Neue Experimente mit Kaffee und LED-Leuchtstoffen

Schüler des Hans-Böckler-Berufskollegs erkunden den Fachbereich Chemieingenieurwesen an der FH Münster


Schülerinnen im Labor
Hier ist Geschicklichkeit und Gefühl gefragt: Die Schülerinnen lernen mit der Pipette und dem Peleusball zu arbeiten. (Foto: FH Münster/Theresa Gerks)
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Münster/Steinfurt (11. Februar 2020). Der Kittel und die Schutzbrille bleiben gleich. Aber die Aufgaben, Labore und Dozenten haben sich geändert: Sieben Schülerinnen und Schüler haben ihren Schulalltag am Hans-Böckler-Berufskolleg gegen ein Praktikum am Fachbereich Chemieingenieurwesen auf dem Steinfurter Campus der FH Münster eingetauscht.

Malina Saul mag vor allem den Alltagsbezug, den viele chemische Experimente bieten. Wie passend, dass sie in der Verfahrenstechnik Versuche mit Kaffee gemacht hat. „Wir haben eine Kaffeesorte verschieden lange gemahlen und untersuchen jetzt den unterschiedlichen Geschmack, Koffeingehalt und Körnergröße“, erklärt sie. Gemeinsam mit Anna Lippold lernte sie ganz praktisch, wie sie mit verschiedenen Laborpipetten und deren Equipment umgehen sollte – Peleusball oder Howorka-Ball? Besser doch die Mikropipette?

Ganz neuen Stoff schaute sich auch eine Gruppe um Nils Baumeister und Fabian Kommoss an, genauer gesagt einen Leuchtstoff: Yttrium-Aluminium-Granat. Er wird zum Beispiel in Glühbirnen als LED verwendet. „Das ist schon cool, dass wir hier damit arbeiten dürfen, bei uns im Berufskolleg stehen Leuchtstoffe gar nicht auf dem Stundenplan“, erklärt Kommoss. Eine Woche lang kommt seine Gruppe in Kontakt mit dem feinen, weißen Pulver, das vorbereitet unterm Abzug in der passenden Lösung aber schaumartig schwarz emporwächst und dann fest wird. Für die Weiterverarbeitung ein Muss: Die Schülerinnen und Schüler sollen nämlich die Partikelgröße bestimmen und allerlei Analysen mit Licht vornehmen, wie die Reflexion, Emission, Anregung und Abklingzeit. Dafür braucht es eine besondere Vorbereitung. Mit den entsprechenden Spezialgeräten dafür hatten sie auch noch nicht gearbeitet. Jede Menge Neues also auf dem Steinfurter Campus.

„Ich war schon letztens beim Tag der offenen Tür da und wollte jetzt noch mal intensiver schauen, wie es hier so ist“, erzählt Baumeister. „Ich habe wirklich großes Interesse an einem Studium.“ Und da ist er nicht der einzige: Alle Teilnehmenden des Praktikums spielen mit dem Gedanken, nach der Ausbildung oder dem technischen Abitur in Richtung Chemieingenieurwesen zu gehen. „Das Studium ist definitiv eine Option“, sagt auch Lippold. „Die Arbeit an großen Industriemaschinen macht mir am meisten Spaß – Verfahrenstechnik finde ich echt interessant!“




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