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Simon Drovs hat an unserem heutigen Fachbereich Physikingenieurwesen studiert und sich auf Lasertechnik spezialisiert. (Foto: Katharina Kipp)

Per Zufall in die Selbstständigkeit: Simon baut Laser

Wenn Simon Drovs an seinem Laser arbeitet, sieht er aus, als würde er einen Operationssaal betreten: Er trägt einen weißen Mundschutz, eine hellgrüne Haube, spezielle Handschuhe. Einzig die Schutzbrille macht klar, dass hier niemand operiert wird. Aber der Bezug zur Medizin ist da: Simon baut Laser mit blauem Licht. Das wird unter Wasser kaum absorbiert, und deshalb ist der Laser ideal für Operationen an Organen in Wasserumgebung, zum Beispiel die Blase.

Per Zufall in die Selbstständigkeit: Simon baut Laser

Wenn Simon Drovs an seinem Laser arbeitet, sieht er aus, als würde er einen Operationssaal betreten: Er trägt einen weißen Mundschutz, eine hellgrüne Haube, spezielle Handschuhe. Einzig die Schutzbrille macht klar, dass hier niemand operiert wird. Aber der Bezug zur Medizin ist da: Simon baut Laser mit blauem Licht. Das wird unter Wasser kaum absorbiert, und deshalb ist der Laser ideal für Operationen an Organen in Wasserumgebung, zum Beispiel die Blase.

„Es gibt nur wenige Firmen, die solche Laser bauen“, sagt Simon. „Der Markt ist ziemlich klein, die Anforderungen sehr speziell. Darauf können große Unternehmen nicht gut reagieren, und auch finanziell lohnt sich das für sie nicht.“ Aber: Der Bedarf ist da, und deshalb baut Simon jetzt eigene Laser, zusammen mit Laser Electronics LE GmbH, einer Firma aus Berlin. „Die Berliner bringen Expertise aus der Elektrotechnik mit, ich aus dem Laserbereich. Wir ergänzen uns perfekt!“ Ziel ist es, mehr Leistung zu erreichen bei gleicher Strahlqualität – nicht nur für die Wellenlänger Blau, sondern auch für Violett, Grün und Rot. Und Simon will schneller auf spezifische Kundenwünsche reagieren können. Mit dieser Idee hat er Anfang 2019 alles auf eine Karte gesetzt und sich selbstständig gemacht.

Wegen der hohen Absorption bei Kupfer eignet sich ein blauer Laser auch gut für die Kupferbearbeitung, zum Beispiel Löten. (Foto: Katharina Kipp)
Wegen der hohen Absorption bei Kupfer eignet sich ein blauer Laser auch gut für die Kupferbearbeitung, zum Beispiel Löten. Mundschutz, Haube und Schutzbrille muss Simon tragen, sobald er mit dem Laser arbeitet. Der steht in einem speziellen, staubfreien Raum.

Geplant war das nicht. „Ich habe damals bei der DILAS Diodenlaser GmbH in Mainz gearbeitet. Sie ist Teil von Coherent, einem der größten Laserhersteller weltweit. Studiert habe ich vorher an der FH Münster, und meine Frau und ich wollten gern zurück in die Heimat, wir kommen aus Billerbeck.“ Gesagt, getan: Die Familie zog nach Münster. „Das war für mich die Gelegenheit, mich ernsthaft mit der Selbstständigkeit zu beschäftigen. Simon ließ seine alten Kontakte wiederaufleben. „Ich habe Professor Wittrock geschrieben und von meinen Plänen erzählt. Er hat mir den Kontakt zur Impex HighTech GmbH vermittelt, einem Unternehmen mit Produkten aus den Bereichen Optik, Kristalle und Laser, das im Technologiehof hier in Münster sitzt. Da habe ich mich dann einquartiert.“

Staub ist für den Laser sehr gefährlich, die Optiken könnten zerkratzen. Deshalb ist Fingerspitzengefühl gefragt. (Foto: Katharina Kipp)
Staub ist für den Laser sehr gefährlich, die Optiken könnten zerkratzen. Deshalb ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Seitdem genießt der 33-Jährige die Start-up-Atmosphäre. „Ich finde es toll, meine Zeit frei einteilen zu können. Außerdem bin ich nicht mehr spezialisiert auf eine Sache, sondern gucke über den Tellerrand. Zu meinem Tagesgeschäft gehören nicht mehr nur Laser, sondern zum Beispiel auch Steuerangelegenheiten.“ Vor kurzem hat er ein Gründerstipendium bekommen und erhält damit ein Jahr lang 1.000 Euro monatlich. Außerdem begleitet ihn ein Coach. „Diese Absicherung ist sehr schön und das Netzwerk dahinter Gold wert. Ich erhoffe mir neue Impulse für mein Start-up.“

Offiziell gründen will er zum 1. Januar 2020. „Dann geht’s so richtig los, das wird spannend!“ Und alles andere als langweilig: Neben seiner Selbstständigkeit kümmert sich Simon um seine Familie mit zwei kleinen Kindern und studiert Medizinische Physik. „Laser und Medizin zu kombinieren, das war schon immer mein Traum. Und den lebe ich jetzt!“

Von Katharina Kipp


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