In der jungen akademischen Entwicklung der Therapieberufe in Deutschland hat der Studiengang Therapie- und Gesundheitsmanagement - Fachrichtung Physiotherapie oder Logopädie bereits Tradition: Als erster dualer Studiengang in NRW wurde er zum Wintersemester 2007/2008 akkreditiert und ist seit dem WS 2010/2011 einer von 3 Modellstudiengängen für Therapieberufe in NRW. Ein erfolgreicher Abschluss beinhaltet

  • nach 6 Semestern die staatliche Anerkennung mit der Erlaubnis die Berufsbezeichnung Logopädin / Logopäde oder Physiotherapeutin / Physiotherapeut zu führen,
  • nach 8 Semestern den akademischen Grad "Bachelor of Science" (B.Sc) Therapie- und Gesundheitsmanagement - Physiotherapie bzw. "Bachelor of Science" (B.Sc) Therapie- und Gesundheitsmanagement - Logopädie.

Welche Arten von Ausbildung und Studium gibt es für Therapeuten?

Grundsätzlich kann in Deutschland zwischen 3 Varianten unterschieden werden:

  • klassische Ausbildung ohne Studium
  • grundständiges Studium in Physiotherapie oder Logopädie mit Bachelorabschluss
  • duales Studium mit Bachelorabschluss, wobei in unterschiedlicher Form Ausbildung und Studium miteinander verbunden werden können.

Wie sieht das Münsteraner Modell aus?

Der Fachbereich Gesundheit bietet gemeinsam mit den kooperierenden Fachschulen des Universitätsklinikums Münster (UKM) den Bachelorstudiengang "Therapie- und Gesundheitsmanagement " als ein ausbildungsintegriertes duales Vollzeitstudium an. Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester und beinhaltet die staatliche Anerkennung zur Logopädin oder Physiotherapeutin und den akademischen Grad Bachelor of Science (B.Sc.).

Das Besondere am ausbildungsintegrierten dualen Münsteraner Modell ist, dass vom 1. Semester an Ausbildung und Studium gemeinsam erfolgen:
Die Studierenden absolvieren fachspezifische Module an der Schule für Logopädie oder Physiotherapie des UKM und fachübergreifende Module an der Fachhochschule. In den beiden letzten Studiensemestern ermöglichen Wahlvertiefungsveranstaltungen und interdisziplinäre Projekte eine individuelle Schwerpunktsetzung.

Studieninhalte und Ausbildungshalte werden sowohl für das Staatsexamen als auch für den Bachelor-Abschluss wechselseitig anerkannt. Durch den dualen Charakter ergeben sich bis zum B.Sc. Abschluss 4 Studienjahre. Bislang waren eine 3 - jährige Ausbildung und ein anschließendes 3 - jähriges Bachelorstudium der übliche Weg.


Universitätsklinikum Münster (UKM)

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Studienvoraussetzungen

Voraussetzung für die Aufnahme des Studiums ist

  • die Fachhochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Qualifikation

und

  • der Nachweis eines Ausbildungsverhältnisses mit einer der Fachschulen, die mit dem Fachbereich Gesundheit der Fachhochschule Münster im Rahmen des Studienganges Therapie- und Gesundheitsmanagement kooperieren.

Die Vergabe der Ausbildungs- bzw. Studienplätze nehmen die Fachschulen des UKM vor. Sobald die Bewerber einen Ausbildungsplatz erhalten haben, ist ihnen der Studienplatz am Fachbereich Gesundheit sicher. Pro Studienjahr stehen für beide Fachrichtungen zusammen etwa 35 Plätze zur Verfügung.

Bewerbungszeitraum:

  • an der Schule für Logopädie 1. Oktober bis 30. November des Vorjahres
  • an der Schule für Physiotherapie 1. Juni bis 15. November des Vorjahres

Beratung und Informationen im Vorfeld des Studiums
Studieninteressierten wird empfohlen, eines der folgenden Angebote zu nutzen:


Studienziele? Wozu dient das Studium?

Das Studium qualifiziert für eine wissenschaftlich fundierte Tätigkeit als Therapeutin / Therapeut und für Aufgaben aus dem Management, wie Planung und Umsetzung von Therapieangeboten, Qualitätssicherung, Projektarbeit in den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung, Rehabilitation und Personalentwicklung.

Darüber hinaus können sich die Absolventen des Bachelor-Studienganges für eine Weiterqualifikation in einem Masterprogramm bewerben.

Wo arbeiten die Bachelor?

Die Arbeitsbereiche der Therapeuten mit Bachelorabschuss sind zum einen in den "klassischen" Institutionen wie Praxen, Rehabilitationskliniken, Krankenhäusern / Akutkliniken und Bildungseinrichtungen und zum anderen in neuen Arbeitsfeldern wie Forschung, Entwicklung und Beratung. Als akademische Pioniere ihres Berufsfeldes müssen die Absolventen initiativ und kreativ auch neue Aufgaben und Arbeitsplätze im Gesundheitswesen erschließen bzw. diese mit entwickeln.

Häufig gestellte Fragen:

Warum parallel zur Ausbildung studieren?
Das Studium ist die Antwort auf das veränderte Aufgabenspektrum und die gestiegenen Qualifikationsanforderungen in den Therapieberufen und der Anschluss an das europäische und internationale Ausland, in dem die Ausbildungen bereits seit langem überwiegend als Hochschulstudium stattfinden. Das Studium trägt auch zu der vom Gesetzgeber geforderten Weiterentwicklung der Therapieberufe bei, die sich zukünftig auch in einer Reform der Berufsgesetze niederschlagen wird.

Warum Therapie- und Gesundheitsmanagement?
Exzellentes Fachwissen alleine reicht nicht mehr aus, um im Gesundheitswesen handlungskompetent zu sein und Therapie- und Gesundheitsmanagement ist mehr als das wirtschaftliche Führen von Einrichtungen.
Therapie- und Gesundheitsmanagement bedeutet

  • als Therapeut einzutreten für eine dem Menschen und seinem sozialen und kulturellen Umfeld zugewandte, ganzheitliche und verschiedene Perspektiven umfassende Sicht von Gesundheit und Krankheit
  • Entwicklung von patientenzentrierten, partizipativen und interdisziplinär ausgerichteten Leistungsangeboten in der Gesundheitsversorgung und in der Gesundheitsförderung, die eine Nutzung und Stärkung von Ressourcen und Potentialen bei allen Beteiligten garantieren und die ethisch und ökonomisch angemessen sind
  • wissenschaftlich fundierte Vorgehensweise bei der Planung und Entwicklung, bei der Umsetzung und bei der kritischen Würdigung und Evaluation von Therapieprozessen
  • Suche nach Prozesslösungen statt isolierten Produktlösungen

Welche Kompetenzen werden erworben?
Um auf die vielfältigen und zukünftig neuen Anforderungen vorbereitet zu sein, erwerben die Studierenden im Studiengang Therapie- und Gesundheitsmanagement neben der staatlichen Anerkennung zur Berufsausübung folgende Kompetenzen:

  • die Befähigung, die patienten-/klientenzentrierte Perspektive und die Perspektive der Organisation im therapeutischen Handeln gleichermaßen zu berücksichtigen
  • die Befähigung zur Planung und Umsetzung von Therapieangeboten in unterschiedlichen Versorgungskontexten
  • die Befähigung zu multiprofessioneller Zusammenarbeit
  • die Befähigung zu methodisch kontrolliertem und evidenzbasiertem Handeln
  • die Befähigung zur Konzeption und Durchführung qualitätssichernder Maßnahmen
  • die Befähigung, die Perspektive der gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen mit der fachdisziplinären Perspektive zu verschränken.



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