Projekt der FH Münster gewinnt bei Ausschreibung „Curriculum 4.0“

Digitalisierung verändert Studiengänge


Gruppenfoto Auszeichnung Agiles Curriculum
Trafen sich in Berlin (v.l.): Prof. Dr. Dr. Friedrich W. Hesse, Direktor des Leibniz-Instituts für Wissensmedien sowie Vorsitzender der Jury des Förderprogramms Curriculum 4.0; von der FH Münster Prof. Dr. Thilo Harth, Birgitt Klugermann und Dr. Tobias Rieke, Theresia Bauer, MdL, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie Vorsitzende der Stiftungsverwaltung Carl-Zeiss-Stiftung, Prof. Dr. Andreas Schlüter, Generalsekretär beim Stifterverband. (Foto: Peter Himsel/Stifterverband)

Münster (27. Oktober 2016). Die Inhalte eines Studiengangs werden regelmäßig überprüft und aktualisiert: Passen sie noch zu den aktuellen Anforderungen aus der digitalen Welt? Haben sich neue Themen aufgetan? Müssen digitale Kompetenzen adressiert werden? Doch die Entwicklung des Curriculums gestaltet sich in den meisten Fällen langwierig, denn die Überarbeitung dauert oft mehrere Jahre. Wie das schneller gehen kann und was inhaltlich genau zu tun ist, betrachtet Dr. Tobias Rieke vom Institut für Technische Betriebswirtschaft (ITB) der FH Münster. „Agiles Curriculum Wirtschaftsingenieurwesen“ heißt sein Projekt, mit dem er auch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft überzeugte: Sein Antrag für die Ausschreibung „Curriculum 4.0“ wurde als besonders förderungswürdig eingestuft und wird mit 60.000 Euro unterstützt.

„Unser Studiengang für Wirtschaftsingenieure ist vom digitalen Wandel besonders betroffen“, sagt Rieke, „vor allem durch die voranschreitende Vernetzung von Maschinen und Sensoren im Kontext von Industrie 4.0 sowie stark veränderte Geschäftsmodelle und Prozesse.“ Um Lehre weiterhin innovativ zu gestalten, seien kürzere Überarbeitungszyklen für Curricula unbedingt erforderlich. Hier setzt das Projekt an. „Neu ist, dass wir neben einer breiten Online-Erhebung Studierenden-Interviews mit Managern durchführen, um herauszufinden, welche Kompetenzen sie sich von den Nachwuchskräften wünschen.“ Diese Anforderungen geben die Teilnehmer an jüngere Semester weiter, sodass diese für die aktuell wichtigen Themen der Praxis sensibilisiert werden.

„Nach der Erhebung planen wir Workshops mit Lehrenden des Studiengangs, um erforderliche Änderungen in unserem Curriculum zu besprechen.“ Am Projekt arbeiten Studierende mit, die dadurch praktische Kompetenzen erwerben und für die Anforderungen der Digitalisierung sensibilisiert werden. „Das ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation.“

Mit Beginn des Wintersemesters 2016/2017 ist das Projekt gestartet, erste Ergebnisse der Online-Befragungen sollen im Sommer 2017 vorliegen. „Danach geht es darum, das Curriculum kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wir werden deshalb jährlich Befragungen durchführen.“

Das Projekt fügt sich in die Gesamtstrategie der FH Münster ein, Kompetenzorientierung und Digitalisierung sinnvoll zu verknüpfen. Entsprechend ist das Wandelwerk – Zentrum für Qualitätsentwicklung an der didaktischen Gestaltung aktiv beteiligt.

„Wir wollen den digitalen Wandel aufgreifen und unsere Lehre weiterentwickeln. Das agile Curriculum ist dafür ein schönes Vorreitermodell und eine passgenaue Ergänzung zu unserem Qualitätspakt-Lehre-Projekt Wandel bewegt“, sagt Prof. Dr. Frank Dellmann, Vizepräsident für Bildung und Internationales. „Die FH Münster unterstützt aktiv die digitale Transformation im Münsterland.“

 

Zum Thema:
147 Anträge sind für das Förderprogramm „Curriculum 4.0“ der Carl-Zeiss-Stiftung und des Stifterverbands eingegangen. Maximal 12 Projekte konnten berücksichtigt werden. Eine Jury fachkundiger Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft wählte in einer Sitzung die aus ihrer Sicht vielversprechendsten Anträge aus.




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