Operation am Bauwerk: Injektionsbohrnadeln helfen bei Fugenreparaturen

Manchmal passiert es: ein Loch im Fugenband, Wasser tritt aus. Injektionen nach Bohrungen helfen, sind aber aufwendig und teuer. Felix Basler untersucht eine neue Sanierungsmethode: Injektionsbohrnadeln.

Felix Basler steht im Bautechnischen Zentrallabor unserer Hochschule und hält eine bedrohlich wirkende Nadel in der Hand. Sie ist etwa 10 Zentimeter lang, aus Edelstahl, und sie ist natürlich nicht für Operationen am Menschen gemacht. Sondern für Bauwerke, konkret: für die Sanierung von Fugen, zum Beispiel im Tunnelbau. Denn Tunnel bestehen je nach Bauweise aus vielen einzelnen Blöcken einer Innenschale oder bei mittels Schildmaschinen aufgefahrenen Tunneln aus einzelnen Fertigteilsegmenten, den sogenannten Tübbingen. Diese werden durch Dichtungsrahmen miteinander verbunden, bei den Blöcken aus Ortbeton sind es Fugenbänder. Sind sie beschädigt, tritt Wasser aus, das irgendwann durch die Fuge sickert.

Um die Leckage nachträglich abzudichten, hat man bislang Dichtmittel durch aufwändige Betonbohrungen seitlich der Fugen injiziert. Dass es anders geht, zeigt das hessische Unternehmen Desoi GmbH. Es hat Injektionsbohrnadeln entwickelt, mit denen man ein Dichtmittel, zum Beispiel Polyurethanharz oder Acrylatgel, direkt hinter das Fugenband injiziert. Man durchbohrt also die Bänder, im Fachjargon Tübbingdichtungsprofile oder Fugenbänder genannt – und genau das war bislang ein Tabu. Desoi GmbH wollte wissen, wie gut die Nadeln tatsächlich funktionieren, und fragte Prof. Dr.-Ing. Dietmar Mähner von unserer Hochschule.

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