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Münster (6. November 2008). "Hatten Sie eigentlich schon Gesprächsführung nach Rogers?", fragt Referentin Meike Schwermann in die Runde. "Das steht erst in der nächsten Arbeitsphase auf dem Plan", antwortet Prof. Dr. Friederike Störkel. Wer gerade erst dazukommt, ahnt nicht, dass es bei dieser nüchternen Unterhaltung über den Stundenplan um ein schwieriges Thema geht.

Der 160-stündige Basiskurs "Palliative Care", den die Fachhochschule Münster gemeinsam mit dem Herz-Jesu-Krankenhaus anbietet, bereitet die Teilnehmer auf die Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden Menschen vor.

"Das Begleiten löst irgendwann das Behandeln ab", stellt Schwermann fest. Die Absolventin des Fachbereichs Pflege und Gesundheit gibt den Kursteilnehmern den Rat, nicht vor Mitleid zu zerfließen. Es sei hingegen wichtig, die Patienten zum Reden zu ermutigen. Und ebenso wichtig ist es, mit den Angehörigen ins Gespräch zu kommen. Auch sie machen Schwieriges durch und benötigen das Gespräch mit den Pflegefachkräften.

"Wir haben im Pflegealltag leider wenig Zeit", bedauert eine Kursteilnehmerin. Sie verabredet sich aber mit den Patienten zu Treffen über bestimmte Themen. "Oft entwickeln sich dabei ganz andere Gespräche." Als Anknüpfungspunkt empfiehlt eine andere Teilnehmerin, sich im Vorfeld mit der Biografie der Menschen vertraut zu machen und darüber ins Gespräch zu kommen. Das kann zum Beispiel ein bestimmtes Hobby, die Familie oder eine besondere Reise sein, die jemand unternommen hat.

Ansonsten empfehlen die Kursleiterinnen, sich vor Augen zu halten, dass bei der Sterbebegleitung immer mehrere Berufsgruppen zusammenarbeiten. "Das kann auf Dauer niemand alleine leisten, auch wenn er noch so gut ist", sind sie überzeugt und fügen hinzu: "Es ist Ihr gutes Recht, auch mal überfordert zu sein!" Damit dies jedoch möglichst selten vorkommt, erarbeiten die Teilnehmer Strategien, um den schwierigen Situationen begegnen zu können. In Rollenspielen und Arbeitsaufträgen vertiefen sie das Gelernte und setzen so die Theorie in die Praxis um.

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