Private Haushalte als urbane Minen - Terra Incognita der Ressourcenwirtschaft

Das Projekt untersucht die (Wieder-)Verwendung von Dingen am Beispiel von gebrauchten sowie neuen Einfamilienhäusern und Teilen des darin befindlichen Inventars. Es berücksichtigt die kulturelle Bedeutung der Dinge und ihre physikalische Stofflichkeit gleichermaßen, indem Methoden der kulturanthropologischvolkskundlichen Bau- bzw. Hausforschung mit Perspektiven der material culture studies und der materialwissenschaftlichen Analyse kombiniert werden. Die kultur- und materialanalytische Herangehensweise nimmt Hausbau bzw. -erwerb und Familiengründung, welche mit politischen Interessen und gesetzlichen Vorgaben – etwa der Raumplanung oder der Abfall- bzw. Ressourcenwirtschaft – eng verknüpft sind, als eine historisch wirkmächtige Form der Objekt-Nutzungs-Beziehung in den Blick.
Die ethnographische und materialwissenschaftliche Datenerhebung findet in suburbanen Wohngebieten, kleinstadtnahen Zonen und dörflichen Neubaugebieten statt. Mit dieser in Nordwestdeutschland situierten Fallstudie ist ein empirisch fundierter Forschungsbeitrag zu jenen Lebens- und Wohnformen intendiert, die in der Architektur, in der Stadt- und Raumplanung, in der Ressourcenwirtschaft sowie angesichts des demographischen Wandels und veränderter Lebensweisen gesellschaftlich und politisch intensiv diskutiert werden.

Das IWARU der FH Münster wird anhand von drei ausgewählten Häusern in den Untersuchungsregionen jeweils eine detaillierte Material- und Rohstoffanalyse erarbeiten. Diese schließt neben zwei bereits festgelegten Objektklassen (Elektrogeräte und Möbel) eine noch zu bestimmende Objektklasse der mobilen typischen Einrichtung sowie auch das Gebäude als stationären Gegenstand ein. Hierzu werden auf der Basis der Gebäudevolumina/-geometrie die materiellen Zusammensetzungen der Bauwerke nach Material- und Stoffklassen auf Basis vorhandener Datenbestände ermittelt. Da die Stoffkompositionen über längere Zeiträume großen Varianzen unterliegen, sind bei Bedarf altersklassenabhängig unterschiedliche Inventare anzusetzen. Insbesondere sollen vorhandene Analysen, wie sie beispielsweise zur Beschreibung des Gebäudebestandes vorliegen, berücksichtigt werden. Es wird eine differenzierte Bewertung der jeweiligen Nutzungsdauer (Weiternutzung/Einlagerung/Entsorgung) in Abhängigkeit von unterschiedlichen (technischen und monetären) Einflussfaktoren vorgenomme

Die Material- und Rohstoffanalyse wird gemeinsam mit den Ergebnissen aus den anderen Teilprojekten im Rahmen einer Ausstellung im Museumsdorf Cloppenburg präsentiert und in einer begleitenden, interdisziplinären Abschlusspublikation/Sammelband dokumentiert.

 

Projektleitung


Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme

Fachbereich Bauingenieurwesen
Corrensstraße 25
48149 Münster
Tel: 0251 83-65253
Fax: 0251 83-65260

flammefh-muensterde

Mitarbeiter


  • M. Sc. Niklas Heller
  • B.A., B. Eng. Catharina Rohde

Projektzeitraum:


April 2015 - März 2018

Kooperationspartner


Finanzierung


  • BMBF

Weitere Infos unter:


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