Gewinnung wertvoller Produkte aus Rückständen der Pflanzenölgewinnung

Auf Basis gezielter verfahrenstechnischer Forschung  soll ein an die Erzeugung von Rapsöl angepasstes, innovatives Verfahren entwickelt werden, dass es ermöglicht, bisher nicht genutzte, Wert gebende Substanzen in den Rückständen der Pflanzenölerzeugung nutzbar zu machen. Diese in den Rückständen der Pflanzenölerzeugung enthaltenen Substanzen sind von großem Interesse für verschiedene Einsatzbereiche in der Kosmetik-, pharmazeutischen und Nahrungsmittelindustrie. Um dabei eine Fraktion zu erhalten, die wertvolle Substanzen wie Vitamine, Phytosterine und phenolische Antioxidantien enthält, ist es sinnvoll, die Rapssamen vor dem Pressen zu schälen. Nachteilige Einflüsse der Schalen auf die Ölqualität und Qualität des proteinreichen Presskuchens werden damit ebenfalls vermieden. Die Vorgehensweise soll exemplarischen Charakter haben und auch auf andere Fragestellungen bei der Entwicklung von Prozessen für die Gewinnung und Anreicherung von Naturstoffextrakten übertragbar sein und somit diesem durch Fachleute als besonders wichtig eingestuften Bereich zu Gute kommen.

Für das Forschungsvorhaben ergeben sich somit die folgenden Innovationsfelder:

Ø  Es ist zu versuchen bereits im ersten Schritt der Fest/Flüssig-Extraktion eine hohe Selektivität zu erreichen. Es ist zu überprüfen, ob dazu neuartige Lösungsmittel, wie z.B. ionische Flüssigkeiten zum Einsatz kommen können.

Ø  Um  wirtschaftliche Naturstoffextraktionsverfahren zu konzipieren, ist ein möglichst geringer Lösungsmitteleinsatz zu realisieren. In die Ausarbeitung eines Verfahrens ist daher auch die mehrstufige Gegenstromführung mit einzubeziehen.

Ø  Die Rückextraktion sollte zu möglichst reinen Produkten führen, daher sind Verfahren zu bevorzugen, die sehr gute Selektivitäten aufweisen. Aus Sicht des Antragstellers kommen adsorptive Verfahren und die Kristallisation in Frage.

Ø  Der Wirkstoff mit dem höchsten Wertschöpfungspotenzial sollte als Reinstoff herstellbar sein. Die anderen Wirkstoffe sollten in Nebenproduktsströmen angereichert vorliegen, um sie in bestehenden Verwertungskonzepten einzusetzen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird vermutet, dass die phenolischen Antioxidantien, wie die Sinapinsäure, das höchste Wertschöpfungspotenzial bieten.

Als Projektergebnisse werden erwartet:

  • Neue Erkenntnisse zur Naturstoffextraktion und zur verfahrenstechnisch optimierten Gestaltung einer Extraktionsanlage
  • Bewertung der Inhaltsstoffe von Rapsschalen und Presskuchen
  • Ein Anlagenkonzept für die Nutzung der in Rapsschalen und im Pressrückstand vorhandenen Inhaltsstoffe verbunden mit einer Aufwertung des Proteinreichen Extraktionsrückstandes.

 

Projektleitung


Prof. Dr.-Ing. Volkmar Jordan

Fachbereich Chemieingenieurwesen
Stegerwaldstraße 39
48565 Steinfurt
Tel: 02551 9-62215
Fax: 02551 9-62711

jordanfh-muensterde

Projektzeitraum:


Januar 2011 - Januar 2012

Finanzierung


  • BMBF - ProfUnt
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