Ein komplett neues Aussehen aus der Box

Absolventin der FH Münster hat Online-Styling-Plattform KISURA gegründet


KISURA-Gründerin Tanja Bogumil. (Foto: KISURA)
KISURA-Gründerin Tanja Bogumil. (Foto: KISURA)
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Münster (21. März 2016). Als Kind wollte Tanja Bogumil Astronautin werden. In gewisser Weise also eine Pionierin, die neuen Boden betritt. Das ist ihr gelungen, jedoch in ganz anderer Weise, als sie es damals plante. Die Absolventin der FH Münster hat zusammen mit Linh Nguyen KISURA gegründet, eine Online-Personal-Styling-Plattform. Heute hat diese über 100.000 Kundinnen und vertreibt über 300 Modemarken.

Bogumils Weg begann mit einem Studium im European Business Programme (EBP) am Fachbereich Wirtschaft: „Dass es für mich kein klassisches BWL-Studium wird, war von Anfang an klar – Internationalität und Praxisbezug waren mir wichtig. Das EBP war meine erste Wahl, und ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden.“ Mitgenommen aus ihrem Studium hat die gebürtige Münsteranerin eine „exzellente Ausbildung mit Praxisnähe, Internationalität, einen hohen Workload und Spaß“.

Nach dem erfolgreichen Bachelorabschluss an der FH Münster stand für die angehende Unternehmerin fest, dass sie an der Handelshochschule Leipzig in einem Masterprogramm die Fachrichtung Entrepreneurship weiter vertiefen möchte. Dort lernte sie dann auch KISURA-Mitgründerin Linh Nguyen kennen. Nach fünf Monaten in Indien und dem zweiten erfolgreichen Abschluss wagte Bogumil den Sprung ins kalte Wasser und ging nach Berlin. Dort baute sie bei Mister Spex, einem Online-Brillenhändler, das Customer Relationship Management und den Bereich Business Development auf. Nach einem Jahr packte sie selbst das „Startup-Fieber“.

Ende 2011 gründete sie Modemeister, ein Personal Shopping Service, der shoppingmüden Männern das Einkaufen abnimmt. Nach einem Jahr richtete sie das Geschäftsmodell gemeinsam mit Mitgründerin Linh Nguyen auf die weibliche Zielgruppe aus. „Auf die Idee zu KISURA sind wir gekommen, weil wir jeden Morgen vor dem gleichen Problem standen: Der Schrank ist voll, und trotzdem hat man nichts anzuziehen. Das wollten wir ändern.“ Dabei ist der Firmenname ihr Anspruch: KISURA bedeutet auf Swahili „zauberhaft schöne Frau“.

Und so funktioniert es: Die Kundinnen registrieren sich mit einem persönlichen Profil und führen per Telefon, Chat oder Skype ein Kennenlerngespräch. Die Stylistinnen stellen dann im Anschluss ein persönliches Outfit zusammen. Fünf bis sieben Tage später ist die Überraschungsbox bei der Kundin. „In unserem Stylingteam sind unglaublich talentierte und kreative Kollegen, die auch mir schon einige neue Looks verpasst haben“, verrät Bogumil.

Um ihren Traum von einem Unternehmen möglich zu machen, hat sie mit ihrer Mitgründerin bei verschiedenen Investoren Kapital in Höhe von einem mittleren Millionenbetrag eingesammelt. „Reid Hoffmann, der Gründer von LinkedIn, hat Unternehmertum einmal beschrieben als ‚von der Klippe zu springen und auf dem Weg nach unten ein Flugzeug zu bauen‘. Dieser Vergleich bringt es sehr gut auf den Punkt.“ Es gebe einfach Phasen, die besonders herausfordernd seien, die ihr als Unternehmerin und Privatperson viel abverlangten. „In diesen Zeiten hilft mir mein Mantra ‚Enjoy the experience‘ und mich immer wieder auf das große Ganze zu fokussieren.“ Rückschläge verbuche sie dabei als Lernprozess und konzentriere sich direkt wieder auf das, was vor ihr liegt. In diesem Jahr stehen beispielsweise eine Weiterentwicklung des Produktes und eine Expansion in die USA an. „Bei KISURA stehen alle Weichen auf Wachstum. Von den aktuell 75 Mitarbeitern aus 15 Ländern bilden die Stylisten das größte Team, und wir werden uns personell noch weiter verstärken.“




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