Leistungsverbünde des Handwerks im Rahmen von FM-gerechten Planen und Bauen unter Berücksichtigung der entsprechenden Schnittstellen und Visualisierung des Prozesses

Beziehung Nachfrager und Verbundpartner (Quelle: ISFM GmbH)

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird, teils offen, teils latent, über betriebskostensuboptimale Bauweise gesprochen; Relikte aus einer Zeit, in der ästhetische Rahmenbedingungen wichtiger waren als betriebswirtschaftliche Nutzung und Verwaltung von Immobilien. Mit Einzug des Facility Managements in Deutschland rückt die Berücksichtigung der späteren Betriebskosten in all seinen Facetten in den Fokus der Betrachtung.

Ein vertiefender Blick in die Praxis macht jedoch augenscheinlich, was bisher Realität ist; eine Betrachtung nutzungsbezogener Immobilienkosten findet faktisch nicht statt. In diesem Zusammenhang ist es von elementarer Bedeutung, dass die heterogenen Einzelleistungen (Bauplaner, Tragwerksplaner, Objektplaner, Technische Gebäude-Ausrüstung etc.) gebündelt werden, um die späteren, nutzungsbedingten Kosten zu reduzieren. Hintergrund hierfür ist der im planerischen Zeitablauf sinkende Beeinflussungsrad der späteren Nutzungskosten. Dabei ist zu beachten, dass die Höhe der späteren Betriebskosten bereits in der Planungs- und Entstehungsphase determiniert werden.

Bei einer Gebäudenutzungsdauer von 40 - 60 Jahren übersteigen die Betriebskosten die Baukosten um ein Vielfaches. Abhängig ist dieses unter anderem von der Gebäudeart, der Nutzung, betrachteten Leistungen, verwendeten Baumaterialien etc. Insofern werden bis zu ca. 80 % der späteren Betriebskosten in der Planungs- und Erstellungsphase festgelegt. Vor diesem Hintergrund ist zurzeit zu konstatieren, dass zum einen die Planungs- und Bauabläufe kommunikativ von den sich anschließenden Betriebsprozessen (Betreiben, Bewirtschaften, Belegen etc.) abgeschottet sind, so dass bisher noch die traditionelle Trennung zwischen Bauen und Bewirtschaftung festzuhalten ist. Zum anderen fehlt es den einzelnen Fach- und Gewerkeplanern an der Abschätzung und der praktischen Erfahrung bzgl. der entstehenden Nutzungskosten.

Diese These gilt ebenso für Großunternehmen, obwohl hier aufgrund der großen Diversifikation das Facility Managements Know-how im Sinne betriebskostenoptimaler Bauweise unter einem Dach gebündelt sein müsste. Synergien zwischen Planung und Ausführung von Bauleistungen und der späteren Betriebsphase sind bis dato die große Ausnahme – und zugleich bieten sie ein chancenreiches Potenzial. Vor diesem Hintergrund müssen bereits in der Planung verschiedenste Aspekte gebündelt dargestellt und im Sinne einer betriebskostenoptimalen Bauweise diskutiert werden.

Aus Sicht der Hochschule sollen insbesondere folgende Zielsetzungen erreicht werden: Analyse der gegenwärtigen Situation von Leistungsverbünden im Facility Management (Organisation, Aufgaben, Anwendungsgebiete), Bedarfsabschätzung auf Kundenseite, Analyse der Anbieterseite hinsichtlich der Möglichkeit und der Potenziale aufgrund des Leistungsspektrums, Analyse der Hemmnisse und Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Umsetzung, Entwicklung eines Szenarios der Zusammenarbeit, Detaillierte Analyse der entstehenden Schnittstellen und Aufzeigen von Steuerungsmöglichkeiten, Möglichkeiten der Nutzung des Single-point-of-contact gegenüber dem Auftraggeber und Ableitung der Konsequenzen für die Ansprechpartnerstruktur innerhalb der Kooperationen.

Die beteiligten Projektpartner sehen in der Projektumsetzung und anwendungsorientierten Forschung vor allem Potenziale im Hinblick auf die Optimierung der bisherigen Leistungen, die Erweiterung des bisherigen Leistungsspektrums und systematische Kombination von Bau- und Betriebsleistungen zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. Die Erkenntnisse aus diesem Forschungsprojekt werden direkt in einen Leistungsverbund integriert, um dessen Leistungsspektrum entsprechend an der zu erhebenden Nachfrage auszurichten.

 

Projektleitung


Prof. Dr. Frank Riemenschneider

Fachbereich Oecotrophologie · Facility Management
Corrensstraße 25
48149 Münster
Tel: 0251 83-65460

riemenschneiderfh-muensterde

Projektzeitraum:


September 2005 - August 2007

Kooperationspartner


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