Prof. Dr. Richard Korff ist nun Ehrenprofessor der TU Krakau

Partnerhochschule würdigt Engagement des Hochschullehrers der FH Münster


Prof. Dr. Richard Korff, Prof. Dr. Kazimierz Furtak
Der Rektor der TU Krakau, Prof. Dr. Kazimierz Furtak, verlieh die Ehrenprofessorenwürde an Prof. Dr. Richard Korff. (Foto: TU Krakau/Wieslaw Tal-Fiegel)

Münster (28. September 2015). Bescheiden sprach Prof. Dr. Richard Korff in seiner Dankesrede von „einer kleinen Rolle", die er zu den guten Beziehungen zwischen der Technischen Universität Krakau und der FH Münster beigetragen habe. Tatsächlich aber hatte der Wissenschaftler vom Fachbereich Chemieingenieurwesen einen „maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Zusammenarbeit beider Hochschulen", wie es in der Laudatio zur Verleihung der Ehrenprofessorenwürde an den Vizepräsidenten für Forschung hieß.

Mit der Ehrenprofessur würdigte die polnische Partnerhochschule Korffs Engagement, das bereits seit 1990 währt. Die ersten Kontakte hatten zuvor Prof. Dr. Horst Altenburg vom Fachbereich Chemieingenieurwesen und Prof. Dr. Jan Pielichowski aus Krakau geknüpft. Dabei ging es vor allem darum, Ideen auszutauschen, um in Forschungsprojekten zusammenzuarbeiten. Auch der erste Austausch von Studierenden begann vor 25 Jahren, „als plötzlich der Sohn von Pielichowski vor der Tür stand und in Steinfurt Chemieingenieurwesen studieren wollte", berichtete Korff in Krakau bei der Verleihungsfeierlichkeit. Inzwischen ist der Krakauer selbst Professor an der Fakultät für Chemieingenieurwesen der TU Krakau. Korff: „Er war unser erster gemeinsamer Student, noch bevor wir dafür eine offizielle Vereinbarung getroffen hatten."

Was heute in der Kooperation von europäischen Hochschulen in West und Ost selbstverständlich sei, hätte seinerzeit „Mut und großes Engagement auf beiden Seiten erfordert". Und so würde die hohe Ehre zwar ihm zuteil, „aber stellvertretend für jene Menschen, die die Lebensader der Zusammenarbeit" bilden. Allen voran nannte Korff Prof. Dr. Barbara Tal-Figiel, Koordinatorin auf polnischer Seite, weil sie die Bresche für die grenzüberschreitende Hochschulpartnerschaft geschlagen und vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten für Kontinuität gesorgt habe.

Zu Buche stehen im Laufe der Jahre unzählige Besuche zwischen den Forschern beider Institutionen, um Ideen zu fördern und auszutauschen. Das Ergebnis? Viele gemeinsame Publikationen, Workshops und Symposien sowie Forschungsprojekte wie „Neue Polyurethankomposite mit verbesserter Feuerbeständigkeit". Wichtig sei aber auch die Lehre gewesen - sie zu verbessern sei gelungen, weil sich die Kooperationspartner gegenseitig inspirierten, und mündete etwa in einem gemeinsamen Studiengang mit Doppelabschluss.

Studierendenaustausche, Praktika in Industrieunternehmen, Projektarbeiten in internationalen Teams - all dies fördere die kulturellen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten. „Und führt uns als Menschen zusammen. Wir forschen, lehren, studieren gemeinsam, wir sind Freunde geworden", sagte der 66-Jährige stolz. Ein Student fand mit der Kooperation sogar die Partnerin fürs Leben, ergänzt er schmunzelnd.

Korff nutzte in seiner Rede die Gelegenheit, bei allem Erfolg - immerhin steht die Kooperation für Werte der Europäischen Union wie gegenseitiges Verständnis für die andere Kultur und Lebensweise - auch an die Verantwortung beider Hochschulen zu appellieren: Die EU steht für Frieden, Versöhnung, für Demokratie und Menschenrechte, dazu tragen die Beziehungen unter den Hochschulen bei. Und so wie vor 27 Jahren beide dies auf ihre Fahnen geschrieben hätten, sollten sie sich heute angesichts von Euro-Krise und Flüchtlingswelle weiterhin um Dialog und Lösungen bemühen. „Das heißt Brücken zu bauen im Kleinen - wie es unsere Kooperation geschafft hat - und im Großen, wozu die Hochschulen im internationalen Verbund beitragen."




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