahren

(Rechtliche Grundlagen, Rollenklärung, Einüben von Mediationsmethoden etc.)

Zielgruppe

Berufs- und Quereinsteiger/innen im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) der Jugendämter

Zusatzinfos

Das Mentoring
Das vorliegende Weiterbildungskonzept verpflichtet sich einer engen Verbindung von Lern- und Funktionsfeld, und stellt sich somit einem der zentralen Probleme der beruflichen Weiterbildung: dem Transfer der Weiterbildungsinhalte in die berufliche Praxis. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass 70-90 % der erlernten Inhalte nicht in den beruflichen Alltag transferiert werden können. Die Gründe hierfür sind zahlreich, jedoch in den seltensten Fällen in der mangelnden Lernfähigkeit des Teilnehmenden zu finden. Vielmehr scheinen es organisationale Bedingungen zu sein, die einen erfolgreichen Transfer der Lerninhalte in den beruflichen Alltag verhindern oder zumindest stark einschränken. Insbesondere die verkürzte Wahrnehmung des Weiterbildungsprozesses einerseits (dieser wird i.d.R. ausschließlich auf die Phase der Durchführung reduziert) und der am Weiterbildungsprozess beteiligten Protagonisten andererseits (hier wird die Verantwortung für den erfolgreichen Transfer oftmals allein dem Teilnehmenden übertragen) scheinen einen erfolgreichen Transfer stark einzuschränken.
Mit dem vorliegenden Mentoring-Konzept soll eben dieser Problematik begegnet werden, indem sowohl die transferförderlichen vor- und nachbereitenden Phasen der Weiterbildung, als auch die Beteiligung von erfahrenen Kollegen/-innen aus der jeweiligen Institution Beachtung finden.
 
Das Mentoring konkret
Zwischen den einzelnen sechs Modulen finden innerhalb der Institutionen ca. einstündige Reflexionsgespräche zwischen Mentor/in und Mentee statt. Mentoren/Mentorinnen sollten i.d.R. erfahrene Kollegen/Kolleginnen sein, die bereits seit längerer Zeit in der jeweiligen Institution arbeiten und daher mit den konkreten Arbeitsabläufen, den bestehenden Routinen, Dienstwegen etc. vertraut sind.
Innerhalb dieser Reflexionsgespräche werden zum einen die Inhalte des vergangenen Moduls gemeinsam thematisiert und deren Bedeutung für die eigene berufliche Praxis und Rolle reflektiert (Was wurde vermittelt? Was war neu, was war bereits bekannt? Was hat Irritationen ausgelöst? Wie gehen wir mit dieser Irritation innerhalb unserer Institution um etc.), zum anderen wird bereits das jeweils nachfolgende Modul gemeinsam „vorgedacht“ (Was wird Inhalt des nächsten Moduls sein? Was ist hier besonders wichtig für uns? Was sind konkrete Fragen, die beantwortet werden sollen? etc.).
 
Weitere Informationen zum Mentoring
Weitere Informationen zum Mentoring-Prozess und zum konkreten Nutzen für alle Beteiligten erhalten die Mentoren/-innen und Mentees zum Beginn der Weiterbildung. Daher sind alle Mentoren/- innen herzlich zum Auftakt der Weiterbildung eingeladen (jeweils der erste Weiterbildungstag von 10:00 bis ca. 13:00 Uhr).
Rahmendaten der Veranstaltung
Veranstalter:in Kooperation mit den Landesjugendämtern Rheinland und Westfalen
Veranstaltungsart:Weiterbildungsreihe
Unterrichtsstunden:96
Teilnehmerzahl:20
Teilnahmeentgelt:1.375,00 € (inkl. 43,91 € MwSt)
Teilnahmebedingungen:Download der Teilnahmebedingungen
Ansprechpartner, Dozenten, Referenten und Seminarleitung

Referent
  • Prof. Dr. Dirk Waschull, FH Münster
  • Prof. Dr. Reinhold Schone, FH Münster
Veranstaltungsort
  • Jugendherberge Köln-Deutz Tagungszentrum
    Siegesstraße 5
    50679 Köln
  • Raum: Wird noch bekannt gegeben
Termin(e), Uhrzeiten

Modul 1
15. November 201710:00 - 17:00 Uhr
16. November 201709:00 - 16:00 Uhr

Modul 2
16. Januar 201810:00 - 17:00 Uhr
17. Januar 201809:00 - 16:00 Uhr

Modul 3
20. Februar 201810:00 - 17:00 Uhr
21. Februar 201809:00 - 16:00 Uhr

Modul 4
10. April 201810:00 - 17:00 Uhr
11. April 201809:00 - 16:00 Uhr

Modul 5
15. Mai 201810:00 - 17:00 Uhr
16. Mai 201809:00 - 16:00 Uhr

Modul 6
12. Juni 201810:00 - 17:00 Uhr
13. Juni 201810:00 - 17:00 Uhr

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