Begriffsverständnis von Teilhabe

Das TeWoGe-Team hat gemeinsam ein Verständnis des Begriffs Teilhabe erarbeitet und formuliert:

Grundlage der Aktivitäten im Forschungsschwerpunkt "TeWoGe" ist das Recht aller Menschen, entsprechend ihrer vielfältigen persönlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Merkmale, ein gleichberechtigtes Leben in allen Lebensphasen und allen Lebensbereichen führen zu können. Diesen Lebensbereichen lassen sich neun Teilhabefeldern zuordnen: Bildung, Arbeit, Kultur, soziale Beziehungen, Mobilität, Wohnen, private Alltagsversorgung, Sicherheit, Politik/Öffentlichkeit. Im Rahmen dieser Teilhabefelder geht es um die Chance, eingebunden zu sein. Die Möglichkeit, diese Chancen aufzugreifen und damit gleichberechtigt teilzuhaben, ist abhängig vom Grad der Autonomie, der sich aufgrund der gesellschaftlichen Bedingungen sowie der individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse ergibt.

Für die Gestaltung der Chancen innerhalb der Teilhabefelder sind drei Regler von Bedeutung:

  • Die gesellschaftliche Rahmensetzung beinhaltet die aktuell geltende Rechtsprechung, Normen, Werte u.ä.. Hierbei gestaltungsgebend können soziale Systeme und Settings wie Kommune, Quartier aber auch Institutionen sein.
  • Der zweite Regler verdeutlicht die Möglichkeit des Individuums, bestehende Rahmenbedingungen (bspw. Infrastruktur, soziales Umfeld, Leistungsansprüche auf Maßnahmen, Produkte, Dienstleistungen) in Anspruch zu nehmen ("Konsument").
  • Der dritte Regler bildet das Individuum als Gestalter ab, das die Möglichkeit zur Anregung neuer und/oder Veränderung bestehender Rahmenbedingungen ergreifen kann ("Initiator").

Teilhabe wird vor diesem Hintergrund verstanden als das in den Teilhabefeldern zu erhaltende und/oder zu fördernde gleichberechtigte Leben in Vielfalt, das aus dem interaktiven Zusammenwirken der drei Regler resultiert.

Teilhabe wird damit auf der Handlungsebene des Forschungsschwerpunktes ("Forschungsauftrag") zur Ergebnisdimension.

Struktur von TeWoGe

TeWoGe ist ein Forschungsschwerpunkt, in dem Beteiligte verschiedener Fachbereiche der FH Münster und externe Kooperationspartnerinnen und -partner zusammenarbeiten.
Struktur des Forschungsschwerpunktes TeWoGe
Struktur des Forschungsschwerpunktes TeWoGe

TeWoGe-Koordinierungs-Team

Das TeWoGe-Koordinierungs-Team arbeitet eng mit der wissenschaftlichen Leitung und den Forschungsliniensprechern zusammen. Gemeinsam sind sie verantwortlich für Aufbau, Durchführung, Ausbau und Verstetigung des Forschungsschwerpunktes. Insbesondere ist das Team für die Entwicklung von Kommunikationsstrukturen sowie für das Projekt- und das Qualitätsmanagement zuständig. Es trägt mit der Schaffung von klar gegliederten, transparenten und effizienten Strukturen und Arbeitsabläufen somit wesentlich zur Zielerreichung des Forschungsschwerpunktes bei. Vernetzungs- und Transferaktivitäten sind weitere wesentliche Aufgaben des Teams. Damit werden die Anschlussfähigkeit und Sichtbarkeit des Forschungsschwerpunktes gestärkt.

TeWoGe-Forschungslinien

Der Forschungsschwerpunkt TeWoGe ist aktuell in drei Forschungslinien aktiv:

  • Gestaltung von Lebenswelten
  • Gestaltung gesundheitlicher Versorgung
  • Curriculumsentwicklung

Forschungslinie "Gestaltung von Lebenswelten" (A)

In der Forschungslinie Gestaltung von Lebenswelten liegt der Fokus darauf zu untersuchen, wie Lebenswelten (u.a. Wohnraum, Quartier, bürgerschaftliches Engagement, Medien) unter Berücksichtigung alterstypischer und oftmals multipler Problemlagen so gestaltet werden können, dass Menschen in ihrem Alltag möglichst selbstbestimmt leben können.

Forschungslinie "Gestaltung von Versorgung" (B)

Die Forschungslinie Gestaltung gesundheitlicher Versorgung zielt darauf, Gesundheits- und / oder Teilhabeeinschränkungen zu verhindern oder zu verzögern. Dies soll gelingen über Optimierung und Entwicklung von innovativen Prozessen innerhalb verschiedener Versorgungsfelder. Zu diesen zählen unter anderem der Zugang zur Versorgung, das Nahtstellenmanagement, die (Medizin-)Technik, die Tele-Versorgung und spezifische Behandlungsprogramme.

Forschungslinie "Curriculumsentwicklung" (AB)

Die Forschungslinie Curriculumsentwicklung zielt auf die Sensibilisierung für persönliche und umgebungsbedingte Faktoren, die einen Einfluss auf die Teilhabe, die Lebensqualität und das Wohlbefinden haben. Dies soll gelingen über eine Verankerung von teilhabe- und wohlbefindensbezogenen Inhalten in Studiengängen und außerhochschulischen Bildungsangeboten.

Öffentlichkeitsarbeit

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