22/05/2018

A-Z Architekten: Emil Steffann (1899-1968)

Montag 28.Mai, 19.00 Uhr
Ort: Dom, Domplatz, Münster
Veranstalter: BDA Münster-Münsterland

In seiner Reihe "A-Z Architekten in Münster" lädt der BDA Münster-Münsterland am Montag, 28. Mai 2018 um 19 Uhr zu einem besonderen Architekturabend in den Münsterschen Dom. Anlässlich des 101. Katholischen Kirchentages, der noch in seiner besonderen Stimmung in diesen Tagen in Münster nachhallt, widmet sich die Vortragsreihe diesmal dem Architekten Emil Steffann (1899-1968), einem der bedeutendsten Kirchenbaumeister des 20. Jahrhundert in Deutschland.


Auch in Münster ist er mit einem wichtigen Projekt vertreten. In den Jahren 1955/56 leitete er im Wiederaufbau zusammen mit Fritz Thoma (1901-1977) die Neuordnung des Münsterschen Domes. Die damit einhergehende Schließung des Westportals war seinerzeit heftig umstritten - und doch für Steffann konsequent. Nach seinem Verständnis entwertete dieser - erst im Spätmittelalter erfolgte - Durchbruch das Paradies, den ursprünglichen und auch wieder heutigen Eingang.

In seinen über 40 katholischen Pfarrkirchen und Ordensbauten, die er seit 1950 von seinem Bonner Atelier aus plante, versuchte er die architektonischen Fragen besonders konsequent zu beantworten - räumlich einfach und liturgisch eindeutig. Seine Kirchenbauten zeichnen sich denn auch durch eine oftmals elementare Gestalt aus. Kreis, Kreuz und Quadrat sowie Bögen und Pfeiler mit abgestuftem Licht dominieren. Das einfache Bauen resultierte aus der Maxime eines einfachen Lebens, das er lebte und vertrat. Ein früher Aufenthalt im umbrischen Assisi, dem Geburtsort des Heiligen Franziskus, prägte sein religiöses und architektonisches Denken. Zu seinen wichtigsten Bezugspersonen zählte der Architekt Rudolf Schwarz sowie der Theologe Romano Guardini.

In seinem Vortrag "Die Baukunst, ein Wissen des Herzens" wird der Architekturhistoriker und Architekturkritiker Prof. Dr. Wolfgang Pehnt (Köln) die Entwicklung des architektonischen Werkes von Emil Steffann veranschaulichen. Die Moderation übernimmt Stefan Rethfeld. Alle Architekturinteressierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Nächster Vortrag in der Reihe "A-Z Architekten in Münster": 25.6. Dominikus und Gottfried Böhm, Ort: Studiobühne, Domplatz 23


06/04/2018

A-Z Architekten: Hermann Schaedtler, Emil Steffann, Dominikus / Gottfried Böhm

Montag 9.April, 19.00 Uhr
Ort: LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster
Veranstalter: BDA Münster-Münsterland

Der Architekt des Westfälischen Landesmuseums
Hermann Schaedtler (1857-1931) -
vorgestellt von Dr. Sid Auffarth und Stefan Rethfeld

Renaissance der Geschichte:
Schlösser, Villen und ein Museum in Münster

Mit dem heutigen Altbau des Landesmuseums am Domplatz ist der Hannoveraner Architekt Hermann Schaedtler (1857-1931) in Münster prominent vertreten. Dennoch ist er dem großen Publikum eher unbekannt. Der BDA Münster-Münsterland widmet ihm daher erstmals in der Vortragsreihe "A-Z Architekten" einen eigenen Architekturabend und lädt am Montag (9.4.) um 19 Uhr in das Auditorium des Landesmuseums (Domplatz 10, Münster) ein.

Unter dem Titel "Renaissance der Geschichte: Schlösser, Villen und ein Museum in Münster" werden Dr. Sid Auffarth und Stefan Rethfeld das umfangreiche Werk des Architekten veranschaulichen - und den Bau des Westfälischen Landesmuseums architekturgeschichtlich einordnen.

Schaedtler, der in seinem Studium von Conrad Wilhelm Hase geprägt wurde, realisierte ab 1883 zahlreiche Wohn- und Geschäftsbauten sowie Landsitze in Niedersachsen, darunter auch das Palais in Bückeburg (1896). Nach Westfalen führten ihn Aufträge des Adels: So errichtete er das durch einen Brand zerstörte Schloss Loburg nach Schlaunschem Vorbild neu, auch erweiterte er das Schloss Darfeld.

Schließlich gelang es ihm, den Wettbewerb für das Westfälische Landesmuseum in Münster (1901-08) für sich zu entscheiden und zu realisieren. Als Kenner der regionalen Bauentwicklung verstand er es hierbei, die historischen Stile neu zu adaptieren. Aus dem Zweiten Weltkrieg ging der Neorenaissancebau als Teilruine hervor, die bis 1967 auch ganz zur Disposition stand. Um Kosten zu sparen, blieb sie schließlich stehen - inzwischen aber ohne Ziergiebel und Turm.

Für die 2014 von Staab Architekten realisierte Museums-erweiterung lieferte der Altbau vielfache Bezüge. Beide Bauten bilden in ihrem Gegensatz von Alt und Neu heute eine lebendige Synthese - wie auch eine neue Publikation "Architektur als Sequenz: Das neue LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster" (Schnell & Steiner, Regensburg 2017) dokumentiert. Alle Architekturinteressierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Die weiteren Termine in der Reihe "A-Z Architekten":
28.5. Emil Steffann, 25.6. Dominikus und Gottfried Böhm.

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