Zwei Professoren nehmen von der Fachhochschule Abschied

Prof. Dr. Gert Hagmann und Prof. Dr. Norbert Witt verlassen den Fachbereich Elektrotechnik


Münster/Steinfurt (3. April 2003). Als Fels in der Brandung galt Prof. Dr.-Ing. Gert Hagmann im Fachbereich Elektrotechnik und Informatik. Er verlässt nach 66 Semestern die Fachhochschule Münster in Steinfurt in den wohlverdienten Ruhestand. Prof. Dr. Norbert Witt ist der Vater der intensiven Informatikausrichtung am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik. Auch er verabschiedet sich und folgt nach 22 Semestern an der FH Münster dem Ruf der Hochschule für Angewandte Wissenschaften nach Hamburg.

"Mit Professor Hagmann verliert die Fachhochschule einen ausgesprochen engagierten und hochgeachteten Hochschullehrer”, hob der Rektor Prof. Dr. Klaus Niederdrenk in seiner Laudatio hervor. Nicht nur in der Lehre sei er durch seine hervorragenden pädagogischen Fähigkeiten bei den Studierenden sehr anerkannt und beliebt gewesen, auch in seiner langjährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Prüfungsamtes habe er sich stets für die Studierenden eingesetzt, wobei er aber immer konsequent und gerecht gewesen sei.

"Professor Hagmann hinterlässt eine Lücke, die so schnell nicht zu schließen ist: eine Institution des Fachbereiches geht”, betonte Dekanin Prof. Dr.-Ing. Doris Danziger. 1960 hatte Hagmann in Hannover sein Studium der Elektrotechnik begonnen, das er nach neun Semestern als Diplom- Ingenieur abschloss.

Die kommenden vier Jahre widmetet er seiner Promotion, die er mit herausragendem Ergebnis beendete. Als Dozent an der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen in Steinfurt, die ein Jahr später in der Fachhochschule Münster aufging, begann er seine Lehrtätigkeit. Ende 1973 erhielt er den Status als Fachhochschullehrer mit dem dazugehörigen Professorentitel. In seiner Lehre deckte er die Grundlagenfächer Elektrotechnik, Leistungselektronik und Elektrische Antriebstechnik ab und leitete das Labor für elektrische Maschinen und Leistungselektronik.

Hagmann gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Hochschule und setzte sich mit großem Engagement in der Hochschulverwaltung ein. Viele Jahre war er Mitglied in Senat und Konvent und leitete lange Zeit als Dekan und Prodekan die Geschicke des Fachbereichs Elektrotechnik.

Hagmann verfasste für sein Lehrgebiet mehrere Bücher, die auch an anderen Hochschulen als Standardwerke genutzt werden. Mit starkem persönlichem Einsatz erfüllte er seine Aufgabe als Behindertenbeauftragter. Hagmann bedankte sich bei seinen Kollegen und Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit. Er wird dem Fachbereich Elektrotechnik und Informatik noch einige Zeit über Lehraufträge treu bleiben.

"Die Entwicklung des Informatikstudiums im Fachbereich wurde ganz entscheidend von Professor Witt vorangetrieben”, stellte Prof. Dr. Klaus Niederdrenk heraus. Er hob hervor, dass er für die gute Außendarstellung des Fachbereichs verantwortlich sei. Bei Studierenden war er sehr beliebt und betreute ausgesprochen viele Diplomarbeiten. "Seine witzigen und motivierenden Vorlesungen hielten die Studierenden auch bei schwierigen Themen bei der Stange”, betonte Prof. Dr.-Ing. Doris Danziger. Als "China — Beauftragter” setzte er sich zusammen mit Prof. Dr. Rüdiger Runge vom Fachbereich Bauingenieurwesen für die Kooperation mit der chinesischen Zheijang University of Technology Hangzhou ein. Witt hatte sein Physikstudium an der Universität Bonn absolviert.

Die darauf folgende Promotion zum Thema "Modellierung von Beobachtungsdaten interplanetarer Weltraumsonden” legte er ebenfalls dort ab. Danach arbeite er vier Jahre als Systemarchitekt bei Siemens in München, weitere vier Jahre war er Leiter des Rechenzentrums beim AOK Bundesverband in Bonn und im Anschluss war er wiederum für vier Jahre bei Airbus in Hamburg als EDV-Leiter beschäftigt. Im April 1992 folgte er dem Ruf an die Fachhochschule Münster und deckte mit seinem Lehrangebot den Bereich der Technische Informatik ab.

Ab April wird er Medieninformatik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg lehren. Dorthin hat es ihn aus privaten Gründen verschlagen. "Ich werde die hervorragende Kollegialität und die gute Zusammenarbeit am Fachbereich nie vergessen”, ist sich Witt sicher.
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