Digitaler Touristenguide: Mit Augmented Reality Gebäude erleben

Ist ein Gebäude zerstört, bleibt es unwiderruflich verschwunden. Doch dank Augmented-Reality ist es trotzdem erlebbar. Möglich macht das der digitale Touristen-Guide „Tour-Heroes“ von AugmentLabs. Unterstützung bekommt das Start-up von unserer Hochschule.

Denn Prof. Dr. Tobias Rieke vom Institut für Prozessmanagement und Digitale Transformation (IPD) und sein Mitarbeiter Tim Seyock helfen bei der Entwicklung der App – und lernen dabei selbst auch noch hinzu. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir uns vor allem auf Augmented-Reality-Anwendungen für Service-Prozesse in Unternehmen konzentriert. Da standen besonders die Funktionalität und die Prozessintegration im Fokus. Jetzt muss die App vor allem Freude machen und spannend sein“, erklärt Rieke. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert die Entwicklung der App mit rund 150.000 Euro über das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP). Mehr als 200 Unternehmen hatten Anträge auf die Fördergelder eingereicht und nur etwa 20 bis 30 eine Zusage bekommen. „Der innovative Charakter des Projekts wird demnach als sehr hoch angesehen, sonst hätte es die Förderung nicht gegeben“, sagt Seyock.

Durch Augmented-Reality lassen sich Dinge wieder im realen Raum platzieren, Informationen liefern, Geschichten erzählen, Führungen ergänzen. Und mit spielerischen Ansätzen ist das auch für junge Zielgruppen interessant. „Zusätzlich nutzen wir künstliche Intelligenz, um die Nutzerinnen und Nutzer zu lenken, beispielsweise von den Sehenswürdigkeiten in die Innenstädte, um den lokalen Handel zu stärken. KI dient aber auch dazu, um grundsätzlich auf automatisch importierte Events, Ausstellungen oder Veranstaltungen aufmerksam zu machen – sowohl für Touristinnen und Touristen als auch für die Bürgerinnen und Bürgern auf ihren Alltagswegen“, erklärt Thomas Gornas. Er hat AugmentLabs zusammen mit Maximilian Gust gegründet.

Aktuell arbeiten die Partner an der möglichst realistischen Abbildung der Inhalte. Spätestens Ende August 2022 soll die App fertig sein und auf den Markt kommen. Dann endet auch die Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums – eine weitere Besonderheit. „Normalerweise fördert der Bund nur die Entwicklung von Prototypen. Dass es in diesem Programm eine finanzielle Unterstützung bis zur Marktreife gibt, zeigt wie wichtig auch dem Bund der Erfolg der App ist“, erklärt Christian Holterhues, Innovationsberater der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld. Die wfc hat das Start-up bei der Antragsstellung unterstützt und im Vorfeld den Kontakt zu unserer Hochschule vermittelt. „Dass AugmentLabs und die FH Münster in der Entwicklung des AR-Reiseführers zusammenarbeiten, war sicherlich auch ein großer Vorteil im Wettbewerb um die Fördermittel. Wir arbeiten daran, dass es künftig noch mehr solche erfolgreichen Kooperationen gibt“, so Holterhues. 

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