Energetische Verwertung von Abfällen

Brenneröffnung in einem Zementdrehrohrofen

Mit der Umsetzung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) erhält die energetische Verwertung von Abfällen als Sekundärbrennstoff (SBS) einen deutlich höheren Stellenwert bei der Entwicklung von Abfallbehandlungskonzepten.

Sekundärbrennstoff

Das LASU-Labor für Abfallwirtschaft, Siedlungswasserwirtschaft und Umweltchemie hat z. T. gemeinsam mit dem An-Institut INFA-Institut für Abfall- und Abwasserwirtschaft in Ahlen bereits seit mehr als 10 Jahren verschiedenste Vorhaben im Bereich von SBS abgewickelt. Die hierbei gewonnenen Erfahrungen fließen u. a. ein in die von Prof. Dr.-Ing. B. Gallenkemper 1999 mitgegründete Bundesgütegemeinschaft Sekundärbrennstoffe e. V., in der er auch den Vorsitz des Güteausschusses übernommen hat. Ziel dieser Gütegemeinschaft ist die Gütesicherung von SBS entsprechend dem seit Juli 2001 geltenden RAL-Gütezeichens.
Bei der Einrichtung dieses Gütezeichens wurden im chemischen Labor des LASU wesentliche Grundlagen bzgl. der Analytik erarbeitet. Auf der Basis der vorliegenden Erfahrungen speziell im Bereich der Abfallanalytik wurden angepasste Vorgehensweise bei der Probenahme, der Zerkleinerung und dem Aufschlussverfahren entwickelt und für das Gütezeichen übernommen. Die Erkenntnisse werden fortlaufend durch verschiedene Qualitätssicherungsprojekte bei unterschiedlichen Industriebetrieben erweitert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, mit dem sich das LASU im Zusammenhang mit der hier angesprochenen Thematik beschäftigt, ist das Verhalten und die Bilanzierung von Schadstoffen bei der Aufbereitung von Abfällen. Diesbezüglich bearbeitet das LASU seit September 2001 im Auftrag des MSWF ein Trafo-Projekt. Ziel dieses Vorhabens ist es festzustellen, wie aus verschiedenen Abfallqualitäten mit verschiedenen Aufbereitungsstufen und -techniken die jeweils geforderte Sekundärbrennstoffqualität hergestellt werden kann. So geben An- und Abreicherungsfaktoren, basierend auf den zuvor ermittelten Transferfaktoren, an, wie stark ein Element in einer bestimmten Fraktion gegenüber der Zusammensetzung des Inputmaterials angereichert bzw. abgemindert wird. Dabei fallen durch den hohen Energiegehalt die entsprechenden Abreicherungen gegenüber den massebezogenen An- und Abreicherungsfaktoren höher und die Anreicherungen geringer aus.
Diese aber auch andere in diesem Zusammenhang ermittelten Ergebnisse werden im Rahmen der Lehre genutzt und stehen für Diplomarbeiten und Promotionsverfahren zur Verfügung. So hat z. B. Frau Dipl.-Ing. Flamme i. R. des Assistentenprogramms über das Thema: Energetische Verwertung von Sekundärbrennstoffen - Ableitung von Massnahmen zur umweltverträglichen Verwertung promoviert

 

Projektleitung


Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme

Fachbereich Bauingenieurwesen
Corrensstraße 25
48149 Münster
Tel: 0251 83-65253
Fax: 0251 83-65260

flammefh-muensterde



Dieses Projekt wurden z. T. auch von Prof. Dr.-Ing. Bernhard Gallenkemper begonnen, der sich mittlerweile im Vorruhestand befindet.

Mitarbeiter


  • Dipl.-Ing. Gotthard Walter

Projektzeitraum:


Januar 2000 - fortlaufend

Finanzierung


  • Diverse öffentliche und private Institutionen
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