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Prof. Blumfeld Hanada AA. Dipl., Pascal Feck und Tim Hornung

Ihr beide habt im April Euren Bachelorabschluss an der MSA gemacht und Euch direkt danach einer neuen Aufgabe angenommen.

Wie kam es zu dieser Kooperation zwischen der Firma TECE und Euch?

Manchmal muss man einfach Glück haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Die Idee seitens TECE einen Ausstellungsraum mit Studierenden zu entwickeln bestand schon seit Längerem. Bei dem Vortrag von Christopher Dell, der im Rahmen der von Prof. Schultz-Granberg organisierten Vorlesungsreihe Stadtansichten im vergangenem Jahr stattfand, kamen wir mit Vertretern von TECE ins Gespräch. Sie haben uns von ihrem ambitionierten Vorhaben berichtet. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir uns noch nicht vorstellen dieses Projekt anzunehmen. Wir standen schließlich kurz vor unserer Abschlussarbeit. Glücklicherweise hat es dann noch einige Zeit gedauert, bis das Projekt spruchreif war und wir den Auftrag angenommen haben.

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir unsere Bachelorarbeit schon präsentiert und konnten uns so voll und ganz auf den Entwurf konzentrieren.

 

Zu welchem Ergebnis seid Ihr gekommen? Erzählt uns doch bitte etwas zu Eurem Konzept.

Der eigentlich zu beplanende Raum war relativ klein und es gab viele Einschränkungen - dass der Container nicht nur als Ausstellungsraum bei Events, sondern auch als Transportraum für das Eventmaterial genutzt wird hat einige Probleme mit sich gebracht. Uns stand im Container nur eine Fläche von circa 40 Zentimetern auf einer Länge von knapp 4,5 Metern zur Verfügung. In diesem Raum hatten wir freie Hand. Unser Konzept sah vor ein schwebendes Regal an dieser Stelle zu installieren. Dazu nutzten wir ein bestehendes TECE Produkt, welches wir bereits bei der Stadtansichtenvorlesung in der Hand hatten. Die längste Einheit von diesen Profilen ist 4,5 Metern und war wie für uns gemacht. Wir wollten das Produkt verfremden und haben sein äußeres Erscheinungsbild so verändert, dass es nicht mehr auf Anhieb als Trockenbausystem zu erkennen ist. Auch haptisch wollten wir das Produkt angenehmer gestalten. Wir haben das Profil pulverbeschichten lassen und mit einem Probestück konnten wir TECE von unserer Idee überzeugen.

Der Entwurf sieht vor, dass wir das Profil in seiner Länge nutzen und so eine Horizontalität über den gesamten Raum schaffen. Das Regal besteht aus mehreren Ebenen, die durch das Profil ausgebildet werden. Vertikale Bezüge entstehen durch die Überlagerung von weißen und ausgewählten, farbigen Plexiglasbereichen. Diese ermöglichen es die verschiedenen Produktgruppen geordnet zu präsentieren. Es gibt eine neutrale Kommunikationsebene, die dazu dient mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Neben der Entwurfsplanung habt Ihr selber die kompletten Ausbauarbeiten des mobilen Ausstellungsraumes durchgeführt.

Vor welchen Herausforderungen steht man bei der Realisierung des eigenen Projektes?

Wie lief die gesamte Ausführung ab?

Es ist erst einmal ein spannender Moment, wenn man Zeichnungen anfertigt, nach denen etwas gebaut beziehungsweise bestellt wird. Der Boden und die Decke sind mit Edelstahlblechen verkleidet, das größte verbaute Blech ist etwa drei Quadratmeter groß und musste überkopf an der Decke verklebt werden. Zeitweise waren Tim und ich mehr damit beschäftigt mit Firmen zu telefonieren als, dass wir entwerfen konnten. Doch glücklicherweise konnten wir, aufgrund guter Ratschläge der Werkstätten am Campus, Firmen ausfindig machen, die uns beliefern wollten.

Unsere Bauphase war relativ eng getaktet, da wir noch an einer summer school, der Porto Acadamy teilnehmen wollten. Doch leider hat sich die Lieferung der bereits erwähnten Edelstahlbleche um knapp zwei Wochen verzögert, so dass wir nur noch die Hälfte der eigentlich geplanten Bauzeit zur Verfügung hatten.

Wir haben viel über Zeitmanagement und den Bauzeitenplan gelernt.

Euer Projekt wurde von dem Prof. Blumfeld Hanada betreut.

Welche Einflüsse brachte Prof. Blumfeld Hanada ein, die primär funktionalen TECE Profile in ein ästhetisch flexibles Regalsystem zu entwickeln?

Prof. Blumfeld Hanada war eine sehr große Bereicherung für das Projekt. Wir haben als Team agiert und sind natürlich angewiesen auf einen Mentor. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Professor neben seiner Lehrtätigkeit solche Aufgaben übernimmt. Nachdem wir ihm unsere ersten Ideen präsentiert hatten, diskutierten wir bis spät in die Nacht. Es ist wichtig, dass man in Alternativen denkt und sich nicht zu früh an einer Idee festbeißt.

 

Nun habt Ihr bei der Premiere der ADAC GT Masters auf dem Nürburgring Euer Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert.

Was war das für ein Gefühl, das eigene realisierte Projekt zu präsentieren und wie kam es an?

Es ist immer ein schönes Gefühl, das Ergebnis seiner Arbeit zu sehen. Wir haben um ehrlich zu sein bis zur letzten Sekunde daran gearbeitet.

Es hat uns sehr gefreut, dass Prof. Blumfeld Hanada mit einigen Studierenden zum Nürburgring gekommen ist, um den Ausstellungsraum in Gebrauch zu sehen. Die Idee von TECE bei solchen Rennveranstaltungen einen Showroom zu nutzen ist neuartig und muss sich nun bewähren. Ich glaube, dass es ein großer Erfolg sowohl für TECE ist, als auch für die Hochschule und uns.

Die Idee dieses Projekt anzugehen, entstand aus Eurer eigenen Initiative heraus.

Welche Tipps könnt Ihr Euren Kommilitonen/innen im Fachbereich geben für architektonischen Projekte außerhalb des Studiums?

Man muss immer am Ball bleiben und darf nicht die Hoffnung verlieren, auch wenn es mal nicht so rund läuft. Es war auf jeden Fall wichtig, dass wir während des gesamten Prozesses von der Hochschule unterstützt wurden. Unser Dank gilt ganz besonders dem Werkstattteam der Hochschule, ohne das dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre.

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