Die Förderinitiative

Die "Innovative Hochschule" (IHS) ist eine Förderinitiative von Bund und Ländern, die neben Lehre und Forschung die "dritte Mission" in den Mittelpunkt rückt: Transfer. Täglich entstehen neue Ideen und neues Wissen in der Hochschullandschaft. Nur durch einen direkten und wechselseitigen Austausch mit Akteuren aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft können daraus Innovationen entstehen, die den Wohlstand und die Lebensqualität sichern.

Die Teilprojekte

Sturzmanagement mit bürgerschaftlichem Engagement (Stu.bE)

sp_imageText
"Sicher in Schwung bleiben": Dr. Bettina Begerow und Horstmars stellvertretender Bürgermeister Georg Becks trafen sich zur Einweihung des Schildes am Kreisverkehr an der Koppelstraße (Foto: FH Münster)

Etwa 30 Prozent Zuhause-Lebender über 65-Jähriger stürzen mindestens einmal im Jahr. Bei über 80-Jährigen ist der Anteil noch höher. Stürze zu vermeiden, ist daher ein wichtiges Thema. Aber wenn es doch passiert, wie kann dann schnell geholfen werden?

Mit dieser Frage hat sich das Teilvorhaben "Sturzmanagement mit bürgerschaftlichem Engangement" auseinandergesetzt. Es ging darum, wie neben professionellen Dienstleistern und technischen Hilfsmitteln auch Nachbar*innen einbezogen werden können.

Da sich im Projektverlauf zeigte, dass öffentliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Sturz/gesundheitliche Notsituation unter den älteren Menschen sehr zögerlich in Anspruch genommen wurden, sollte ein optisch auffälliges, zum Nachdenken und Diskutieren anregendes Format hinterlassen werden.

Die Auswahl fiel auf eine Kunstaktion mit Denkanstoß und unter Berücksichtigung eines positiven Altersbildes: Ein Bild im Comic-Design stellt eine weibliche ältere Person dar. Die Dame ist fröhlich und aktiv. Sie tanzt trotz ihrer offensichtlichen körperlichen Einschränkung (dargestellt durch eine Gehhilfe) und sie beugt Verletzungen eines möglichen Sturzes vor (dargestellt durch ein Kissen am Kopf).

Smart Mirrors zur Förderung der Gesundheitskompetenz

sp_imageText
Der Smart Mirror im Fachhochschulzentrum der FH Münster (Foto: FH Münster)

Das Teilvorhaben "Smart Mirrors zur Förderung der Gesundheitskompetenz" entwickelte die Hard- und Software für interaktive Displays, die an eine Mischung aus Bildschirm und Spiegel erinnern. Die neuartigen digitalen Medien sollen Menschen dabei helfen, eigene Ernährungsgewohnheiten zu reflektieren, und ihnen dazu konstruktive Tipps geben.
Nutzer*innen wird wortwörtlich "der Spiegel vorgehalten", indem sie im eigenen Spiegelbild die eingeblendeten Informationen, die ihr Spiegelbild überlagern, auf sich übertragen. Inhalte zu den Themen "Ernährung und Genuss" können auf diese Weise gut verstanden, realistisch eingeschätzt und angemessen angewendet werden.

Zum Ende der Projektlaufzeit sind sechs Smart Mirrors an unterschiedlichen Orten zugänglich: Im Foyer des Rathauses Nordkirchen, in der Kantine des Josephs-Hospitals Warendorf, im Designer-Outlet Ochtrup, im Flughafen Münster-Osnabrück - je ein Spielgel auf der Land- und einer auf der Luftseite des Flughafens - im Fachhochschulzentrum in Münster und auf dem Campus der FH in Steinfurt. Die übrigen zwei Smart Mirrors befinden sich als Entwicklungsgeräre in den beteiligten Laboren.

Healthy Lifestyle Communities

sp_imageText
Gemeinsam in Bewegung mit dem Teilvorhaben Healthy Lifestyle Communities (Foto: FH Münster)

Dass der Lebensstil einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von Zivilisationserkrankungen hat, ist hinreichend bekannt. Dennoch gelang es bislang nur unzureichend, die Erkenntnisse wirksam an die Bevölkerung weiterzugeben und dauerhaft gesundheitsförderliche Strukturen in den Kommunen zu etablieren. Diesem Thema widmete sich daher das Teilvorhaben "Healthy Lifestyle Community", das sich dabei vor allem darauf fokussierte, wie die Gesundheits- und Ernährungskompetenz der Bürgerinnen und Bürger verbessert werden können. 

Unterschiedliche Kommunen weisen unterschiedliche Merkmale und Charakteristika (Größe, Diversität, gesundheitsförderliche Infrastruktur etc.) auf. Deshalb hat die Arbeitsgruppe aus wissenschaftlichen Mitarbeitenden sich die Frage gestellt, wie der aktuelle Gesundheitsstatus oder auch Reifegrad einer Kommune erfasst werden kann und wie ein solches Reifegradmodell dargestellt werden sollte, um passgenaue Maßnahmen für die unterschiedlichen Kommunen ableiten und anbieten zu können. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerkommunen konnten positive Ergebnisse erzielt werden, indem ein "Reifegradmodell für Gesundheit in Kommunen" entwickelt wurde und verschiedene Maßnahmen für die Kommunen abgeleitet und umgesetzt wurden. 

Der im Projekt entwickelte Handlungsleitfaden für nachhaltige Gesundheitsförderung in Kommunen soll Gesundheitsbeauftragte und Interessierte des kommunalen Gesundheitsmanagements dabei unterstützen, bedarfsorientierte und nachhaltige Maßnahmen der kommunalen Gesundheitsförderung einzuführen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf einem gesunden Lebensstil.

reges:BOR - Regionale Gesundheitsförderung im Kreis Borken

sp_imageText

Gesundheitsförderung und Prävention in die Breite bringen - diesen Ansatz verfolgte das Teilvorhaben "reges:BOR". Die meisten Krankheiten sowie körperlichen und psychischen Leiden sind nicht angeboren, sondern treten im Laufe des Lebens auf. Menschen können viel tun, um ihre Gesundheitsressourcen zu stärken und damit negative Folgen für ihre Gesundheit zu vermeiden.

In der Modellregion Kreis Borken konnte ein Netzwerk zur Gesundheitsförderung und Prävention geschaffen werden, damit die Menschen dort gesund aufwachsen und leben können. Das Netzwerk besteht neben der FH Münster aus 13 Netzwerkpartnern. Daneben gibt es eine wechselnde Anzahl von assoziierten Partnern.

In kleineren Fachkreisen (bestehend aus Netzwerkpartnern sowie Expert*innen aus Organisationen und Bürger*innen) wurden zu bearbeitende Themen identifiziert und bearbeitet. Die Leitthemen sind "Erwerbstätige pflegende Angehörige" (epA) sowie "Gesund Aufwachsen" (gA); daneben wurde auch das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement in Pflegeeinrichtungen bearbeitet und Social Entrepreneurship im Kreis unterstützt.

Science Marketing - Modelle, Strategien, Instrumente für Science/Society

sp_imageText
Foto: FH Münster

Mit dem Ziel, ein erweitertes Transferverständnis "Science with and for Society" im Hochschulkontext zu etablieren, rückte mit dem Teilvorhaben "Science Marketing" die Interaktion mit der Gesellschaft und der gesellschaftliche Nutzen als zentrales Forschungsfeld in den Fokus. Das Teilvorhaben leistete dabei auf wissenschaftlich-analytischer Ebene einen Beitrag dazu, zu erforschen, wie Wissenschaft und Gesellschaft erfolgreich zusammenarbeiten und interagieren können, um komplexe gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen und Forschungsergebnisse und Innovationen so zu übersetzen, dass sie gesellschaftliche Bedürfnisse, Werte und Erwartungen erfüllen.

Durch eine Bedarfsanalyse konnte ein tieferes Verständnis der spezifischen Transferhemmnisse der unterschiedlichen TV erlangt werden. Das zusammengeführte praktische und theoretische Wissen zu den Transferhemmnissen wurde in Form eines Whitepapers zusammengestellt.
Basierend auf den Erkenntnissen zu den Transferhemmnissen wurden anspruchsgruppen-spezifische Strategien und Instrumente entwickelt und in einer Toolbox zusammengetragen. Diese Toolbox wurde im Verlauf des Projektes stetig erweitert und schließlich als Open-Access-Buch im Springer Verlag veröffentlicht.

Mobiler Innovationstrailer (opentruck)

sp_imageText
Foto: FH Münster/Christian Trick

Um die Projektthemen und all die spannenden Ergebnisse der Teilvorhaben "erfahrbar" zu machen, hat das Teilvorhaben "mobiler Innovationstrailer" einen Sattelauflieger unseres Kooperationspartners Schmitz Cargobull AG als opentruck zu einer Informations- und Kommunikationsplattform umgebaut.

Studierende der FH Münster aus den Fachbereichen Design, Maschinenbau und Oecotrophologie · Facility Management entwarfen gemeinsam mit ihren Professor*innen das Konzept und begleiteten fachlich teilweise auch die Realisierung.

2022 war der opentruck mit seiner ersten Ausstellung "Mir schmeckt's - Ernährung erfahren" auf verschiedenen Veranstaltungen im Münsterland unterwegs.

@vis - videogestützte Visite

sp_imageText
Darstellung einer videogestützten Visite im Skills Lab am Fachbereich Gesundheit (Foto: FH Münster)

Bessere Patient*innenbehandlung durch digitale Kommunikation - dieses Ziel verfolte das Teilvorhaben "@vis - videogestützte Visite". Per Video können die Gesundheitsprofessionen ihr Wissen standort- und fachrichtungsübergreifend austauschen. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Initiative "Innovative Hochschule" wurde bei dem Kooperationspartner, dem Klinikum Westmünsterland (KWML), eine videogestützte Visite eingeführt, um die Kommunikation zwischen den Gesundheitsprofessionen sowie zwischen den Patient*innen und den Gesundheitsprofessionen zu verbessern. Dabei sollten räumliche Distanzen überwunden, gemeinsame Expertise genutzt und Technik nutzer*innenorientiert eingesetzt werden, um Ressourcen zu schonen und vor allem die Patient*innenbehandlung zu verbessern.

Ideenaufruf für Innovative Vorhaben im Münsterland

sp_imageText

In dem Teilvorhaben "Ideenaufruf für Innovative Vorhaben im Münsterland" wurden innovative Ideen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich durch Machbarkeitsstudien gefördert.
Insgesamt sieben Machbarkeitsstudien konnten im Rahmen des Projekts umgesetzt werden:

  • Potenzialstudie zum Regionalentwicklungskonzept Triple L-T (Lienen, Ladbergen, Lengerich, Tecklenburg)
  • Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer Lokalen Anlauf- und Vernetzungsstelle Gesundheit (LAuV-Gesundheits-Treffpunkt)
  • epA-Mentorship: Erwerbstätige pflegende Angehörige (epA) im Fokus partnerschaftlichen Wissenstransfers von Unternehmen im Handwerk
  • Liv - Digitale Lösung (App) zur Unterstützung pflegender Angehörige
  • Online-basiertes präoperatives physiotherapeutisches Management von Patienten vor viszeralen Operationen
  • Service Learning und Social Entrepreneurship
  • Potentiale der Prüftechnik bei der Versorgung mit Unterschenkel-Orthesen

Gemeinschaft zwischen Tradition und Wandel (Dorf 4.0)

sp_imageText
Foto: FH Münster/Moritz Schäfer

Das Teilvorhaben "Gemeinschaft zwischen Tradition und Wandel (Dorf 4.0)" entwickelte die App "Dorfgeschnatter", die Dorfbewohner*innen den Alltag erleichtern und sie auf kurzem Weg zusammenbringen soll. Sie entstand in enger Zusammenarbeit mit der Dorfgenossenschaft "Use Dorp, use Heimat eG" in Ellewick-Crosewick.

Die App kann die nachbarschaftliche Hilfe sowie den privaten Austausch digital abbilden. Weiterhin können Termine und kurzfristige Abstimmungen für Vereine und Gruppen organisiert werden. Ein Mitbring-Service koordiniert die Nahversorgungen und ein Mitfahr-Service verbessert die Mobilität vor Ort indem Fahrtwünsche gesammelt, gebündelt und vermittelt werden.

Kommt Gesundheit an?

sp_imageText
Prof. Dr. Volker Gehrau (WWU) erläutert Studienergebnisse in einem Workshop im Mai 2022 (Foto: FH Münster)

Mit dieser Frage haben sich Teams der WWU Münster und der FH Münster beschäftigt und haben unterschiedliche Aspekte der Gesundheitskommunikation in münster.land.leben bearbeitet.
Ziel war die Entwicklung von Strategien, Formen und Formaten für zielgruppenspezifische Angebote zur Vermittlung von Gesundheitsinformationen.

Das Teilvorhaben lieferte Bausteine für Instrumente eines wirksamen Science/Society-Ansatzes - u.a. durch Berücksichtigung und Analyse transferferner Gruppen. Neben massenmedial vermittelter Informationen können dabei auch personalkommunikative Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zu wirkungsvoller Gesundheitskommunikation leisten.

Health Mobi Service

sp_imageText
Teilprojektkoordinatorin Alina Clames (Foto: FH Münster/Anne Holtkötter)

Das Teilvorhaben "Health Mobi Service" hatte zum Ziel, die Versorgungsstruktur bezüglich ehrenamtlicher Hilfsangebote im Münsterland zu untersuchen und Optimierungsmöglichkeiten zu finden. Durch Umfragen und Interview-Studien fanden wir heraus, was die aktuellen Herausforderungen beim Hilfesuchen sind, und wie diese beantwortet werden können. Auf Basis dieser Ergebnisse wurde das Konzept der "Hilfslotsen" entwickelt. Hilfslotsen sollen auf kommunaler Ebene Hilfesuchende mit Hilfeanbietenden verbinden und diese zueinander vermitteln.
Um das Konzept selbstständig implementieren zu können, wurde ein "Instrumentenkoffer" erstellt, in dem das Konzept, Erfolgsfaktoren, sowie mögliche Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten, Informationen zur Beratung ehrenamtlicher Hilfsangebote, ein Katalograhmen, in dem die lokalen Hilfsangebote eingetragen werden können, und ein Stellenanforderungsprofil für die Hilfslotsen zu finden sind. Um erfassen zu können, welche Hilfsangebote in welchem Maße über das Hilfslotsen-Angebot vermittelt wurden, können die Vermittlungen in einer Excel-Tabelle dokumentiert werden. Ein Muster für solch eine Schichtdokumentation kann mit dem Instrumentenkoffer heruntergeladen werden.

Archiv - Beiträge aus dem Projekt

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Seite drucken