Wärmedämmung im Blick

VDI Förderpreis für Absolvent der Fachhochschule Münster


Martin Lenting und Michael Kein
Für seine ausgezeichnete Bachelorarbeit erhielt Martin Lenting (r.) vom Vorsitzenden des Münsterländer VDI, Michael Kein, den VDI Förderpreis 2013. (Foto: VDI)

Münster (25. März 2013). Die Wärmedämmung von Gebäuden ist heute ein wichtiges Element beim Neubau oder der Modernisierung von Häusern, um Energie einzusparen und die CO2-Emissionen zu senken. Dabei bereiten die hohen Anforderungen der Energieeinsparverordnung den Hausbesitzern und Architekten mitunter Kopfzerbrechen, wenn immer dickere Dämmmaterialien verbaut werden müssen - und damit die Nutzfläche geringer und die Gestaltungspielräume für die Architekten kleiner werden. Immer wieder gibt es auch Probleme mit feuchten Wänden oder mit Pilz- und Algenbefall, wenn die Dämmstoffe nicht fachgerecht angebracht werden.

Als Alternative für diese konventionellen Dämmstoffe, die im Winter den Wärmetransport aus dem Haus hinaus verhindern und im Sommer nur wenig Wärme ins Haus eindringen lassen, wurden infrarotreflektierende Wärmedämmsysteme entwickelt. Sie reflektieren mehr als 90 Prozent der Wärmestrahlung, und die Wärme bleibt dann im Raum oder gelangt im Sommer gar nicht erst ins Haus. Diese Dämmmaterialien sind in der Regel erheblich dünner als die konventionellen.

Die Güte der Wärmedämmstoffe lässt sich anhand ihres Wärmedurchgangswiderstands bewerten. Diese Kennzahl lässt sich aus gemessenen Werten und Eigenschaftsparametern berechnen. Genau dieses hat Martin Lenting in seiner Bachelorarbeit an der Fachhochschule Münster für einige infrarotreflektierende Wärmedämmsysteme vorgenommen. Dabei zeigte es sich, dass sie nicht die wärmetechnischen Eigenschaften der konventionellen Dämmstoffe erreichen; sie können aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Lenting konnte nachweisen, dass eine beidseitig angeordnete ruhende Luftschicht benötigt wird, damit die Strahlungsreflektion auch wirkungsvoll genutzt werden kann.

Diese praxisbezogene Bachelorarbeit überzeugte den Vorstand des Münsterländer VDI Bezirksvereins, Lenting den diesjährigen VDI Förderpreis zu verleihen. Seine Abschlussarbeit „Wärmetechnische Berechnungen zur Beurteilung eines infrarotreflektierenden Wärmesystems" hatte Prof. Dr. Martin Homann vom Labor für Bauphysik am Fachbereich Bauingenieurwesen betreut.

Der Münsterländer Bezirksverein im VDI zeichnet mit dem VDI Förderpreis jährlich besonders gute, praxisorientierte Abschlussarbeiten aus, um junge Ingenieure der Fachhochschule Münster zu fördern. „Mit der Preisverleihung wollen wir auch auf die Ingenieurwissenschaften und ihre guten beruflichen Perspektiven aufmerksam machen", erklärt Dipl.-Ing. Michael Kein, der Vorsitzende des Münsterländer Bezirksvereins, anlässlich der Preisverleihung am 20. März in Münster. „Der Bedarf an Ingenieuren ist nach wie vor sehr hoch." Außerdem zieht jede besetzte Ingenieurstelle zwei weitere in Forschung und Handel nach sich. „Es ist deshalb auch unter gesamtwirtschaftlicher Perspektive ungeheuer wichtig, junge Menschen zu motivieren, ein Ingenieurstudium aufzunehmen", betont Kein.




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