Projekt

Jeder Mensch kann in eine Situation kommen, in der er auf Hilfe von außen angewiesen ist, sei es durch Krankheit, Alter oder einfach eine schwierige Lebenssituation. Sich Hilfe zu suchen, kann zur kaum lösbaren Herausforderung werden, besonders in ländlich geprägten Regionen mit fernliegenden Versorgungsangeboten. Die bestehenden Lücken werden zurzeit vorwiegend durch interfamiliäre/nachbarschaftliche Hilfe geschlossen. Da dies häufig nicht ausreichend ist, sollen im Teilvorhaben Health Mobi Service nun zwei Gruppen zusammengeführt werden:

1. Hilfsbedürftige Personen
2. Personen mit der Bereitschaft, Versorgungsleistungen für andere Menschen zu erbringen.

Health Mobi Service fasst die bestehenden Hilfsangebote zusammen und plant einen Hilfsprojekt-Katalog für jeden Kreis im Münsterland. Hilfsbedürftige Menschen sollen nicht lange nach Hilfe suchen müssen, sondern können sich mit Hilfe des Kataloges mit einem Projekt in ihrer Umgebung in Verbindung setzen. Es werden Projekte rausgesucht, die die verschiedenen Arten von Hilfen, die üblicherweise benötigt werden, widerspiegeln und anbieten, z.B. Einkaufshilfen, Fahrdienste, Gesellschaft, oder allgemeine und unterstützende Tätigkeiten im Haushalt.
Durch die Bekanntmachung und Organisation der bereits bestehenden Projekte soll ein nachhaltig nutzbares Versorgungsangebot im Münsterland etabliert werden. Angestrebt ist, neben dem Katalog, eine zentrale Anlaufstelle in Form eines Dienstleistungsunternehmens zu gründen, das die skizzierten Hilfsangebote unter einem Dach vereint und dabei neue Arbeitsplätze schafft. Ein Geschäftsmodell wird erarbeitet und dessen Umsetzung auf den Weg gebracht. Health Mobi Service liefert eine "Blaupause" für die Umsetzung eines inklusiven Dienstleistungsangebots, das die Partizipation der beiden o.g. Gruppen sicherstellt.
Dabei kann auf Vorarbeiten aufgesetzt werden. Wichtiger Input entsteht auch durch den intensiven Austausch mit weiteren Teilvorhaben von münster.land.leben., sowie durch das Aufgreifen der dort gewonnenen Erfahrungen.

Umfrage der Use-Lab GmbH zu Hilfsangeboten im Münsterland

In der aktuellen Krisensituation brauchen viele Menschen Unterstützung. Der direkte Kontakt zueinander ist eingeschränkt und es werden verstärkt Probleme sichtbar, die bereits länger existieren. So gibt es aktuell viele Menschen, die sich nicht selbstständig versorgen können und Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen oder bei anderen Aufgaben benötigen. Andere wiederum suchen einfach jemanden, mit dem sie sich austauschen können. Gleichzeitig sehen wir, dass viele Menschen helfen wollen.
Im Rahmen des Teilvorhabens "Health Mobi Service" hat die Use-Lab GmbH einen Fragebogen entworfen, der anonymisiert untersuchte, welche Hilfe allgemein und aktuell benötigt wird, welche Angebote bereits bestehen und wie Hilfeanbietende und Hilfesuchende zusammengebracht werden können.
255 MünsterländerInnen nahmen an der Umfrage teil und gaben an, dass vor allem Hilfe im oder ums Haus (z.B. Reinigungsarbeiten), im Alltag (z.B. Einkaufen) oder bei der Kinderbetreuung benötigt wird, und dass diese momentan hauptsächlich privat, das heißt durch Familie und Nachbarn, gestemmt wird. Laut Umfrage wird nur ca. ¼ der geleisteten Hilfe von Vereinen, Kirchengemeinden und Diensten gestellt.
Hilfegesuche und -Angebote wurden zu ¾ über Bekannte, Familie und Freunde gesucht oder gefunden. Der nächstgrößere Anteil sind Vereine und (Kirchen)gemeinden, gefolgt vom Internet. An letzter Stelle stehen Printmedien.
Wir sehen also, dass das soziale Umfeld eine große Rolle spielt, wenn es darum geht, Unterstützung im Alltag zu bekommen. Eine zentrale Anlaufstelle in Form eines Kataloges und Dienstleistungsunternehmens würde dafür sorgen, dass auch abseits und allein lebende Menschen einen erleichterten Zugriff auf Hilfsangebote haben.

Interview-Studie über aktuelle Hilfsangebote im Münsterland

Es gibt im Münsterland bereits eine Reihe an Hilfsangeboten für Menschen, die durch Alter oder Krankheit in ihrer Teilhabe an der Gesellschaft eingeschränkt sind. Zu wissen, wie genau solche Projekte entstanden sind, wie die Alltagsabläufe aussehen, und wie Hilfsbedürftige darauf aufmerksam werden, macht es uns möglich, das Versorgungsangebot und den Bedarf tiefgehender zu erfassen und Optimierungsmöglichkeiten zu finden, um Hilfeanbietende und Hilfesuchende, auch in ländlichen Regionen, zusammenzubringen.
Deshalb führt die FH Experten-Interviews mit Repräsentanten von zehn unterschiedlichen Hilfsangeboten durch. Forschungsleitend ist dabei die Fragestellung nach der Intention zur Gründung eines solchen Hilfsangebotes, der praktischen Realisierung und Umsetzung sowie der ableitbaren positiven und negativen Erfahrungen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen somit Faktoren, die eine langlebige Gestaltung und Umsetzung eines solchen Hilfsangebotes begünstigen, welche Art von Angeboten in welchen Regionen besonders gut funktionieren und gebraucht werden und wie sowohl Ehrenamtler, als auch beruflich sozial engagierte Menschen, am besten in ihren Vorhaben unterstützt werden können. Grade im aktuellen Zeitgeschehen ist Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Vorhaben sozial eingestellter Menschen, die ein Auffangnetz in unserer Gesellschaft bilden, von großer Bedeutung.

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