Expertin für psychische Erkrankungen berufen: Prof. Dr. Claudia Amelie Dietrich lehrt am Fachbereich Sozialwesen

Prof. Dr. Claudia Amelie Dietrich wurde zum Wintersemester an den Fachbereich Sozialwesen berufen. Die Psychiaterin möchte ihr Wissen aus der Praxis an die Studierenden der Sozialen Arbeit weitergeben.

„Psychische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Sozialarbeiter*innen kommen an vielen Stellen mit psychisch Erkrankten in Kontakt, zum Beispiel im Bereich der Suchthilfe, in der Arbeit mit Demenzkranken oder im Umgang mit erkrankten Elternteilen in der Kinder- und Jugendhilfe“, erklärt Psychiaterin Prof. Dr. Claudia Amelie Dietrich, die seit September Professorin für Sozialmedizin und Gesundheitsförderung an unserer Hochschule ist.

Wissen über psychische Störungen zu vermitteln, ist der neuberufenen Professorin ein besonderes Anliegen: „Ich finde es wichtig, dass die Studierenden die Krankheitsbilder verstehen und das Verhalten der betroffenen Personen dadurch besser einordnen können.“ Darüber hinaus möchte sie ihren Studierenden einen Blick über den Tellerrand ermöglichen und für das Thema globale Gesundheit sensibilisieren.

Erst kürzlich war die 39-Jährige für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auf dem afrikanischen Kontinent im Einsatz, um medizinisches Personal vor Ort in der Diagnose und Behandlung psychischer Erkrankungen zu schulen. Sie ist die erste Psychiaterin, die von der Organisation in die zentralafrikanische Republik, eines der ärmsten Länder der Welt, entsendet wurde. „Während meiner Zeit dort habe ich eindrücklich erlebt, wie prekär die Lebenssituation der Bevölkerung in einem Land ohne Gesundheitsversorgung ist. Das möchte ich den Studierenden näherbringen, damit sie zum Beispiel in der Arbeit mit Geflüchteten im Blick behalten, wie unterschiedlich Lebenswelten und der Zugang zu medizinischen Behandlungen sein können“, sagt sie.

Nach dem Studium der Medizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg wechselte Dietrich für ihre Fachärztinnenausbildung 2011 an das Universitätsklinikum der RWTH Aachen. Dort war sie anschließend mehrere Jahre als Oberärztin in der psychiatrischen Notfallversorgung tätig und in die Planung der Lehre eingebunden. Zudem leitete sie eine an die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik angegliederte Beratungsstelle für Studierende. Berufsbegleitend studierte sie an der HHU Düsseldorf den Master Public Health und setzte sich vertieft mit der Frage auseinander, wie Gesundheitsprobleme, gesellschaftliche Entwicklungen und staatliche Einflüsse zusammenhängen.

Der Wunsch nach mehr Zeit für die Lehre war ein Grund, warum Dietrich sich auf die Professur am Fachbereich Sozialwesen beworben hat. „Ich habe schon immer gerne gelehrt und hatte während meiner klinischen Arbeit nur sehr wenig Zeit dafür“, erinnert sie sich und sagt weiter: „Ich finde es bereichernd, dass ich den Studierenden etwas mitgeben kann und möchte dazu beitragen, dass sie unterschiedliche Perspektiven einnehmen. Schließlich kommt Sozialarbeiter*innen eine extrem wichtige Rolle zu. Sie arbeiten viel niedrigschwelliger mit Klient*innen zusammen als Therapeut*innen oder Ärzt*innen und haben dadurch einen besseren Einblick in die Lebenswelt von Menschen, die eine psychische Erkrankung haben.“

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