Erste Professur für Physiotherapie an unserer Hochschule: Prof. Dr. Marion Grafe berufen

Prof. Dr. Marion Grafe ist Physiotherapeutin und Therapiewissenschaftlerin. Nun hat der Fachbereich Gesundheit sie für die erste Professur für Physiotherapie berufen. Für Grafe besonders wichtig: praxisnahe Forschung und das therapeutische Handeln kontinuierlich zu reflektieren.

 

„Ich wollte schon immer Physiotherapeutin werden“, erinnert sich Dr. Marion Grafe, die nun als neuberufene Professorin für Physiotherapie die erste Professur dieser Art an unserer Hochschule besetzt. Bewegung und körperliche Aktivität, so ist Grafe überzeugt, sind höchst wirkungsvolle und dabei kostengünstige und nahezu nebenwirkungsfreie Präventions- und Therapiemöglichkeiten. Die einzelnen Patient*innen bestmöglich dabei zu unterstützen, dieses Potenzial zu nutzen, erfordere neben dem Wissen über therapeutische Methoden auch umfassende Kommunikations- und Reflexionskompetenzen. Grafe begeistert die anwendungsnahe Forschung und die Arbeit mit den Studierenden: „Das ist für mich eine der schönsten Aufgaben, die man so haben kann.“ Denn Hochschulen seien der Ort, wissenschaftsbasiert innovative Ideen zu entwickeln, sie in Praxiskooperationen zu erproben – wie etwa mit dem Universitätsklinikum Münster (UKM) – und so die therapeutischen Berufsgruppen weiterzuentwickeln.

Nachdem Grafe ihre Ausbildung in Münster abgeschlossen hatte, kamen die ersten Studiengänge für Physiotherapie auf. Parallel zu ihrem Bachelorstudium an der Hochschule Osnabrück und ihrem Masterstudium an der HAWK Hildesheim arbeitete sie in verschiedenen ambulanten Praxen. „Später – in meiner Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin – haben mir internationale Kooperationen, beispielsweise mit einer australischen Hochschule, einen neuen Blick auf meinen Beruf eröffnet“, erzählt die 41-Jährige. Australien gelte als Mutterland der Physiotherapie, dort habe es bereits früh Forschung auf dem Gebiet gegeben und Therapeut*innen arbeiten dort schon lange unabhängig von ärztlichen Verordnungen im sogenannten Direktzugang. Auch im europäischen Ausland sei die akademische Qualifizierung von Physiotherapeut*innen längst Standard, erklärt Grafe. „In Deutschland wird das Potenzial der Therapieberufe bei Weitem nicht ausgeschöpft. Es lohnt sich auch hier in andere Länder zu schauen. So kann eine Stärkung der Rolle der Physiotherapie auch einen ökonomischen Nutzen haben, beispielsweise mit Blick auf den Erhalt von Selbstständigkeit oder die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten.“ Für eine zukunftsfähige therapeutische Versorgung und um den internationalen Anschluss nicht zu verlieren, sei es daher unabdingbar auch in Deutschland zu forschen, Forschungsergebnisse zu integrieren und das therapeutische Handeln kontinuierlich zu reflektieren. Diese Haltung wolle sie auch den Studierenden mitgeben.

Während und nach ihrer Promotion arbeitete Grafe neun Jahre lang an unserer Hochschule – zunächst als Lehrkraft für besondere Aufgaben, dann als Nachwuchsprofessorin mit einer weiteren halben Stelle im UKM, wo sie die Stabsstelle Therapiewissenschaften aufgebaut und geleitet hat, zuletzt zwei Jahre in Vollzeit. „Ich stehe immer noch in guter Verbindung zum UKM.“ So begleitet die FH-Professorin dort laufende Projekte weiter – beispielsweise zur Steigerung der körperlichen Aktivität während des Krankenhausaufenthalts. Auch in Zukunft möchte sie gemeinsame Projekte planen. Studierende haben auf diesem Weg etwa die Möglichkeit, praxisnahe Abschlussarbeiten zu schreiben.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Seite drucken