Wenn der Rückflug gecancelt ist: Daniel Schaschek berichtet aus Mexiko

Während sich in Deutschland viele Menschen Sorgen machen um ihre Gesundheit, ihren Job oder die Kinderbetreuung, hatte Daniel Schaschek von der TAFH Münster GmbH ein anderes Problem: Er saß in Mexiko fest. Wie er die Lage dort erlebt hat und wie er letztendlich doch noch nach Hause kam, erzählt er im Interview.

Daniel, du bist im März nach Mexiko geflogen, deine Frau war schon länger dort. Hattest du keine Sorgen, wegen des Coronavirus nicht wieder zurückzukommen?

Überhaupt nicht. Die Entwicklung war so dynamisch, ich habe keine Sekunde dran gedacht, dass sich einzelne Länder abschotten und Airlines ihren Flugverkehr nahezu einstellen würden. Ich stand schon vor meinem Abflug in Kontakt zur Deutschen Botschaft. Als dann unser Rückflug gecancelt wurde, habe ich Ruhe bewahrt. Das hat zum Glück ganz gut geklappt.  

Wie ist die Lage in Mexiko? Was merkt man da vom Coronavirus?

In Mexiko wurden die Sicherheitsvorkehrungen etwas angepasst. Nahezu jeder trägt Mundschutz, und alle achten extrem auf Hygiene – das ist sonst nicht so der Fall. Wir konnten uns da frei bewegen, haben allerdings unsere Reisepläne aus Sicherheitsgründen geändert. Eigentlich wollten wir weiter nach Cancún, weil ein Student der FH Münster, Jonas Gabriel, dort einen Vortrag halten wollte – das fiel natürlich auch aus. Stattdessen sind wir in Cuernavaca geblieben und haben uns dort in einem Bungalow einquartiert. Wir haben uns sozusagen freiwillig in Quarantäne begeben. Generell würde ich sagen, dass das Thema Coronavirus noch nicht so ganz in Mexiko angekommen ist. Man gibt sich ganz normal die Hand, umarmt sich freundlich – das wundert mich schon sehr. Allerdings wurden alle touristischen Highlights geschlossen, darunter die weltberühmten Pyramiden, auch die Museen und die meisten Restaurants und Cafés sind zu. Das Bild der Megametropole Mexiko-Stadt hat sich dadurch extrem verändert, es ist viel weniger los. Das merkt man auch am Verkehr: Im Ballungsraum Mexiko-Stadt leben circa 25 Millionen Menschen, und wenn man hier Auto fahren will, landet man normalerweise sofort im Stau. Manche Strecken bin ich in nur 20 Minuten gefahren, für die ich sonst zwei Stunden gebraucht habe. Außerdem kann man jetzt in Mexiko viel besser atmen, weil die Luftverschmutzung gerade nicht so hoch ist.

Wie bist du mit der Situation umgegangen?

Meine Frau und ich haben immer darauf geachtet, uns zu schützen. Wir haben große Menschenansammlungen gemieden, niemanden umarmt und uns oft die Hände gewaschen – genau wie das Robert Koch-Institut das vorschlägt. Generell war die Situation für uns leichter, weil hier Verwandte von uns leben, die uns geholfen haben. Und wir hatten uns schon vor der Reise auf eine Liste der Deutschen Botschaft setzen lassen, um zu informieren, dass wir in Mexiko sind. Das macht hierzulande ohnehin Sinn, auch in coronafreien Zeiten. Dadurch stand ich sehr frühzeitig mit der Botschaft in Kontakt – und dann ging plötzlich alles ganz schnell.

Was ist passiert?

Am 31. März – ich war gerade dabei, die Fragen dieses Interviews zu beantworten – kam plötzlich eine Nachricht von der Deutschen Botschaft, dass ein letzter Flug organisiert werde. Wir haben dann schnell gepackt und sind sofort zum Flughafen gefahren. Dort mussten wir fast sechs Stunden warten, bis wir endlich unsere Tickets und den Sicherheitscheck absolviert hatten. Wir sind zwar ein paar Tage früher nach Hause geflogen, sind aber natürlich froh, überhaupt wieder hier zu sein. Für den Ernstfall hatte ich sogar mein Notebook eingepackt, um notfalls von Mexiko aus arbeiten zu können. Zum Glück war das nicht nötig.

Worauf freust du dich jetzt am meisten?

Ganz klar: auf Currywurst, Pommes und Mayo. Diese Kombination lässt mein Ruhrpottherz immer höherschlagen!

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