Im Zentrum steht der Münsterländer - Regionale Gesundheitskommunikation aus Branchensicht

Wie ist das Münsterland als ländliche Region im Gesundheitsbereich aufgestellt? Über welche Kanäle kommunizieren Gesundheitsakteure mit den Bürgerinnen und Bürgern? Und welche Trends werden mittelfristig in der Gesundheitskommunikation erwartet? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, haben die WWU-Projektpartner von münster.land.leben zwischen Oktober 2019 und März 2020 Interviews mit Experten der regionalen Gesundheitsbranche geführt. Konkret befragte das Forscherteam des Instituts für Kommunikationswissenschaft Geschäftsführer und Kommunikationsverantwortliche von Kliniken, Trägergesellschaften, Krankenkassen, Ärztenetzwerken, Interessensverbänden sowie Pharmaunternehmen.

Die Expertinnen und Experten im Gesundheitssektor zeichnen ein differenziertes Bild von den Vorteilen und Herausforderungen einer ländlichen Region. Das Münsterland besticht einerseits durch seine günstigen ökonomischen Bedingungen, seine Innovationskraft sowie seine festen sozialen Strukturen. Andererseits macht sich im Gesundheitssektor bereits jetzt der demografische Wandel bemerkbar: Mit den Patienten altert auch das medizinische Fachpersonal. Um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal für die Einrichtungen im Münsterland anzuwerben, werden zahlreiche Anstrengungen unternommen. Ganz praktisch heißt das, dass intensive Rekrutierungsmaßnahmen gestartet werden, indem die Stärken und Vorzüge der Einrichtung betont werden: "Wir sind ein guter und attraktiver Arbeitgeber, der sich kümmert. Bei uns bekommst du individuelle Lösungen für deine Teilzeit oder für die Pflege deiner Eltern. Wir sind ein großes Team und danke, dass du dabei bist " so die Einschätzung des Kommunikationsverantwortlichen einer Trägergesellschaft.

Wer sich für Gesundheitsthemen interessiert, kann aus zahlreichen Informationskanälen wählen, um qualifizierte Antworten zu finden. Denn Gesundheitseinrichtungen im Münsterland versuchen, dem veränderten Mediennutzungsverhalten Rechnung zu tragen und kommunizieren auf breiter Basis. Der Leiter einer Krankenkasse ist überzeugt: "Wenn man in die Region hineinwirken will, muss man entsprechend neue Wege der Vernetzung gehen. Man muss versuchen, die Angebote zu den Menschen hinzubringen, mit den Kanälen zu arbeiten, mit denen die Menschen auch sonst arbeiten."

Kommunikationsverantwortliche greifen sowohl auf traditionelle als auch auf Online-Kommunikationskanäle zurück, um für alle Zielgruppen nahbar zu bleiben. Zu den traditionellen Angeboten zählen klassische Medien wie Tageszeitungen, Fernsehen und Radio, aber auch Informationsbroschüren oder Mitgliederzeitschriften. Im Online-Bereich sind die Internetauftritte von regionalen Gesundheitseinrichtungen die erste Anlaufstelle, um sich über das Leistungsspektrum zu informieren. Eine direktere Interaktion erfolgt über Social Media oder (seltener) über Mitglieder-Apps, was vor allem für jüngere Zielgruppen hohe Relevanz hat.

Daneben kommt der persönlichen Präsenz im Münsterland besondere Bedeutung zu: Servicezentren von Krankenkassen, Informationsveranstaltungen, Aufklärungsaktionen und Formate wie "Tage der offenen Tür" treffen auf großen Zulauf bei Interessierten.

Der Blick in die Zukunft offenbart, dass sich der Kommunikationsmix aus traditionellen und Online-Kanälen immer stärker in Richtung Online verschiebt. Überhaupt wird Digitalisierung als treibende Kraft bewertet, welche nicht nur in der Gesundheitskommunikation eine Rolle spielt, sondern auch in der Prävention und Behandlung von Patienten - beispielsweise in Form von telemedizinischen Behandlungen. Die Anwendbarkeit solcher Behandlungsformen im ländlichen Raum wird momentan erörtert, die Umsetzung befindet sich aber noch in der Erprobungsphase.

Insgesamt ist die Gesundheitsbranche des Münsterlandes für die Digitalisierung der Gesundheitskommunikation gut gerüstet: So treten auch kleinere Organisationen als Innovationsmotoren auf und gehen neue Wege der Kommunikation mit ihren Zielgruppen. Generell gilt aber, dass größere Organisationen über mehr Ressourcen verfügen, was zu personell besser ausgestatteten Kommunikationsabteilungen führt. Sichtbar wird dies daran, dass größere Organisationen den digitalen Wandel besser bewältigen und Zukunftstrends schneller aufgreifen als kleinere Einrichtungen.

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