Rückbau- und Recyclingstrategien für Wärmedämmverbundssysteme (WDVS)

WDVS-Abfälle (eigene Bildquelle)

In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Deutschland große Mengen an WDVS verbaut, überwiegend mit expandiertem Polystyrol (EPS) als Dämmstoff. Trotz heute noch geringer Rückbaurate stellt die aktuell übliche Entsorgung in der Müllverbrennung bereits eine Herausforderung dar. Aufgrund steigender Abfallmengen und rechtlicher Beschränkungen bei der Entsorgung werden zukünftig alternative und höherwertigere Verwertungswege an Bedeutung gewinnen. Diese Verwertungsverfahren stellen i.d.R. Anforderungen an die eingesetzten Abfälle, welche innerhalb einer vorangehenden Prozesskette, z.B. durch Aufbereitungstechnik, sichergestellt werden müssen.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, hochwertige Verwertungswege zu erschließen und miteinander zu vergleichen.
Um den Anforderungen der Verwertung an das Material gerecht zu werden, bedarf es eines umfassenden Konzeptes vom Rückbau auf der Baustelle, der Logistik, der Aufbereitung bis hin zur Verwertungsanlage. Die empirisch ermittelten Daten werden in einem Modell zusammengeführt. Anschließend erfolgt die Simulation der zugehörigen ökologischen und ökonomischen Aufwendungen

WDVS-Fraktionen nach Aufbereitung (eigene Bildquelle)

Folgende Punkte werden bearbeitet:

  • Erhebung des Status Quo zu Rückbau, Aufbereitung und Entsorgung
  • Bewertung verschiedener Rückbautechniken
  • Durchführung von praktischen Versuchen zu Rückbau und Aufbereitung mit dem Ziel, möglichst sortenreine Abfallfraktionen aus einem zurückgebauten WDVS zu gewinnen

Folgende Erkenntnisse wurden bereits gewonnen:

  • Es existiert keine etablierte, für unterschiedliche Systemausführungen geeignete Rückbautechnik.
  • Selektiver Rückbau ist aktuell nur bei bestimmten Rahmenbedingungen wirtschaftlich sinnvoll.
  • Weitgehend sortenreine Abfallfraktionen können erstellt werden.
  • Optimierungen beim Materialaufschluss sind möglich.

 

Projektleitung


Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme

Fachbereich Bauingenieurwesen
Corrensstraße 25
48149 Münster
Tel: 0251 83-65253
Fax: 0251 83-65260

flammefh-muensterde

Mitarbeiter


  • M.Sc. Niklas Heller

Projektzeitraum:


Januar 2016 - Dezember 2018

Kooperationspartner


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