Hochkarätiges Mikroskop dient der Forschung mit Nanoteilchen

Transmissionsgerät aus Philips-Labor steht nun im Fachbereich Physikalische Technik der FH


Das Transmissions-Elektronenmikroskop an der FH Münster verbessert die Voraussetzungen für die Forschung im Bereich der Nanotechnologie.
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Münster/Steinfurt (7. Februar 2006). Zwei Tage lang dauerte der Abbau des zwei Tonnen schweren Elektronenmikroskops im Labor von Philips in Aachen. Danach reiste das hochempfindliche Gerät gut verpackt auf drei Paletten mit einem luftgefederten LKW an die Fachhochschule Münster. Im Labor für die „Physik der Werkstoffe“ am Steinfurter Fachbereich Physikalische Technik wartet das Transmissions- Elektronenmikroskop nun auf seinen Einsatz bei der Erforschung feinster Nanopartikel und Oberflächenstrukturen. „Wir sind sehr froh, dass wir dieses Mikroskop übernehmen konnten und dass es nun in unserem Labor steht, denn die rund 500 000 bis 600 000 Euro für ein Neugerät hätten sicher unser Budget gesprengt“, lachte Prof. Dr. Bernhard Lödding.

Nur durch Zufall hatte Prof. Dr. Thomas Jüstel vom Fachbereich Chemieingenieurwesen erfahren, dass die Philips Forschung die Transmissionsmikroskopie in ihrem Aachener Forschungslabor aufgeben wollte und daher Abnehmer für die Laboreinrichtung suchte. „Natürlich waren wir da sofort zur Stelle, denn bisher konnten wir nur mit Hilfe der Rastermikroskopie forschen“, unterstrich Holger Uphoff. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Labors hatte den Abbau des Gerätes in Aachen begleitet und war auch beim Aufbau wieder mit dabei. Das neu erstandene Gerät sei in einem „Top-Zustand“ und könne daher an der FH hervorragend genutzt werden. „Das Aufwendigste beim Aufbau ist die genaue Justage der hochempfindlichen Anlage“, erklärte Uphoff.
Die Transmissions-Elektronenmikroskopie (TEM) ermöglicht die Abbildung von Objekten mit Hilfe eines Elektronenstrahls. Vorraussetzung hierfür sind hauchdünne Proben, so dünn wie ein Tausendstel eines Papierblattes. „In der Präparation der Proben liegt daher die größte Schwierigkeit“, berichtete der wissenschaftliche Mitarbeiter. Danach werden selbst feinste Nanopartikel in Lackschichten oder verschiedensten Werkstoffen fast in atomarer Größe sichtbar. „Für bestehende und zukünftige Forschungsvorhaben im Bereich der Nanotechnologie sind wir nun bestens ausgestattet“, resümierte Lödding.

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW unterstützte den Kauf und Transport des Mikroskops, um damit die Kompetenzplattform „Neue Werkstoffe: Nanoskalige Materialien und funktionale Schichten“ zu fördern. Diese Kompetenzplattform wird von den Fachhochschulen Münster, Gelsenkirchen und Südwestfalen getragen.
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