Sensibles Thema findet großen Anklang

Studierende des Fachbereichs Gesundheit informierten im Haus Abendfrieden über Waldbestattungen


Student mit Seniorin
Dominik Rupprecht spricht mit einer Bewohnerin des Hauses Abendfrieden über ein sensibles Thema: Waldbestattungen. (Foto: FH Münster/Fachbereich Gesundheit)

Münster (4. Mai 2018). Der Tod und die anschließende Bestattung sind zwei Themen, denen sich viele nicht gerne widmen. Darüber mit den Bewohnern eines Seniorenheims zu sprechen, muss erst recht heikel sein. Zehn Studierende der FH Münster nahmen diese Herausforderung trotzdem an: Sie konzipierten für das Haus Abendfrieden in Hilchenbach-Helberhausen eine Informationsveranstaltung zum Thema Waldbestattungen. Fast zwei Semester haben sie daran gearbeitet – freiwillig, neben ihrem Bachelorstudium am Fachbereich Gesundheit.

„Die Idee einer Waldbestattung ist, den Wald möglichst unberührt zu belassen“, erklärt Dominik Rupprecht von der Projektgruppe. „Wie genau das aussieht, haben wir uns im RuheForst Hilchenbach angesehen.“ Ein RuheForst ist ein Waldgebiet, das vor sonstiger Forstwirtschaft geschützt ist. „In der Mitte gibt es eine Andachtsstätte, die Urnenbestattung erfolgt um einen Baum herum. Grabsteine fehlen, stattdessen werden kleine Plaketten angebracht.“

Basierend auf ihren Eindrücken und einer umfassenden Recherche begannen die Studierenden mit der Planung ihrer Veranstaltung. „Wir haben Plakate entworfen, Bilder gemacht und uns überlegt, wie genau wir vorgehen wollen“, so Rupprecht. Die Idee: In Kleingruppen den Seniorinnen und Senioren das Konzept einer Waldbestattung vorstellen – und das stieß auf reges Interesse. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Veranstaltung zu einem so sensiblen Thema einen derart großen Anklang in unserem Hause findet“, sagt Hannelore Schnurr, die Leiterin des Sozialen Dienstes im Haus Abendfrieden. Auch die Studierenden waren im Vorfeld eher skeptisch. „Wie viele kommen wohl? Und wie reagieren sie? Wir waren schon etwas nervös“, gibt Rupprecht zu. „Über das eigene Begräbnis nachzudenken und darüber zu sprechen, ist schließlich ein sehr schwieriger Schritt!“ Genau das habe ihn aber gereizt. „Ich habe bei dem Seminar mitgemacht, weil ich herausfinden wollte, wie wir ein ernstes Thema so aufbereiten, dass wir uns in lockerer Atmosphäre dazu austauschen können“, erklärt der angehende Therapie- und Gesundheitsmanager.

Rund 15 Bewohnerinnen und Bewohner nahmen teil – und einige besichtigten einen Tag später gemeinsam mit den Studierenden den RuheForst Hilchenbach. „Wir hatten dazu Vertreter der beiden Amtskirchen, der Seniorenservicestelle der Stadt Hilchenbach sowie ein ortsansässiges Bestattungsunternehmen eingeladen, die Fragen beantwortet haben“, so Rupprecht.

Prof. Dr. Rüdiger Ostermann und Dr. Sabrina Naber vom Fachbereich Gesundheit der FH Münster haben das Projekt initiiert und betreut. „Wir wollten den Studierenden praxisnahe Lerninhalte vermitteln“, sagte Ostermann. „Denn sie werden in ihrem Berufsleben immer wieder mit dem Tod konfrontiert. Ihnen die Scheu zu nehmen, darüber zu sprechen und sich damit auseinanderzusetzen, das war unser Ziel – und das haben wir erreicht.“ Bei dem Projekt mitgemacht haben Studierende der Bachelorprogramme Pflege- und Gesundheitsmanagement, Therapie- und Gesundheitsmanagement, Berufspädagogik im Gesundheitswesen und Lehramt am Berufskolleg - Fachrichtung Gesundheitswissenschaft/Pflege.




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