Professionelle Pflege befindet sich im Wandel. Die beruflichen Anforderungen steigen und der Ruf nach evidenzbasierter Pflege wird lauter. Unser Studiengang "Pflege" in seiner dualen oder berufsbegleitenden Variante qualifiziert Sie für zukünftige Herausforderungen und neue Aufgaben in der Pflege. Parallel zur Ausbildung (duale Variante) bzw. zur praktischen Berufstätigkeit (berufsbegleitende Variante) haben Sie die Möglichkeit, einen Hochschulabschluss und damit grundlegende Kompetenzen für eine evidenzbasierte Pflege in unterschiedlichen Pflegesettings oder für eine hochschulische Weiterqualifizierung zu erwerben.

Ziele des Studiengangs

Nach Abschluss des Studiums verfügen Sie über die nötigen Kompetenzen für eine wissenschaftsbasierte Pflege. Als Pflegeexperte sind Sie in der Lage eigenständig zu handeln, pflegerische Bedarfe und Problemstellungen evidenzbasiert zu analysieren sowie Projekte und Pflegeprozesse zu steuern und zu evaluieren. Sie können Beratungen und Schulungen anbieten und auswerten. Zudem tragen Sie aktiv zu konzeptionellen Verbesserungen in Ihrem Berufsfeld bei, indem Sie Innovationen entwickeln, einführen und reflektieren.

Berufsfelder

Die enge Verzahnung von Studium und praktischer Pflegetätigkeit erweitert Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt - national wie international. Ihnen steht ein breites Spektrum an spezifischen pflegerischen Aufgabenfeldern offen, zum Beispiel:

  • Beratung
  • Implementierung neuer Konzepte
  • Praktische Pflegeforschung
  • Einführung nationaler Expertenstandards
  • Steuerung des Schmerz-, Wund- oder Entlassungsmanagements
  • Qualitätsmanagement und Projektmanagement
  • Einführung und Umsetzung neuer Pflegesysteme
  • Organisation der multiprofessionellen Zusammenarbeit

Inhalte und Studienverlauf

Grundsätzlich sind die beiden Studiengangsvarianten in ihrer inhaltlichen Ausgestaltung identisch.

Studienbriefgestützte Phase

Der Studiengang gliedert sich inhaltlich in die übergeordnete Themenbereiche Pflegewissenschaft, Versorgungsmanagement sowie Grundlagen ausgewählter Bezugsdisziplinen. In der ersten Studienphase setzen Sie sich mit wissenschaftlichen und konzeptionellen Grundlagen der Pflege auseinander. Dazu zählen Inhalte wie Pflegetheorien und -konzepte, Ethik, Gesundheitsförderung oder der Aufbau des Gesundheitswesens. Sie eignen sich Basiswissen in Bezugsdisziplinen (wie Psychologie) an und lernen Methoden des Versorgungsmanagements (wie Case-Management) kennen.

Diese grundlegenden Inhalte studieren Sie in der jeweiligen Ausgestaltung studienbriefgestützt mit Präsenzphasen. In dieser Eingangsphase stehen Ihnen unsere Lernprozessbegleiter beratend und unterstützend zur Seite. Ihr Angebot einer systematischen Praxis- und Lernreflexionen in Kleingruppen hilft Ihnen, die richtige Balance zwischen Berufspraxis und Studium zu finden - und zu halten. Sie können eventuelle Schwierigkeiten ansprechen und fachliche Fragen (zu den Studienbriefen) im direkten Gespräch klären. Über die Online-Lernplattform "ILIAS" besteht zudem die Möglichkeit, mit anderen Studierenden und Lehrenden in Kontakt zu treten.

Reguläre (Teilzeit-)Studienphase

Nachdem Sie den studienbriefgestützten Einstieg ins Studium abgeschlossen haben, studieren Sie noch drei weitere reguläre Semester an der FH. In dieser Zeit vertiefen Sie Ihr Wissen in ausgewählten Bereichen, zum Beispiel in der praktischen Pflegeforschung, in Bezug auf Klassifikationssysteme und Pflegediagnosen, in der Beratung oder im Projekt- und Qualitätsmanagement. Eingebunden in den regulären Studienbetrieb setzen Sie sich in Wahlvertiefungen und in einem Projekt individuelle Schwerpunkte. In entsprechenden studiengangsübergreifenden Angeboten lernen Sie mit Studierenden anderer Studiengänge und tauschen sich multiprofessionell aus. Auch in dieser Studienphase bestehen individuelle Lerncoaching-Angebote durch die Lernprozessbegleiter.

Darüber hinaus haben Sie Gelegenheit, über unseren Fachbereich an Exkursionen und Projekten im Ausland teilzunehmen. Die FH Münster unterstützt Sie bei der Organisation von Auslandsaufenthalten.

Im achten Semester schreiben Sie Ihre Bachelorarbeit und schließen Ihr Studium mit dem Titel "Bachelor of Science" ab.

Duale Variante

Die ersten fünf Semester studieren Sie ausbildungsbegleitend und studienbriefgestützt im Rahmen eines Fernstudiums. Während einer sechstägigen Präsenzphase pro Semester vertiefen Sie zudem Ihr Wissen gemeinsam mit Ihren Mitstudierenden vor Ort an der FH. Im fünften Semester können Sie sich voll und ganz auf Ihre berufliche Abschlussprüfung konzentrieren. Es finden keine Veranstaltungen an der Hochschule statt.

Nach erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung studieren Sie noch weitere drei Semester an der FH. Damit das Studium und eine Berufstätigkeit in Teilzeit zu vereinbaren sind, finden in dieser Phase die Veranstaltungen in der Regel an zwei festgelegten Tagen statt. Alle Termine werden frühzeitig bekannt gegeben.

Berufsbegleitende Variante

Sie werden in das erste Fachsemester eingeschrieben. Sie haben die Möglichkeit, sich drei Module aus der bereits absolvierten Berufsausbildung anerkennen zu lassen. In dieser ersten Studienphase studieren Sie studienbriefgestützt mit acht Präsenzphasen an der Hochschule. Jede Präsenzphase umfasst zwei Tage (12 UStd.) und findet entweder donnerstags und freitags oder freitags und samstags statt.

Nach Abschluss der studienbriefgestützten Phase studieren Sie noch weitere drei Semester an der FH. Damit das Studium und eine Berufstätigkeit in Teilzeit zu vereinbaren sind, finden in dieser Phase die Veranstaltungen in der Regel an zwei festgelegten Tagen statt. Alle Termine werden frühzeitig bekannt gegeben.

Besonderheiten und Vorzüge

Unser Fachbereich arbeitet mit den neuesten Lehrtechniken. Dazu gehört beispielsweise unser "Skills Lab" - ein Simulationsraum, in dem unterschiedliche Szenarien der multiprofessionellen Teamarbeit sowie der Patientenversorgung im geschützten Raum bearbeitet und reflektiert werden. In Zusammenarbeit mit einer Theaterpädagogin werden typische Sequenzen aus dem Berufsalltag, wie Beratungsgespräche oder Konflikte, in Anlehnung an das Problembasierte Lernen (PBL) bearbeitet und evaluiert.

Die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis an der FH Münster zeigt sich auch in den zahlreichen Partnerschaften mit unterschiedlichen Praxiseinrichtungen. Diese ermöglichen Ihnen, Ihr Wissen schon während des Studiums in diversen Projekten praktisch anzuwenden und gleichzeitig beruflich relevante Kontakte zu knüpfen.

Bewerbung und Zulassung

Aufgrund der unterschiedlichen Studiengangstrukturen beider Varianten und einer engen Zusammenarbeit in der ausbildungsbegleitenden Phase mit unseren Kooperationspartnern (Link) der dualen Variante, unterscheiden sich die Zulassungsvoraussetzung und Bewerbungsbedingungen voneinander.

Duale Variante

Die Vergabe der Studienplätze erfolgt über ein ausbildungsinternes Zulassungsverfahren bei unseren Kooperationspartnern. Entscheidend für die Auswahl sind die Note der (Fach-)Hochschulreife (oder einer gleichwertigen Qualifikation), der bisherige Ausbildungsverlauf sowie der erfolgreiche Abschluss der Probezeit. Ist Ihre Bewerbung erfolgreich, erhalten Sie von Ihrer Ausbildungsstätte eine Referenz, mit der Sie sich dann an der FH Münster einschreiben können.

Berufsbegleitende Variante

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einschreibung sind die (Fach-) Hochschulreife oder eine als gleichwertig anzuerkennende Qualifikation sowie eine erfolgreich abgeschlossene dreijährige Berufsausbildung in der Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflege oder in der Altenpflege. Falls keine Fachhochschulreife vorliegt, kann eine andere Möglichkeit nach dem Hochschulgesetz NRW greifen. Informationen hierzu erhalten Sie beim Service Office für Studierende der FH Münster. Die Zahl der Studienplätze ist begrenzt.

Das Team für den B.Sc.-Studiengang "Pflege"

v.l.n.r. Ailina Quinders, Dorothee Martens, Marco Noelle, Katharina Drepper, Claudia Oetting-Roß, es fehlt Anna Frankowsky (derzeit in Elternzeit). Foto: Dammann

Das Team der Lernprozessbegleiterinnen

Anna Frankowsky M.A.

(derzeit in Elternzeit)

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