Altpapier - Bewertung der Qualitätskontrolle und Aufbau eines Qualitäts-Management-Systems

Mischprobe durch Viertelteilung über Probenkreuz verjüngt

Mit der Einführung der DIN EN 643:2014 „Liste der Europäischen Standardsorten und ihre Qualitäten" wurden für den Stoffstrom Altpapier (AP) erstmalig Grenzwerte bzgl. des Feuchtigkeitsgehaltes und des Anteils an unerwünschten sowie unzulässigen Materialien (Störstoffe) festgelegt. In der Praxis ist die Umsetzung dieser Norm auf Lieferanten- und Abnehmerseite jedoch mit gewissen Unsicherheiten verbunden, da es bislang keine anerkannten und standardisierten Messmethoden bzw. Messtechniken zur Bestimmung der Feuchte und sortenspezifischen Störstoff-Obergrenzen gibt.

Vor diesem Hintergrund sollte für den Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. (BDE) ein Qualitätssicherungskonzept (QS-Konzept) entworfen werden, das die Steuerung der Produktqualität im Betrieb ermöglicht und auch bei der Ausgestaltung von Abnahmeverträgen mit der Papierindustrie genutzt werden kann.

Feuchtemessung an Altpapierballen

Die Erarbeitung des Konzeptes erfolgte auf Grundlage einer umfassenden Datenerhebung sowie Untersuchungen bzgl. der Parameter Feuchte und Störstoff an drei verschiedenen Altpapiersorten. Im Fokus standen hierbei die nach DIN EN 643:2014 definierten unteren Sorten „gemischtes Altpapier" (1.02), „Verpackungen aus Papier und Karton" (auch als „Kaufhausaltpapier" bezeichnet; 1.04) und „Deinkingware" (1.11). Bei den Untersuchungen wurde zwischen Altpapierballen und loser Ware differenziert.

Aufbauend auf den Ergebnissen wurde ein entsprechender Vorschlag für ein QS-Konzept abgeleitet. Dazu gehören u. a.

  • Vorgaben über die Häufigkeit der Untersuchungen (z. B. in Abhängigkeit der Durchsatzleistung der jeweiligen Anlage),
  • Handlungsanweisungen, wie die jeweilige Vorgehensweise bei der Bestimmung des Qualitätskriterien in Abhängigkeit des Messortes aussehen sollte,
  • Angaben wie die Ergebnisse dokumentiert werden sollten.
Dieses Konzept wird im Rahmen von Schulungsmaßnahmen in den Aufbereitungsbetrieben vorgestellt und soll anschließend entsprechend umgesetzt werden.

 

Projektleitung


Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme

Fachbereich Bauingenieurwesen
Corrensstraße 25
48149 Münster
Tel: 0251 83-65253
Fax: 0251 83-65260

flammefh-muensterde

Mitarbeiter


  • Max Kölking

Projektzeitraum:


Januar 2016 - Dezember 2016

Kooperationspartner


Finanzierung


  • BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V.
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