AUDI-Marketingexpertin sprach über Unternehmensstrategien für die Zeit nach der Pandemie

Rund 30 Jahre nach ihrem Abschluss an der FH Münster hat AUDI-Vorständin Hildegard Wortmann jetzt ihre ehemalige Hochschule besucht. Mit Vizepräsident Carsten Schröder sprach sie über „Neue Normalität = neue Markenpositionierung? Unternehmensstrategien für die Zeit nach der Pandemie“.

„Die Automobilindustrie wandelt sich, man muss innovativ denken und das ist eine große Chance, sich neu aufzustellen“, sagte die AUDI-Vorständin für Marketing und Vertrieb. Die Zukunft sei definitiv elektrisch. Nur so ließe sich CO2 nachhaltig reduzieren und ein Beitrag zum Klimawandel leisten. Das Thema Nachhaltigkeit setze sich in der gesamten Unternehmensstrategie fort. Bis spätestens 2050 wolle Audi bilanziell komplett CO2-neutral sein – in dem Wissen, dass das nicht ausreiche, um die Welt zu retten. „Entscheidend ist, dass wir uns auf den Weg machen.“

Wie wichtig das Thema Nachhaltigkeit ist, betonten in der anschließenden Podiumsdiskussion auch die weiteren Gäste: Jens Röttgering, Inhaber von Hengst SE, Susanne Wolff, Geschäftsführerin von Outlaw gemeinnützige Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe mbH, und der designierte FH-Präsident Prof. Dr. Frank Dellmann. Zurück zum Alten könne man nach der Pandemie nicht mehr kommen, war die einhellige Meinung. Durch die Digitalisierung habe sich sehr viel verändert, gute Fachkräfte zu finden werde immer schwieriger und was früher einmal premium war, ändere sich jetzt. „Man muss das neu definieren“, sagte Wortmann. „Aus meiner Sicht ist Nachhaltigkeit das neue Premium.“

Die 50 Teilnehmer*innen im Hörsaal und die 200 digital zugeschalteten konnten im Anschluss Fragen stellen, mit einer kleinen Auswahl wandte sich Schröder an seine Gäste. Mehrheitlich gefordert war die AUDI-Vorständin: Wie ist es als Frau in der Automobilindustrie? „Die Autoindustrie hat sich gewandelt und ich appelliere ganz deutlich an alle Frauen: Jetzt ist die richtige Zeit, um in die Automobilbranche einzusteigen! Wir brauchen starke Kräfte und da fallen mir Frauen ein.“ Wird das Auto mehr und mehr zum Lebensraum? „Absolut, das stimmt! Es geht nicht mehr darum, nur noch von A nach B zu fahren. Vor hundert Jahren wurden Fahrzeuge von außen nach innen entwickelt. Jetzt ist das umgekehrt.“ Große Themen seien die Digitalisierung in den Fahrzeugen und das autonome Fahren.

Und welche Erkenntnisse bleiben nach der Pandemie? Die nonverbale Kommunikation bleibe wichtig, man sehne sich nach Präsenz, sagte Dellmann. Den Digitalisierungsschub nannten Röttgering, Wolff und Wortmann unisono. „Wir werden reflektieren, was uns wirklich wichtig ist. Die Pandemie hat uns gezeigt, dass die Welt verletzlich ist. Jetzt ist Zeit zu handeln“, so Wortmann.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der digitalen Vortragsreihe „fhuture“ und anlässlich des 50-jährigen Hochschuljubiläums statt. Es war der dritte „fhuture“-Termin im Jubiläumsjahr und der erste des Fachbereichs Wirtschaft, der Münster School of Business (MSB).

Zum Thema: Die FH Münster und die TAFH Münster GmbH nehmen ihre Verpflichtung als Innovationsmotor gerade in diesen schwierigen Zeiten sehr ernst. Daher bietet die Hochschule im Rahmen des Online-Formats „fhuture“ Beratungs- und Informationsangebote zu Themen und Faktoren, die aus ihrer Sicht die Zukunft prägen werden – nach dem Motto „Gemeinsam in den Zeiten des Wandels“.

„fhuture“ ist eine Initiative der FH Münster und der TAFH Münster in Kooperation mit der gdf (Gesellschaft der Freunde der FH Münster) und der Initiative TRAIN (Initiative zur Förderung des Wissens- und Technologietransfers im Kreis Steinfurt).

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