Systemischer Berater und Supervisor Thomas Oelschläger mit dem Netzwerkmanager Kolja Heckes (Foto: FH Münster/Kolja Heckes)

"Man müsste mal" gibt es viele - doch wie wird aus einer guten Idee ein konkretes Projekt, das bei den Menschen ankommt? reges:TuN will diese Lücke schließen. Die neue Formatreihe des Gesundheitsförderungsnetzwerkes reges:BOR begleitet Projektvorhaben von der groben Konzeption bis zur Projektreife. Die erste Runde beschäftigt sich mit Projektvorhaben, die erwerbstätigen pflegenden Angehörigen zu Gute kommen sollen. Existierende Projektvorhaben, die in Organisationen noch in der Schublade liegen und mangels passender Partner, kritischer Mitdenker oder einer Finanzierungsidee noch nicht umgesetzt werden konnten, werden durch ein Team des Netzwerkes reges:BOR über sieben thematische Sitzungen hinweg begleitet. Auch individuelle Beratung findet statt, wenn gewünscht.

Beobachtung: Verstärkte Belastung in der Coronazeit

Die Idee zu einer konkreten Projektbegleitung entstand durch einen Kontakt zu dem Münsteraner systemischen Berater und Supervisor Thomas Oelschläger. Er beobachtete in der Coronazeit eine verstärkte Belastung in Familiensystemen und Lebenswelten - und ganz besonders bei pflegenden Angehörigen. Aus seiner Beobachtung erwuchsen weitere Fragen. "Wir sehen in dieser Gruppe große Verunsicherung und Zukunftsängste, auch in Bezug auf das Alltagsleben und emotionale Bereiche", fasst Thomas Oelschläger den ersten Impuls zusammen. "Aber wo und wie gibt es individuelle Unterschiede? Verschiedene Belastungen bei Menschen in der Stadt oder auf dem Land, mit verschiedenen Bildungshintergründen, bei Frauen oder Männern? Diese roten Linien wollen wir ausloten. Das war unser Ausgangspunkt: viele offene Fragestellungen."

Oelschläger wandte sich an das Forschungsprojekt reges:BOR. Hier laufen bereits viele Fäden zusammen: Daten und Zahlen über erwerbstätige pflegende Angehörige, aber auch Erfahrungen der Netzwerkpartner, die in diesem Bereich tätig sind. Oelschläger sagt: "Eine Gefahr liegt darin, von vielen scheinbar gesicherten Vorannahmen auszugehen, aber die passen nicht immer. Bei den Bedarfen dürfen wir zudem nicht immer nur die Angehörigen in den Blick nehmen, sondern auch die Pflegebedürftigen sowie die Pflegekassen und die Forschung." Erst wenn man die individuellen und im jeweiligen Lebenskontext stehenden Bedarfe kennt, können bedarfsgerechte Projekte zur Verbesserung der Situation beitragen. 

Weitere Projektvorhaben in der Pipeline

Thomas Oelschläger und sein Projekt-Kollege Andreas Schulte-Hemming vom Institut HeurekaNet werden nun ab Ende Januar von reges:TuN unterstützt. Gemeinsam überlegen sie, welche Projektvorhaben aus den Beobachtungen erwachsen und wie sie letztlich ins Machen überführt werden können. Oelschläger und Schulte-Hemming werden nicht die einzigen sein: "Wir haben in unserem Fachkreis "Erwerbstätige pflegende Angehörige" nach Projektvorhaben gefragt, die wir gemeinsam "inkubieren" können", so reges:BOR-Netzwerkentwickler Kolja Heckes. "Das ist ein wirklich gutes Angebot: Mit uns bringen die Partner Projekte ins Leben, die sonst gerade in dieser Zeit wenig Chancen hätten. Und das kostenlos, mit dem geballten Knowhow eines ganzen Netzwerkes und sogar finanziellen Förderungsideen."



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