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Tim Aufdemkamp bei einem Parkour-Sprung

Hindernisse wie im Flug überwinden: Tim macht mit Leidenschaft Parkour

Bei dieser Sportart geht es darum, Hürden und Barrieren durch die Kombination verschiedener Bewegungen möglichst geschickt zu überwinden. Parkour gilt deshalb auch als „Kunst der effizienten Fortbewegung“. Für unseren Absolventen Tim Aufdemkamp ist sein Sport eindeutig mehr als ein Hobby.

Hindernisse wie im Flug überwinden: Tim macht mit Leidenschaft Parkour

Bei dieser Sportart geht es darum, Hürden und Barrieren durch die Kombination verschiedener Bewegungen möglichst geschickt zu überwinden. Parkour gilt deshalb auch als „Kunst der effizienten Fortbewegung“. Für unseren Absolventen Tim Aufdemkamp ist sein Sport eindeutig mehr als ein Hobby.

Als kleiner Junge hat er jahrelang intensiv Geräteturnen betrieben, im Alter von elf Jahren aber auf Fußball umgesattelt – weil das die meisten anderen Jungs gespielt haben. Mit siebzehn brachte ihn ein Parkour-Kurs jedoch zurück zu seinen Turnwurzeln. „Das hat mir einfach ultra Spaß gemacht“, erinnert sich der 28-Jährige. Und seine Begeisterung für diese Sportart hält bis heute an: „Man ist viel draußen und trifft total coole Leute. Früher habe ich viele Sprünge und Saltos gemacht. Heute versuche ich, durch flüssige Bewegungsabfolgen in eine Art Flow zu kommen.“

Tim Aufdemkamp
Parkour macht er am liebsten „im Flow“.

Eher zufällig ist er über Parkour auch zum Unternehmer geworden: „Für ein Event haben wir ein Team gegründet und uns T-Shirts gestaltet. Auf die sind wir dann ständig von anderen angesprochen worden, die die Shirts auch kaufen wollten. Also haben wir halt noch ein paar drucken lassen.“ Und dann wurden es mehr und mehr. So ist das grüne und nachhaltige Label „Ohana“ entstanden, das Sportkleidung aus Biobaumwolle und Bambus-Eukalyptusfasern produziert. Ohana ist Hawaiianisch und bedeutet Familie. „Parkour ist nämlich ein bisschen wie eine Familie: alle stehen füreinander ein. Und wir haben uns damals echt wie Brüder gefühlt“, erzählt Tim von dem Moment in der Eisdiele, als er und seine Kumpel den Namen Ohana auf eine Serviette kritzelten. „Hawaiianisch ist genau wie Parkour eine Subkultur, es gibt nur wenige Tausend Muttersprachler.“ Die erste Kollektion haben sie noch in der Werkstatt des Fachbereichs Design bedruckt. Danach kauften sie sich eine eigene Siebdruckmaschine und druckten in der Garage von Tims Freund und Geschäftspartner Martin Collmann. Die Bestellungen verschickten sie eigenhändig. Mittlerweile lassen sie für sich drucken und haben ein kleines Team, das sie beim organisatorischen Bürokram unterstützt. Im Verein für Mototherapie und Psychomotorische Entwicklungsförderung gibt Tim seine Leidenschaft für Parkour übrigens in verschiedenen Kursen auch an Kinder weiter.

Tim Aufdemkamp
Er trägt selbst fast ausschließlich Klamotten seines eigenen nachhaltigen Labels „Ohana“.

Neben den ganzen Aktivitäten rund um seine Sportart hat der gebürtige Osnabrücker am Fachbereich Architektur unserer Hochschule, der Münster School of Architecture (MSA), den Bachelor und den Master absolviert. Und außerdem als Tutor gearbeitet. Natürlich hat er versucht, seine Parkour-Faszination auch irgendwie mit dem Studium zu verknüpfen und unter anderem in einem fiktiven Entwurf eine Bewegungslandschaft für den seiner Meinung nach „absolut toten“ Hafenplatz in Münster entwickelt. „Man muss Plätze heutzutage neu definieren und coole Ecken anlegen, die einladend wirken und Möglichkeiten für urbanen Sport bieten“, erklärt der junge Architekt. „Das alte Rom ist ein Paradebeispiel für funktionierende Plätze.“

Tim im Digital Labor vor mehreren Monitoren
Neben Studium, Parkour und Unternehmerdasein hat Tim auch jahrelang als Tutor im Team der technischen Gebäudeausrüstung der MSA gearbeitet.

Mitten in der Corona-Krise hat Tim per Videokonferenz sein Masterkolloquium abgelegt und anschließend direkt in einem Architekturbüro in Osnabrück angefangen. Der MSA bleibt er über einen Lehrauftrag auch zukünftig verbunden. Er hofft außerdem, genügend Zeit zu finden, um seine zahlreichen anderen Interessen weiterhin zu verfolgen. Und so oft wie möglich mit virtuosen Moves über Mauern, Dächer und sonstige Hindernisse hinwegzufliegen.

Von Stefanie Gosejohann


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