Innenstädte wieder beleben

Studierende der FH Münster mit Architekturpreis ausgezeichnet


Sebastian Reitemeyer und Annika Hopster haben den Competitionline Campus Award 2022 für ihr studentisches Projekt am Fachbereich Architektur gewonnen. (Foto: Marcel Klaus)
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Münster (31. Mai 2022). Vor allem große Kaufhäuser stehen in vielen deutschen Innenstädten leer, immer mehr Einzelhandelsgeschäfte schließen. Die Architekturstudierenden Annika Hopster und Sebastian Reitemeyer haben sich im Seminar von Dozent Neil Winstanley Gedanken gemacht, wie sich Innenstädte wieder beleben lassen – am Beispiel des leerstehenden Gebäudes des ehemaligen Galeria Kaufhof in Hamm. Für ihr Konzept rund um Bildung, Kultur, Freizeit, Sport und Wohnen haben die beiden den ersten Preis des „Competitionline Campus Award 2022“ in der Kategorie Studierendenarbeiten gewonnen.

„Im Seminar an der Hochschule ging es darum, wie der lokale Einzelhandel ausstirbt und sich Innenstädte dabei verändern“, erklärt Hopster. Für ihr Konzept haben sich die beiden zunächst das Gebäude im Zusammenspiel mit dem gesamten Zentrum von Hamm angeschaut. „Wenn man vom Bahnhof aus die Innenstadt betritt, fällt einem sofort der großflächige Leerstand der ehemaligen Kaufhäuser ins Auge. Das schwächt die Attraktivität von diesem wichtigen Teil der Innenstadt“, so Reitemeyer. Um Ideen zu entwickeln, haben die beiden mit den Menschen vor Ort gesprochen und sich am Masterplan der Stadt Hamm orientiert, der diesen Teilbereich als Kultur- und Bildungsstadt vorsieht. Daraus entwickelten sie ein neues Nutzungskonzept, das auf die enormen Gebäudetiefen eingeht: „Die großzügige Eingangshalle kann für unterschiedlichste Veranstaltungen wie beispielsweise Ausstellungen und Flohmärkte flexibel genutzt werden. Außerdem sollen ein Auditorium für Vorträge und Programmkino sowie eine Zweifachsporthalle für Sportkurse und Turniere entstehen, die mit Hilfe eines neu aufgesetzten Daches von oben natürlich belichtet wird“, erklärt Hopster. Dazu hat das Team Wohnungen eingeplant und möchte den Parkplatz hinter dem Gebäude für Passant*innen öffnen – als geschützten Ort unter freiem Himmel mit Aufenthaltsqualität.  „Wir wollten einen Raum schaffen, der ein möglichst breites Publikum anspricht, ein generationenübergreifendes Programm anbieten kann und nicht auf Konsum abzielt. Wenn zudem Wohnungen in Innenstädten entstehen, steigt das Sicherheitsgefühl, da sie auch nachts belebter sind“, so der Architekturstudent.

Der Architekturpreis Competitionline Campus Award lobt jedes Jahr in drei Kategorien Projekte aus, die während des Studiums entstanden - Studierendenarbeiten, Fakultätsprojekte und Absolvent*innenarbeiten. Unter den 245 eingereichten Projekten von 65 Hochschulen aus sieben Ländern wurden Hopster und Reitemeyer in der Kategorie Studierendenarbeiten für ihren Entwurf mit dem ersten Preis belohnt. „Es war besonders interessant, sich mit den Zukunftsthemen Nachhaltigkeit, Bauen im Bestand und Stadtplanung zu befassen“, so Hopster. Da lag es nahe, sich mit einem aktuell so relevanten Entwurf für den Preis zu bewerben. Nun möchten Hopster und Reitemeyer mit ihrer Konzeptidee auf die Stadt Hamm zugehen.




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