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Jolien Maltzahn (Mitte) und Wieland Buschmann (2. v. l.) haben im Oktober 2018 den Wettbewerb Students4Kids der Assmann-Stiftung für Prävention und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) mit ihrem SimSimBalls-Projekt gewonnen. Danach kamen einige Verei

Bedarf und Herzblut: Jolien gründet mithilfe eines Stipendiums

Der Professor: Joachim Gardemann, das Thema: Mangelernährung. An dieses eine Seminar in ihrem ersten Mastersemester erinnert sich Jolien Maltzahn noch sehr gut. „Herr Gardemann, jetzt weiß ich, was ich will“, sagte sie danach ganz entschlossen zu ihm. Seitdem geht Jolien ihren Weg. Letztes Jahr hat sie im studentischen Zweierteam mit dem SimSimBalls-Projekt einen hochdotierten Wettbewerb gewonnen. „Wir haben Ideen entwickelt, wie der verborgene Hunger bei Kindern in Uganda bekämpft werden kann“, erzählt Jolien. Jetzt ist auch noch das Gründerstipendium NRW dazugekommen.

Bedarf und Herzblut: Jolien gründet mithilfe eines Stipendiums

Der Professor: Joachim Gardemann, das Thema: Mangelernährung. An dieses eine Seminar in ihrem ersten Mastersemester erinnert sich Jolien Maltzahn noch sehr gut. „Herr Gardemann, jetzt weiß ich, was ich will“, sagte sie danach ganz entschlossen zu ihm. Seitdem geht Jolien ihren Weg. Letztes Jahr hat sie im studentischen Zweierteam mit dem SimSimBalls-Projekt einen hochdotierten Wettbewerb gewonnen. „Wir haben Ideen entwickelt, wie der verborgene Hunger bei Kindern in Uganda bekämpft werden kann“, erzählt Jolien. Jetzt ist auch noch das Gründerstipendium NRW dazugekommen.

Die Geschäftsidee der Absolventin ist, wissenschaftlich fundierte Lösungen auszuarbeiten, mit denen der Mikronährstoffmangel behoben und der Ernährungszustand von Menschen dauerhaft verbessert werden kann. Das Wissen dafür bringt sie aus ihrem Masterstudium der Ernährung und Gesundheit mit, Erfahrungen und ein Netzwerk hat sie unter anderem in Uganda aufgebaut. Ihre Expertise möchte sie Hilfsorganisationen, Vereinen und anderen anbieten, die sich in Entwicklungsländern engagieren.

»Menschen in armen Ländern haben genauso wie wir ein Recht darauf, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen!«Jolien Maltzahn

Und der Bedarf ist da: Etwa zwei Milliarden weltweit sind nach Angaben der Assmann-Stiftung für Prävention von einem Mangel an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen betroffen. „Menschen in armen Ländern haben genauso wie wir ein Recht darauf, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen“, erklärt Jolien ihre Motivation.

Das Maßband ist ein wichtiges Arbeitsinstrument für Jolien Maltzahn. Mit ihm hat sie bei den Kindern in Uganda den Oberarmumfang gemessen. Er ist ein Indikator für den Ernährungszustand. Der Kinderarzt Prof. Dr. Joachim Gardemann hat sie bisher aus der Ferne fachlich begleitet. Er steht Jolien auch in Zukunft bei Bedarf mit Rat zur Seite. (Foto: Dzemila Muratovic)
Das Maßband ist ein wichtiges Arbeitsinstrument für Jolien Maltzahn. Mit ihm hat sie bei den Kindern in Uganda den Oberarmumfang gemessen. Er ist ein Indikator für den Ernährungszustand. Der Kinderarzt Prof. Dr. Joachim Gardemann hat sie bisher aus der Ferne fachlich begleitet. Er steht Jolien auch in Zukunft bei Bedarf mit Rat zur Seite.

„Wenn Leidenschaft und Bedarf zusammenkommen, braucht es oft nur noch einen Plan und vielleicht finanzielle Unterstützung“, sagt Sandra Fuchs, Gründungscoach unserer Hochschule und der TAFH Münster GmbH. Von ihr hatte Jolien überhaupt erst von dem Stipendium erfahren. Sie hatte zunächst ein Ideenpapier eingereicht, das an die Jury vom Netzwerk „Münster gründet“ ging, und dann in einer Präsentation ihre Geschäftsidee vorgestellt. Als nach einer Woche noch keine Nachricht kam, schossen ihr die Zweifel durch den Kopf. Dann kam schließlich die Zusage. „Ich bin zu Hause wirklich vor Freude in die Luft gesprungen“, erzählt die 28-Jährige und lacht.

Was ist noch zu tun? Mit dem Gründerstipendium NRW kann Jolien Maltzahn (l.) nun die nächsten Schritte der Selbstständigkeit leichter gehen. Gründungscoach Sandra Fuchs begleitet sie. (Foto: Dzemila Muratovic)
Was ist noch zu tun? Mit dem Gründerstipendium NRW kann Jolien Maltzahn (l.) nun die nächsten Schritte der Selbstständigkeit leichter gehen. Gründungscoach Sandra Fuchs begleitet sie. (Foto: Dzemila Muratovic)

Jolien erhält nun ein halbes Jahr lang jeden Monat 1.000 Euro. Wenn sie in dieser Zeit gründet, verlängert sich die Förderung um ein weiteres halbes Jahr. Außerdem erhält sie Coachings zu wichtigen Gründungsthemen wie etwa dem Businessplan und ist Teil eines Gründungsnetzwerks.

Ihr Studium hat die Ernährungswissenschaftlerin kürzlich mit einer Masterarbeit, in der sie das SimSimBalls-Projekt wissenschaftlich ausgewertet hat, abgeschlossen. Mit dem Stipendium im Rücken kann sie sich nun ganz ihrer Geschäftsidee zuwenden. „Es macht die Sache so viel leichter“, sagt die angehende Gründerin. Möglichst viele Menschen zu einem guten Ernährungszustand zu bringen und sich damit selbst ernähren zu können, das ist ihr Traum.

Von Dzemila Muratovic 

Über das Gründerstipendium NRW:

Ein Stipendium erhält, wer eine innovative und machbare Geschäftsidee mit Marktpotenzial aufweisen kann. Eine Jury aus verschiedenen lokalen Einrichtungen entscheidet über die Vergabe. Um das Gründerstipendium NRW können sich alle ab 18 Jahren aus Nordrhein-Westfalen bewerben. Die Bewerbung ist jederzeit möglich, eine Frist gibt es nicht. Das Stipendium wird vom NRW-Wirtschaftsministerium finanziert.


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