Nachwuchsprofessur: FH Münster liefert Vorbild für ganz NRW

Unser Modell der Nachwuchsprofessur macht landesweit Schule: Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung legt eigens zur Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs ein Programm auf. Worum es dabei geht und was daran so attraktiv ist, erklären FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski und Nachwuchsprofessorin Dr. Lydia Lammers im Interview.

Nachwuchsprofessur als Karriereweg an Fachhochschulen – was genau ist das?
von Lojewski:
Die jungen Wissenschaftler sind in der Regel befristet mit einer halben Stelle für Lehr- und Forschungsaufgaben an einem Fachbereich unserer Hochschule beschäftigt, die andere Hälfte absolvieren sie in einem Unternehmen. Dort erlangen sie die nötige Berufserfahrung in der Praxis – das ist eine häufig noch fehlende Voraussetzung für eine Professorenberufung an einer Fachhochschule. Dieses Procedere haben wir gerade erprobt, das Ministerium übernimmt es so.

 

Wir sind die Vorreiter für das Modell. Warum brauchte es das überhaupt?
von Lojewski:
Bei der Suche nach qualifizierten Bewerbern für Professorenstellen konkurrieren wir mit Unternehmen um die besten Köpfe – manchmal auch erfolglos. Deshalb sind wir 2013 mit dem Modell Nachwuchsprofessur in die Offensive gegangen. Denn anders als Universitäten haben wir bisher keine gesicherten Karrierewege in eine Professur. Dieses Modell dient uns als einer der Bausteine, um die Bedingungen für eine wissenschaftliche Laufbahn an einer Fachhochschule zu verbessern.

 

Mal davon abgesehen, dass es ein großes Kompliment für uns ist, dass unsere Idee nun Schule macht.Was haben wir davon?
von Lojewski:
Akademiker, die diesen Karriereweg gehen, werden für eine professorale Zukunft an einer Fachhochschule offener sein als wissenschaftlicher Nachwuchs an Universitäten. Wenn jetzt alle NRW-Hochschulen auf diesen Zug aufspringen, profitieren wir letztendlich alle voneinander.

 

Werden wir auch finanziell davon profitieren?
von Lojewski:
Das Land fördert das Programm mit insgesamt bis zu 15 Millionen Euro, in der ersten Förderphase werden 80 Stellen zur Verfügung stehen. Natürlich hoffen wir, für einige den Zuschlag zu bekommen.

 

Frau Dr. Lammers, Sie sind eine von sechs Nachwuchsprofessorinnen an der FH Münster. Was macht diese Stelle für Sie als Mineralogin so attraktiv?
Lammers:
Ich finde das Programm sehr gut, weil ich dadurch eine Chance für meine Karriereplanung erhalten habe, die ich so nicht gehabt hätte. Sicher ist es nicht immer einfach, den Spagat von Praxis im Unternehmen sowie Lehre und Forschung an der Hochschule hinzubekommen, das ist eine große Herausforderung, kann aber auch einen besonderen Reiz ausmachen. Am Ende werde ich mich für eine Professur gut vorbereitet fühlen. Und nicht zuletzt ist dies für mich als Mutter auch ein familienfreundliches Modell.

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