Entwicklung einer Strategie für den Bau einer Biogas-Gemeinschaftsanlage

Tab. 5-1: Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

Einleitung 

Der steigende Energiebedarf und die stetig ansteigenden Energiekosten der Gemeinde Alten­berge erfor­dern ein zukunftsfähiges Energiekonzept. Derzeit wird der gesamte Energiebedarf der Gemeinde durch Erdgaskessel bei den jeweiligen Standorten mit einer installierten Gesamtleistung von rund 2.000 kWth bereitgestellt.

Im Rahmen der vorliegenden Studie werden die Möglichkeiten der Einbindung erneuerbarer Energien geprüft und bewertet. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die alternative Wärme­anbindung an vorhandene Biogasanlagen. Darüber hinaus wird das Biogaspotential der Gemeinde Altenberge erhoben, so dass eine Aussage über einen möglichen Ausbau der Bio­gasenergie getroffen werden kann.

In der Gemeinde Altenberge sind bislang zwei Biogasanlagen in Betrieb und eine dritte Anlage befindet sich in der Planungsphase. Es ist davon auszugehen, dass Ende 2005 ca. 2.570 kWth Wärmeleistung zur Verfügung stehen, die nur zu einem geringen Teil (etwa 20 %) für den Eigenbedarf der Anlagen benötigt werden. Die überwiegende Wärmeenergie steht grundsätzlich für die Nutzung durch Dritte zur Verfügung.

Ziel der Untersuchungen ist es, ein zukunftsfähiges Energiekonzept zu entwickeln, dass sich in Teilbereichen von der Preisspirale der fossilen Energieträger losgelöst, betreiben lässt. Dabei geht es insbesondere um eine möglichst kostengünstige Wärmeversorgung der vorhan­denen öffentlichen Gebäude.

Projektbeschreibung

Aufnahme des Ist-Standes

- Biogasanlagen der Gemeinde Altenberge

- Erfassung potentieller Wärme- bzw. Kälteabnehmer

- Biogas-Potentialerhebung der Gemeinde Altenberge

 

Untersuchung der Möglichkeiten zur Nutzung der thermischen Biogasenergie

- Wärmenutzung über eine Fernwärmeleitung

- Energietransport mit Hilfe einer Biogasleitung

- Wärmetransport in Containern

 

Prüfen des Einsatzes eines Erdgasbetriebenen BHKW 

 

Ergebnisse 

Die Gemeinde Altenberge versorgt aktuell die öffentlichen Gebäude mit Hilfe von Erdgashei­zungen. Ziel der Untersuchungen war es, Alternativen zur der bislang eingesetzten Erdgashei­zung zu finden, um zum einen die Energiekosten zu senken und perspektivisch der zu erwar­tenden Energiepreissteigerung fossiler Energieträger entgegenzuwirken. Die Untersuchungen wurden insbesondere vor dem Hintergrund der Nutzung von Energie aus den vorhandenen Biogas­anlagen durchgeführt. Dabei standen die Hauptenergieabnehmer der Gemeinde, wie das Hallenbad, die Hauptschule sowie die Grundschulen mit einem Energieverbrauch von 2.233 MWh/a im Jahr 2004, im Focus der Untersuchungen.

Insgesamt werden Ende des Jahres 2005 drei Biogasanlagen im Gemeindegebiet, mit einer installierten elektrischen Leistung von 1.350 kWel und einen thermischen Leistung von 2.570 kWth, betrieben werden. Bei der Betrachtung des Potentials für Biogasanlagen im Gemeindegebiet, errech­nete sich eine Gesamtkapazität von 2.100 kWel. Aus dieser Betrachtung heraus bieten insbe­sondere die landwirtschaftlichen Flächen noch Potential für eine größere oder mehrere kleine Biogasanlagen. Die bestehenden Biogasanlagen produzieren zusammen deutlich mehr Strom und Wärme als durch die öffentlichen Gebäude abgenommen werden kann. Aus diesem Grunde wurden ebenfalls die größeren im Gemeindegebiet ansässigen privaten Unternehmen mit in die Unter­suchungen einbezogen.

Im Rahmen der Studie wurden die Möglichkeiten eines Fernwärmenetzes, einer Biogas­leitung, eines Wärmetransportes mit Hilfe eines Latentwärmespeichersystems sowie eines erdgasbe­triebenen Blockheizkraftwerkes hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit untersucht.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in der Tabelle 5-1 zusammengefasst.

Aufgrund der im Rahmen dieser Studie erfolgten Grobbetrachtung der Konzepte konnte keine der Alternativen eine wirtschaftlich bessere Lösung bieten. Allerdings wird sich die Preisschere zwischen den fossilen und den regenerativen Energiekonzepten weiter schließen, so dass mittelfristig erneuerbare Energiekonzepte neben ihren unbestreitbaren ökologischen Vorteilen auch wirtschaftlich überzeugen werden.

Spätestens wenn der Austausch einer der Heizungen ansteht, werden die Alternativen preisgünstiger als die Erdgasheizung sein, da dann auch hier die Kapitalkosten Berücksichtigung finden müssen.

 

Projektleitung


Prof. Dr.-Ing. Christof Wetter

Fachbereich Energie · Gebäude · Umwelt
Stegerwaldstraße 39
48565 Steinfurt
Tel: 02551 9-62725
Fax: 02551 9-62717

wetterfh-muensterde

Mitarbeiter


  • Dipl.-Ing. Elmar Brügging M.Sc.

Projektzeitraum:


September 2004 - März 2005

Finanzierung


  • Gemeinde Altenberge
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