Lebensqualität und Teilhabe im eigenen Quartier

Hat Stadtteilarbeit einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität? Das haben Studierende des Masters „Soziale Arbeit und Forschung“ in zwei Essener Stadtteilen untersucht.

Sozialraumorientierte Soziale Arbeit zielt darauf ab, die materiellen und immateriellen Lebensbedingungen der Menschen im Sozialraum zu verbessern, beispielsweise in ihrem Stadtteil, ihrer Gemeinde oder ihrem Dorf. Tragen Angebote der Gemeinwesen- und Stadtteilarbeit dazu bei, dass Bürger*innen die Lebensqualität in ihrem Quartier positiv einschätzen? Dieser Frage sind Elodie Müller, Leif-Erik Neugebauer, Tobias Saalmann, Frederik Offen und Johannes Henke nachgegangen. Die Kommiliton*innen studieren den Master „Soziale Arbeit und Forschung“ an der FH Münster und haben im Rahmen ihres Studiums ein eigenes Forschungsprojekt am Beispiel der Stadt Essen durchgeführt.

Die Studierenden entschieden sich für die Ruhrgebietsstadt, da es in Essen ein einheitliches Prinzip für Stadtteilarbeit gibt (siehe FAQ). Für ihre vergleichende Studie befragten sie Fachkräfte in den Stadtteilzentren von Essen-Karnap und Essen-Kray zu der konzeptionellen Ausrichtung ihrer Angebote. Auf Grundlage der Interviews entwickelten die Studierenden anschließend eine Onlineumfrage, mit der sie die Bewohner*innen in Karnap und Kray zu verschiedenen Dimensionen der Lebensqualität in ihrem Stadtteil befragten. Themen waren beispielsweise die Qualität des nachbarschaftlichen Zusammenlebens , das äußere Erscheinungsbild des Stadtviertels, die Versorgungssituation mit Dingen des alltäglichen Lebens und die Bereitschaft, sich ehrenamtlich im Stadtteil zu engagieren.

„Wir haben 12.000 mehrsprachige Flyer an die Haushalte in Essen-Kray und Essen-Karnap verteilt, um für die Teilnahme an der Befragung zu werben. Zudem haben wir im Vorhinein Plakate in den Stadtteilen aufgehängt. Auch die lokale Presse berichtete über die Aktion“, erzählt Elodie Müller. Der Rücklauf übertraf die Erwartungen der Projektgruppe: Insgesamt nahmen rund 1.000 Personen an der Umfrage teil. Die Lebensqualität in ihren Stadtteilen bewerteten die Teilnehmer*innen mehrheitlich positiv. Insbesondere das nachbarschaftliche Zusammenleben wurde in beiden Stadtteilen als gut eingeschätzt. Das äußere Erscheinungsbild des Stadtteils schnitt bei fast Dreiviertel aller Befragten hingegen schlecht ab. Unterschiede zeigten sich vor allem in der Bereitschaft, sich lokal zu engagieren: In Karnap ist die Bereitschaft sich zu engagieren signifikant höher als in Kray.

Auf Grundlage ihrer empirischen Untersuchung haben die Studierenden Handlungsempfehlungen für die Sozialarbeiter*innen in den Stadtteilzentren entwickelt. Zwar ist die Stichprobe der Onlinebefragung nicht repräsentativ, die Ergebnisse sind dennoch wertvoll. Sie geben beispielsweise Anhaltspunkte dafür, wie ehrenamtliches Engagement im eigenen Quartier gestärkt werden kann.

Downloads: FAQ und Projektergebnisse

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