Deutsch-niederländischer Wissensaustausch mit Studieninteressierten

Projektexkursion „MINT-LAB auf Schlössern“ führte auf den Steinfurter Campus der FH Münster


Die ungeheure Kraft des Windkanals – die Studieninteressierten aus Ahaus und den Niederlanden staunten nicht schlecht.
In Steinfurt standen 20 Schülerinnen und Schülern die Haare zu Berge: Sie testeten den Windkanal am Fachbereich Maschinenbau.

Münster/Steinfurt (3. Dezember 2019). Wer bei „MINT-LAB auf Schlössern“ an Haustürschlösser denkt, der liegt falsch. Es geht um die traditionsreichen und historischen Bauwerke. Die Stiftung „Jugend und Schlösser“ kombiniert mit dem Projekt die Vermittlung von Kultur und Geschichte mit den klassischen MINT-Fächern. Ziel bei der Herangehensweise: Studieninteressierten zeigen, dass Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik überall stecken. Kooperationspartner mit Blick in die Praxis war die FH Münster. So besuchten 20 Neuntklässler von Gymnasien aus Ahaus und aus den Niederlanden am Donnerstag den Steinfurter Campus der Hochschule.

Dort ging es hoch her. Denn es drehte sich an dem Tag alles rund ums Fliegen und den Wind. Im Fachbereich Maschinenbau standen auf dem Programm: Messungen am Windkanal und das Testen einer Gasturbine. Warum fliegen Flugzeuge und was ist der Unterschied zwischen Auftrieb und Vortrieb? Wie viel wiegt ein Flugzeug? Nach einigen Versuchen und mit vom Windkanal zerzausten Haaren blieb eindrucksvoll hängen, was Ingenieure alles beachten müssen, damit ein 100 Elefanten schwerer Flieger in die Luft steigt.

Überrascht hat Prof. Dr. Peter Vennemann vom Fachbereich Energie – Gebäude - Umwelt im Workshop „Windkraft“. So erklärte er spontan auf Niederländisch, wie man eine eigene Windkraftanlage baut. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bildeten gemischte Zweiergruppen, entwarfen, konstruierten und testeten ihre selbst gebauten Anlagen vor einem Ventilator.

„Ich fand es toll zu sehen, dass die Sprachbarriere im Laufe des Tages immer niedriger wurde und sich die Schülerinnen und Schüler immer besser verständigt haben. Das Projekt gibt Einblicke in die Welt der Ingenieure, fördert aber auch gleichzeitig den internationalen Austausch, was ein gelungener Mix ist“, so Christina Mennecke von der FH Münster, die Tipps zur Studienorientierung gab und das Studienangebot der Hochschule vorstellte.

 

Zum Thema:
Das Projekt „MINT-LAB auf Schlössern / in kastelen“ ist ein von der EU finanziertes deutsch-niederländisches Projekt. Projektlaufzeit ist von 2017 bis 2021. Ziel ist es, Sprachkompetenzen zu vermitteln, die MINT-Berufsfelder zu stärken und aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel zu beleuchten. Das Schloss als außerschulischer Lernort wurde geprägt durch traditionelles Arbeiten: Schmiedekunst, historische Waffen, das Schloss als Biotop, Wind und seine Auswirkungen auf Mühlen und Mauern. Diese Themen in die heutige Ingenieurswelt transportiert – das erforschen die Studieninteressierten bei Exkursionen zu Unternehmen. Der Besuch bei der FH Münster bildete am Donnerstag den Auftakt des diesjährigen Projektes. Insgesamt kommen an 144 Projekttagen 3.000 Schülerinnen und Schüler aus dem Euregio-Gebiet Gronau zusammen – gefördert durch die Andreas-Mohn-Stiftung.




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