Münsterländer zufrieden mit regionaler Gesundheitsversorgung

Wie zufrieden sind die Menschen in Münster und im Münsterland mit ihrer lokalen und regionalen Gesundheitsversorgung? Angesichts der Corona-Pandemie hat die Frage des Zugangs zu Ärztinnen und Ärzten sowie Krankenhäusern große Bedeutung gewonnen. Eine repräsentative Befragung von 600 Bürgerinnen und Bürgern im Alter zwischen 18 und 80 Jahren Anfang Mai dieses Jahres gibt Aufschluss über die Einschätzung des Gesundheitswesens im Münsterland - und dokumentiert eine insgesamt hohe Zufriedenheit mit der örtlichen Gesundheitsversorgung.

Die Menschen im Münsterland sind überwiegend zufrieden mit den regionalen Gesundheitsangeboten. Das betrifft vor allem das Angebot an Apotheken, mit dem 93 Prozent der Befragten zufrieden sind, sowie das Angebot an Hausärztinnen und Hausärzten, das rund 84 Prozent für zufriedenstellend halten.  Zwei Drittel der Befragten zeigen sich zufrieden mit dem Zugang zu Fachärztinnen und Fachärzten sowie zu Krankenhäusern. Die Zufriedenheitswerte für Angebote der Rehabilitation, der Gesundheitsberatung, der Physiotherapie bzw. für Sport und Fitness liegen zwischen 45 und 60 Prozent.

Regionale Unterschiede bei Einschätzung zum Münsterländer Gesundheitswesen

Ungeachtet der überwiegenden Zufriedenheit mit dem regionalen Gesundheitsangebot verdeutlichen die Daten ferner, dass die Bewertung der Gesundheitsversorgung zwischen den Regionen recht unterschiedlich ausfällt. Dies gilt beispielsweise für die Zufriedenheit mit Krankenhäusern, Hausärzten und Fachärzten. Insbesondere mit Blick auf das Hausarztangebot gibt es auffällige Unterschiede. In Münster sind 88 Prozent der Befragten zufrieden mit diesem Angebot, im Kreis Borken sind es nur 78 Prozent. Drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger sind mit der krankenhäuslichen Versorgung in Münster und Borken zufrieden; in Coesfeld und Warendorf liegen die Zufriedenheitswerte etwas darunter. Deutlich weniger zufrieden sind die Menschen im Kreis Steinfurt; hier bringen nur 62 Prozent der Befragten ihre Zufriedenheit zum Ausdruck. Auch in Bezug auf das Angebot an Fachärztinnen und Fachärzten ist die Zufriedenheit in Münster am höchsten (76 Prozent). In den umliegenden Kreisen liegen die Zahlen deutlich niedriger.

Bei einem insgesamt hohen Niveau von Zufriedenheit zeigt sich also ein Stadt-Land-Gefälle: Die höhere Zufriedenheit der Münsteranerinnen und Münsteraner lässt sich durch die kürzeren Wege zu den Gesundheitsangeboten sowie das deutlich größere Angebot an Ärzten erklären. Es sind aber auch Unterschiede zwischen den Kreisen festzustellen: So gibt es im Kreis Steinfurt eine relativ geringe Zufriedenheit mit dem Krankenhausangebot. In den Kreisen Borken, Steinfurt und Warendorf wiederum liegt der Anteil der Ärztinnen und Ärzte über 65 Jahre etwas höher als in Münster und im Kreis Coesfeld; folglich sich hinsichtlich der Fachärzte-Versorgung Handlungsbedarf ergeben.

Alter ebenfalls entscheidend für die Zufriedenheit mit regionaler Gesundheitsversorgung

Abgesehen von regionalen Unterschieden hängt die Zufriedenheit mit den Gesundheitsangeboten stark vom Alter der Befragten ab. In der Tendenz steigt die Zufriedenheit mit den Gesundheitsangeboten mit zunehmendem Alter an. Zur besseren Darstellbarkeit wurden die Befragten in drei Altersgruppen eingeteilt: die 18- bis 35-Jährigen, die 36- bis 59-Jährigen und die über 60-Jährigen. Wer über 60 Jahre alt ist, äußert sich in Münster zufriedener mit der Fachärzteversorgung als die 18- bis 35-Jährigen. Ansonsten finden sich in Münster nur geringe Altersunterschiede. In den Kreisen Steinfurt und Warendorf sind die Älteren durchweg zufriedener mit den Gesundheitsangeboten als die Jüngeren. Hier gilt es zu ermitteln, warum gerade die Jüngeren unzufrieden sind und durch welche Veränderungen man in dieser Altersgruppe eine größere Zufriedenheit erreichen könnte. Für den Kreis Borken stellt sich die Frage, wie die Attraktivität von Gesundheitsangeboten insbesondere für die Altersgruppe zwischen Mitte 30 und Ende 50 gesteigert werden könnte.

Große Überschneidungen bei Informations- und Gesundheitsverhalten

Zur Befragungszeit im Mai war die Gesundheitslage durch Corona angespannt. In der Studie wurde die Frage aufgeworfen, wie sich die etwas schlechtere Gesundheitsinfrastruktur sowie die geringere Zufriedenheit mit dieser in den Kreisen des Münsterlandes in Krisenzeiten wie Corona auswirkt. Zum einen wäre naheliegend, dass sich die Bevölkerung in den Landkreisen häufiger und über mehr Kanäle über Corona informiert als in Münster, um Gesundheitsgefahren zu vermeiden und damit die Defizite bei der Gesundheitsversorgung auszugleichen. Das ist aber nicht der Fall. Bei der Nutzung von Informationsquellen über Corona gibt es kaum systematische Unterschiede. Auch haben sich die Menschen im Umland von Münster Ende April/Anfang Mai nicht grundlegend anders verhalten als die Menschen in Münster, um sich vor Corona zu schützen.

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