Mit Silber ausgezeichnet: spielerische Wissenschaft

Studentisches Team vom Fachbereich Design der FH Münster erhielt Gregor Calendar Award


Ausgezeichnetes Team
Preisverleihung im Haus der Wirtschaft in Stuttgart: Das Projektteam unter der Leitung von Prof. Claudia Grönebaum (2.v.r.) nimmt die Auszeichnung entgegen. (Foto: Uwe W. Beier)
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Münster (5. Februar 2018). Carports und Garagen prägen unsere Wohngebiete millionenfach. Doch wie hat sich diese Bauform historisch entwickelt und welche alltagskulturellen Geschichten sind damit verbunden? Dazu haben Studierende des Masterstudiengangs Kulturanthropologie/Volkskunde der WWU Münster unter der Leitung von Dr. Anne Caplan historische Quellen ausgewertet und Befragungen durchgeführt. Wie es aber gelingen kann, die Ergebnisse für ein breites Publikum zugänglich zu machen, demonstrierten zwölf Studierende des Fachbereichs Design der FH Münster. Und zwar mit einem neuen Produkt: dem interaktiven Kalender Park + Roll 2018. Nun erhielt das Kooperationsprojekt den Gregor Calendar Award in Silber.

„Für den Kalender haben sich die Designstudierenden von einem Spielteppich für Kinder inspirieren lassen“, sagt Prof. Claudia Grönebaum, „und entwickelten einen interaktiven und fortlaufenden Rollkalender“. Er mache, so die Hochschullehrerin für Kommunikationsdesign, auf sieben Meter Länge die Ergebnisse im wahrsten Sinne des Wortes „erfahrbar“: Ein magnetisches Auto kann der Nutzer Tag für Tag so auf einer Straße verschieben, dass er sich durch das Kalenderjahr und gleichzeitig auch durch unterschiedliche urbane Szenarien einer Vorstadt bewegt. Die Illustrationen und kurzen Texte informieren über die Forschungsergebnisse, zusätzlich laden eingebaute Spiele und Interaktionsflächen zur aktiven Auseinandersetzung mit Garagen und Carports ein.

„Dass wir so einen Erfolg mit unserem Projekt haben würden, hat uns bei der großen Anzahl an Einreichungen sehr überrascht – nur vier Kalender erhielten eine höhere Auszeichnung. Das ist angesichts der Qualität der professionellen Konkurrenz eine große Anerkennung der studentischen Arbeit“, sagt Grönebaum. Die limitierte Auflage von 300 Stück sei bis auf wenige Exemplare vergriffen. Das Wettbewerbsexemplar ist noch bis zum 11. Februar in der Ausstellung mit allen Preisträgern im Haus der Wirtschaft in Stuttgart zu sehen. Danach wandert die Ausstellung nach Karlsruhe, wo sie vom 22. Februar bis 18. März im Regierungspräsidium gezeigt wird.


Zum Thema:
Den Gregor Calendar Award lobt der Graphische Klub Stuttgart e.V. aus. Rund 800 Kalender wurden im letzten Jahr aus Deutschland, dem europäischen Ausland sowie aus Japan und Israel ein­ge­reicht. Die Jury aus Vertretern des Graphischen Klubs, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und dem Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg hatte 54 Kalender in unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet.

Das Projekt wurde gefördert vom Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie und der Arbeitsstelle Forschungstransfer der WWU Münster, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Forschungsverbund „Der Lauf der Dinge oder Privatbesitz? Ein Haus und seine Objekte zwischen Familienleben, Ressourcenwirtschaft und Museum“: www.hausfragen.net) sowie von der STI Group und der WWF Verlags Gesellschaft mbH.

Die Ausbildung am Fachbereich Design der FH Münster schließt das gesamte Designspektrum durch die vier angebotenen Schwerpunkte Kommunikationsdesign, Illustration, Mediendesign und Produktdesign ein. Sie bietet den Studierenden ein ungewöhnlich offenes Feld für experimentelle Gestaltungen und zielbezogene Denkansätze, die optimal für den beruflichen Alltag vorbereiten. Neben dem Bachelorstudiengang Design bietet der Fachbereich den Masterstudiengang Design – Information und Kommunikation an.




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