EN
FH-Alumnus Maik Wittkowski hat gemeinsam mit seinen Söhnen den FireFlex entwickelt.

Er brennt für mehr Flexibilität – FH-Alumnus Maik hat eine mobile Feuerschale entwickelt

Da steht diese riesige Feuerschale im Garten von Maik Wittkowski. Irgendwie immer im Weg, wenn man sie nicht gerade benutzt. Zu groß und zu schwer, um sie auch mal auf eine kleine Wanderung oder zum Camping mitzunehmen. Aber gerade in solchen Momenten wünscht man sich doch ein Feuer – zum Kochen, zum Aufwärmen oder einfach nur für die passende Stimmung. Und darum hat er den FlexFire entwickelt – eine mobile Feuerstelle, die man wirklich immer dabeihaben kann.

Er brennt für mehr Flexibilität – FH-Alumnus Maik hat eine mobile Feuerschale entwickelt

Da steht diese riesige Feuerschale im Garten von Maik Wittkowski. Irgendwie immer im Weg, wenn man sie nicht gerade benutzt. Zu groß und zu schwer, um sie auch mal auf eine kleine Wanderung oder zum Camping mitzunehmen. Aber gerade in solchen Momenten wünscht man sich doch ein Feuer – zum Kochen, zum Aufwärmen oder einfach nur für die passende Stimmung. Und darum hat er den FlexFire entwickelt – eine mobile Feuerstelle, die man wirklich immer dabeihaben kann.

„In meiner Jugend war ich aktiver Pfadfinder“, sagt Maik. Der 38-jährige arbeitet im Hauptberuf bei Bosch an der Entwicklung und Produktion von Produkten im Bereich regenerativer Energien mit und hat von 2010 bis 2013 bei uns seinen Master in technischer Betriebswirtschaft gemacht hat. „Das Thema Feuer und Nachhaltigkeit hatte für mich vielleicht auch deshalb immer eine gewisse Bedeutung.“ Die Idee einer flexiblen und mobilen Feuerstelle trug der gelernte Produktionsingenieur schon länger mit sich herum. Die Lösung für das Konzept kam dann bei einem Spieleabend, Ende 2018. „Wir haben mit den Kindern so ein Angelspiel gespielt“, erinnert er sich. „Mit Magneten an einer Schnur muss man kleine Fische vom Boden einer aus Pappe zusammengesteckten Säule angeln.“ Das Steckprinzip der Säule lieferte die Vorlage für den FlexFire.

Der FlexFire ist eine kleine Feuerstelle, die aus mehreren Edelstahl-Titan-Platten zusammengesteckt wird. In der kleinsten Variante wiegt er 470 Gramm, in der größten etwa ein Kilogramm. (Foto: privat/Wittkowski)
Der FlexFire ist eine kleine Feuerstelle, die aus mehreren Edelstahl-Titan-Platten zusammengesteckt wird. In der kleinsten Variante wiegt er 470 Gramm, in der größten etwa ein Kilogramm. (Foto: privat/Wittkowski)

Gemeinsam mit seinen beiden ältesten Söhnen begann Maik zu tüfteln. Es brauchte einige Zeit, in der mehrere Prototypen entstanden. „Das Material verzog sich bei Hitze, der Untergrund wurde zu heiß – diese Probleme mussten wir erstmal in den Griff bekommen.“ Wichtig war zudem, dass das Ergebnis flexibel sein sollte. „Wir wollten ein Produkt für alle Fälle“, erklärt Maik. „Für die Solo-Wanderung, bei der man so wenig Gewicht wie möglich mitnehmen will, aber zum Beispiel auch für einen Ausflug mit mehreren Personen, die grillen oder ein kleines Feuer machen wollen.“ Die Lösung: Der FlexFire ist erweiterbar. Vier Seitenwände aus einer Edelstahl-Titanlegierung ergeben zusammengesteckt die kleinste Variante, die knapp 470 Gramm auf die Waage bringt. Ergänzt man zwei weitere und wechselt die Grundplatte, hat man die größere Variante, die immer noch schlanke 800 Gramm wiegt. Das Ganze kann dann noch zu einer Grillvariante verwandelt werden, die etwa 1,0 Kilo wiegt. „So kann man ganz flexibel den passenden Begleiter für die jeweilige Tour wählen und muss nicht mehrere Produkte kaufen.“

Ein Familienprojekt: Entwickelt hat Maik Wittkowski den FlexFire gemeinsam mit seinen Söhnen. Der 18-jährige Marlon kümmert sich inzwischen unter anderem um die Foto- und Videoproduktion fürs Marketing. (Foto: privat/Wittkowski)
Ein Familienprojekt: Entwickelt hat Maik Wittkowski den FlexFire gemeinsam mit seinen Söhnen. Der 18-jährige Marlon kümmert sich inzwischen unter anderem um die Foto- und Videoproduktion fürs Marketing. (Foto: privat/Wittkowski)

Produziert wird der FlexFire komplett nachhaltig lokal in Deutschland bzw. Nordrhein-Westfalen. Die Einzelteile werden von einem Metallverarbeitungsbetrieb aus der Region gefertigt, die ebenfalls selbst entwickelte Tasche aus robuster Baumwolle, in der alles verstaut werden kann, von Behindertenwerkstätten in Köln. Die Logistikzentrale bildet das Eigenheim der Wittkowskis.

Nachdem die Grundidee für eine Steckbare Feuerstelle stand, wurden verschiedene Prototypen aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, bis schließlich die heutige Version entstand. Praktisch: Auf ihr sind nicht nur das Logo, sondern auch wichtige Hinweise zum Gebrauch eingraviert. (Foto: privat/Wittkowski)
Nachdem die Grundidee für eine Steckbare Feuerstelle stand, wurden verschiedene Prototypen aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, bis schließlich die heutige Version entstand. Praktisch: Auf ihr ist nicht nur das Logo, sondern auch wichtige Hinweise zum Gebrauch eingraviert. (Foto: privat/Wittkowski)
Nachdem die Grundidee für eine Steckbare Feuerstelle stand, wurden verschiedene Prototypen aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, bis schließlich die heutige Version entstand. Praktisch: Auf ihr ist nicht nur das Logo, sondern auch wichtige Hinweise zum Gebrauch eingraviert. (Foto: privat/Wittkowski)
Nachdem die Grundidee für eine Steckbare Feuerstelle stand, wurden verschiedene Prototypen aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, bis schließlich die heutige Version entstand. Praktisch: Auf ihr ist nicht nur das Logo, sondern auch wichtige Hinweise zum Gebrauch eingraviert. (Foto: privat/Wittkowski)

 „Wir prüfen die Qualität und packen hier alles selbst zusammen und schicken es dann an Zwischenhändler oder die Kunden weiter.“ Sohn Marlon (18) hat außerdem in Zusammenarbeit mit Thomas Mohn, einem befreundeten Fotograf aus Münster, die Foto- und Videoproduktion fürs Marketing übernommen. Sohn Jonas (15) ist für die Weiterentwicklung im Bereich Material und Logistik zuständig. Ein kleines Familienunternehmen. „In Deutschland verkaufe sich der FlexFire schon ganz gut“, sagt Maik. „Wir haben jetzt auch eine größere Bestellung aus Japan bekommen und wollen diesen Markt auch noch erschließen.“

Flexibel auf die Krise reagiert: Als die Corona-Pandemie das Wachstum ihres kleinen Unternehmens bremste, stiegen die Wittkowskis kurzfristig auf die Herstellung von Gesichtsmasken um. (Foto: privat/Wittkowski)
Flexibel auf die Krise reagiert: Als die Corona-Pandemie das Wachstum ihres kleinen Unternehmens bremste, stiegen die Wittkowskis kurzfristig auf die Herstellung von Gesichtsmasken um. (Foto: privat/Wittkowski)

Die Corona-Pandemie bremste das erwartete Wachstum etwas und auch bei den Zulieferern machte sich die Krise bemerkbar. „Wir sind kurzfristig auf die Herstellung von Gesichtsmasken umgestiegen“, sagt Maik. Die lassen sich individuell auf die Person anpassen, die sie tragen müssen. „Genäht werden sie von freiberuflichen Näherinnen hier in Münster. Die Logistik haben wir einfach vom FlexFire übernommen.“ Die Nachfrage ist riesig, die Familie verdient an den Masken allerdings nichts. „Der Umsatz deckt die Produktionskosten, das war auch so gewollt“, erklärt Maik. „Wir legen allerdings zu jeder Sendung noch einen Flyer vom FlexFire bei – insofern ist das für uns auch eine gute Marketingaktion.“ Auf die Krise reagieren Wittkowskis also mit dem, was ihnen an ihren Produkten am wichtigsten ist: Flexibilität.

 

Von Moritz Schäfer


Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Seite drucken