Logo der FH-Münster
Einrichtungs-Logo
Einrichtungs-Logo

Münster (23. April 2009). "Es ist ein Raum, in dem die Menschen intensiv leben." Zunächst klingt es widersprüchlich, was Prof. Dr. Friederike Störkel von der Fachhochschule Münster sagt. Schließlich betreuen Palliativeinrichtungen schwerstkranke und sterbende Patienten. Doch die Hochschullehrerin vom Fachbereich Pflege und Gesundheit erklärt: "Die Zeit ist hier einfach begrenzt und das wissen die Betroffenen."

Vor diesem Hintergrund arbeiten auch Fachkräfte in der ambulanten und stationären Kranken- oder Altenpflege. Täglich kümmern sich Krankenschwestern, Therapeuten oder Seelsorger um die Betroffenen; oft haben sie engen Kontakt zu Angehörigen. "Eine schwierige Arbeit, die einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Sterbebegleitung bedarf", sagt auch Dr. Wolfgang Clasen, ärztlicher Direktor des Herz-Jesu-Krankenhauses.

Daher startete die Fachhochschule Münster zusammen mit dem münsterischen Hospital im letzten Jahr erstmalig die berufsbegleitende Weiterbildung "Palliative Care". Nach erfolgreichem Abschluss setzen die beiden Partner den Kurs jetzt als längerfristiges Angebot fort.

"Wir haben gute Erfahrungen gemacht", blickt Störkel zurück auf die vergangenen 160 Kursstunden. Mit großem Engagement hätten sich die 18 Pflegekräfte der Thematik genähert, viel über die Versorgung von Todkranken gelernt. Auch die Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und dem Krankenhaus sei sehr angenehmen gewesen. Clasen ergänzt: "Wir verfolgen gemeinsam das Ziel, etwas auf dem Gebiet der Palliative Care zu erreichen."

Dieses Ziel - sterbende Menschen bestmöglich bis zum Tod zu begleiten - vermittelt auch der neue Kurs, der im September startet. Die Teilnehmer lernen dabei, wie sie professionell Patienten mit einer unheilbaren Krankheit in einem fortgeschrittenen Stadium begegnen. Die Linderung von körperlichen, psychosomatischen und spirituellen Symptomen macht die Palliativpflege aus. Dabei gilt es, eine hohe Lebensqualität unter größtmöglicher Selbstbestimmung der Betroffenen zu gewährleisten.

Doch nicht nur die Patienten stehen bei der Fortbildung im Mittelpunkt. Der Umgang mit sterbenden Menschen erfordere auch viel von den Fachkräften, wissen Störkel und Clasen. Sie leiten gemeinsam mit den Pflegewissenschaftlern und Palliativexperten Meike Schwermann und Markus Münch den Kurs fachlich und pädagogisch.

Die Pflegenden müssten sich eine bestimmte Haltung erarbeiten und ihre Tätigkeit vor ihren eigenen Wertvorstellungen reflektieren, stimmen die Fachleute überein. Daher ist etwa selbst erfahrene Trauer ein wichtiges Thema der Schulung. Über die Hälfte der 18 Teilnehmerplätze des kommenden Kurses, den Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und die Deutsche Krebshilfe mittlerweile zertifiziert haben, ist bereits belegt.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Seite drucken