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Christian Helcig hat für seine Promotion den Promotionspreis 2020 erhalten.

Pionierarbeit für die Forschung: Christians Promotion dreht sich um die Scheibe

„Die Finanzierung ist schmal, die Aufgaben sind sehr ausführlich und zeitlich ist es eigentlich gar nicht zu schaffen. Wäre das etwas für sie?“ So ähnlich klang die Beschreibung des Projekts, das Christian Helcig 2011 für seine Promotion von Prof. Dr. Stefan aus der Wiesche vorgeschlagen wurde. Damals musste er nicht lange nachdenken – seine Antwort: „Hervorragend, genau das, was ich suche!“

Pionierarbeit für die Forschung: Christians Promotion dreht sich um die Scheibe

„Die Finanzierung ist schmal, die Aufgaben sind sehr ausführlich und zeitlich ist es eigentlich gar nicht zu schaffen. Wäre das etwas für sie?“ So ähnlich klang die Beschreibung des Projekts, das Christian Helcig 2011 für seine Promotion von Prof. Dr. Stefan aus der Wiesche vorgeschlagen wurde. Damals musste er nicht lange nachdenken – seine Antwort: „Hervorragend, genau das, was ich suche!“

Inzwischen liegt seine Dissertation über den Wärmeübergang rotierender Scheiben gebunden vor ihm auf dem Tisch. „Rotierende Scheiben finden sich eigentlich überall“, erklärt er. „Als Bremsscheibe am Auto, als Festplatte im Computer und sogar in Raumsonden.“ Die Kernfrage seiner Arbeit war: Wie genau ist das Abkühlungsverhalten von solchen Scheiben? „Und zwar in verschiedenen Umgebungen, also Gasen und Flüssigkeiten.“ Zum Thema gab es zwar schon einige Arbeiten, wirkliche Grundlagen waren aber noch nicht vorhanden. Insofern leistete Christian gemeinsam mit dem Team am Fachbereich Maschinenbau Pionierarbeit für die Wissenschaft.

Neben Simulationen am Computer musste Christian auch einige Experimente durchführen, die sich teilweise über Tage erstreckten. „Ich habe hier gemeinsam mit Studierenden quasi die Nächte durchgemacht. Das Wachbleiben fiel uns nicht immer leicht – da wurde schon mal die Musikanlage nebenbei aufgedreht“, erinnert er sich und muss grinsen.

Nicht nur Situationen am Fachbereich selbst sind ihm in Erinnerung geblieben. „Ein Highlight war sicherlich die Messung, die wir im Wasserschleppkanal der Schiffsbauversuchsanstalt in Hamburg machen konnten.“ Eine Aktion, die über den Zeitraum von fünf Jahren vorbereitet wurde, und für die in Hamburg dann am Ende weniger Zeit als geplant zur Verfügung stand. „Aber es hat alles super funktioniert – das Team war perfekt eingespielt“, erzählt Christian. „Am Ende konnten wir so viele Messdaten mit nach Hause nehmen, dass wir noch heute davon zehren.“

Im Labor für Wärme-, Energie- und Motorentechnik von Prof. Stefan aus der Wiesche führte Christian Helcig die meisten seiner Untersuchungen durch. (Foto: Moritz Schäfer)
Im Labor für Wärme-, Energie- und Motorentechnik von Prof. Stefan aus der Wiesche führte Christian Helcig die meisten seiner Untersuchungen durch. (Foto: Moritz Schäfer)

Inzwischen arbeitet Christian als Oberingenieur am Lehrstuhl für Turbomaschinen und Flugantriebe der Technischen Universität München und kann aus Erfahrung die Abläufe einer Promotion an Universitäten und Fachhochschulen vergleichen. „An einer Fachhochschule zu promovieren hat extreme Vorteile“, sagt er. „Wenn man lernen will, selbstständig zu agieren, dann ist man hier genau richtig.“ Elektronik für die Experimente löten, Teile bestellen, die Reiseplanung machen und Abläufe organisieren – das alles habe er während seiner Promotion gelernt. „Im Grunde alles Dinge bei denen man denkt ‚Meine Güte ist das ätzend‘. Aber man profitiert enorm davon im späteren Leben.“

Für seine Dissertation untersuchte Christian den Wärmeübergang rotierender Scheiben. Im Alltag findet man sie überall - als Bremsscheibe am Auto, als Festplatte im Computer und sogar in Raumsonden. (Foto: Moritz Schäfer9
Für seine Dissertation untersuchte Christian den Wärmeübergang rotierender Scheiben. Im Alltag findet man sie überall - als Bremsscheibe am Auto, als Festplatte im Computer und sogar in Raumsonden. (Foto: Moritz Schäfer)

Die Zeit seiner Promotion sei rückblickend betrachtet viel zu schnell zu Ende gegangen, sagt Christian. Ihm fehle das familiäre Miteinander des Teams am Fachbereich Maschinenbau. „Insofern kann ich allen nachfolgenden Generationen von Promovierenden nur den Rat geben: Genießt die Tage hier, es lohnt sich!“

Von Moritz Schäfer


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