Preisgekrönt: Masterarbeit über „Fußabdruck“ in der Ernährung

Absolventin der FH Münster erhielt mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung


Marie-Louise Scheiper mit ihrer Auszeichnungsurkunde
Marie-Louise Scheiper hat für ihre Masterarbeit an der FH Münster den Klaus-Bahlsen-Preis an der Hochschule Osnabrück entgegengenommen. Der erste Platz ist mit 1.000 Euro dotiert. (Foto: Hochschule Osnabrück)

Münster (9. Juli 2015). Mit jeder Mahlzeit, die wir zu uns nehmen, hinterlassen wir Spuren: „Fußabdrücke" mit Auswirkungen auf unsere Gesundheit und die Umwelt. Ob das fertige, schön angerichtete Mittagsgericht in der Kantine uns fit macht und ökologisch ist, das ist für uns schwer zu erkennen. Mit dem ernährungsbezogenen Fußabdruck, dem „Nutritional Footprint", in der Außer-Haus-Verpflegung hatte sich Marie-Louise Scheiper in ihrer Masterarbeit am Fachbereich Oecotrophologie - Facility Management an der FH Münster befasst. Für ihre Leistung ist sie nun mit dem ersten Platz beim Klaus-Bahlsen-Preis ausgezeichnet worden. Die Plätze zwei und drei gingen an Arbeiten aus der Hochschule Osnabrück. Dort nahm Scheiper die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung entgegen. „Für mich ist das eine Bestätigung, dass sich der Aufwand gelohnt hat", freut sich die FH-Absolventin.

Mit dem Preis fördert die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung jährlich herausragende Arbeiten, die aus der Hochschule Osnabrück und dem Masterstudiengang Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft der FH Münster hervorgehen. Die Jury berücksichtigt dabei Themen wie Nachhaltigkeit in der Ernährung und der Lebensmittelproduktion sowie der regionalen Entwicklung. Die beiden Hochschulen kooperieren in dem Masterstudiengang.

Scheiper hatte in ihrer Arbeit untersucht, ob die gesundheitlichen Kernindikatoren des wissenschaftlichen Instruments Nutritional Footprint sich eignen, Gerichte in der Außer-Haus-Verpflegung in ihrer Gesundheitswirkung zu bewerten. Daraus sollen unter anderem die Verbraucher ablesen können, wie gesund und umweltverträglich die angebotene Mahlzeit ist. Das Instrument wurde vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie entwickelt und befindet sich noch in der Erprobungsphase.

Ein Ergebnis sei gewesen, dass vier Indikatoren für gesundes Essen aus der Sicht der Ernährungswissenschaft zu wenig sind. So fehlten etwa der Vitamin- und Zuckergehalt. Aus Sicht des Verbrauchers seien aber mehr als vier Indikatoren schon zu unübersichtlich. „Die meisten Menschen wollen sich beim Essen nicht mit komplexen Diagrammen und Labels befassen, auch wenn sie mit dem Thema Ernährung bewusst umgehen", erläutert Scheiper. „Ich habe die Chancen und Grenzen der Anwendung untersucht und Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Nutritional Footprints erarbeitet, sie stützen sich auf Experteninterviews und Auswertungen des Forschungsstands", so die 30-Jährige.

Betreut hat die Masterarbeit Prof. Dr. Petra Teitscheid vom Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft (iSuN). „Marie-Louise Scheiper hat durch eine systematische, methodenreiche und wissenschaftlich fundierte Herangehensweise überzeugt", erklärt Teitscheid. „Sie erfasst einen wichtigen Bereich, denn fast die Hälfte aller Mahlzeiten wird außerhalb der eigenen vier Wände eingenommen."

Dem Thema ihrer Abschlussarbeit ist Scheiper auch nach ihrem Studium treu geblieben. Seit Kurzem ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am iSuN in einem Forschungsprojekt über nachhaltige Außer-Haus-Gastronomie.




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